Gersthofer Loch schon wieder verkauft

Das Chaos um das Gersthofer Loch geht weiter. Nun wurde bekannt: Das Grundstück ist schon wieder verkauft worden. (Foto: Stefan Gruber)

Nachdem Investor Johann Pfoo mit der JVP Wohnbaugesellschaft im Januar 2019 das Gersthofer Loch in zentralster Lage der Gersthofer Mitte kaufte, dachte man, es geschieht endlich was, es wird dort bald gebaut – verkehrt gedacht.

Pfoo hatte das 7000 Quadratmeter große Gelände von Peter Pletschacher gekauft, der zehn Jahre lang die Fläche nicht bebaute. Anfang August hatte Pfoo noch einen Bebauungsplan beim Planungsausschuss der Stadt Gersthofen vorgelegt, Mitte Oktober nochmals. Beide wurden abgelehnt, denn sie entsprachen nicht den Vorstellungen der Stadt Gersthofen und waren mit Abweichungen auf Basis des Bebauungsplans von 1986 erstellt.

Wie Bürgermeister Michael Wörle erklärt, sei aber auch für 6. November eine Bauausschusssitzung geplant gewesen, in der Planungen, die zusammen mit den Stadtplanern Gersthofens und den Planern Pfoos entstanden, vorgelegt werden sollten. Dazu wird es nun nicht mehr kommen.

Pfoo will nun das Gersthofer Loch an Bernd Schwarz abgeben, der in Gersthofen kein Unbekannter ist. „Sein Wirken im Bereich Grundstückgeschäfte stellte die Basis für das ,Quartier Römertor’ dar, welches seit einigen Monaten am südlichen Ortsteingang Gersthofens entsteht“, erklärte die Stadt Gersthofen.

Eigentümerwechsel "hat uns dann doch einigermaßen überrascht"

„Dass es jetzt einen Eigentümerwechsel gibt, hat uns dann doch einigermaßen überrascht“, sagt Bürgermeister Michael Wörle. Über den Kaufpreis haben die Vertragspartner Proo und Schwarz Stillschweigen vereinbart, Wörle will auch nicht über den Grundstückspreis spekulieren.

„Zusammen mit der Stadt hat Schwarz mit dem ’Römertor’ ein Vorzeigeobjekt entwickelt“, gibt sich Wörle zuversichtlich und spricht von einem bisher guten Miteinander zwischen Stadt und Schwarz um die nächsten Schritte zu entwickeln.

Im August hat sich die Stadt Gersthofen ein Vorkaufsrecht für das Gersthofer Loch eintragen lassen. Das Prozedere wird nun folgendes sein: „Wenn der Verkauf an Schwarz erfolgt, wird der für den Kaufvertrag zuständige Notar bei der Stadt nachfragen, ob ein Vorkaufsrecht für dieses Gelände bestehe. Ob die Stadt Gersthofen dieses Vorkaufsrecht dann wahrnehmen wird oder nicht, muss entschieden werden“, so Wörle. Erst dann könnte der Eigentumsübergang an Schwarz erfolgen. Aber der Entscheidung des Gersthofer Stadtrats will und kann Bürgermeister Michael Wörle nicht vorgreifen – wie diese Geschichte nun ausgeht, ist offen.
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