In Gersthofen vorgestellt: Das Salz der Sole haftet besser auf Bayerns Straßen

Die Umrüstung eines Winterdiestfahrzeuges auf die neue Soletechnik kostet etwa 10 000 Euro. Minister Hans Reichhart (links) lässt sich die neue Technik am Heck eines Fahrzeuges von Straßenmeistern genau erklären und ist begeistert davon. Fotos: Stefan Gruber


"Eine neue Technik erlaubt uns, statt Salzkörnern reine Sole auf die Straßen aufzubringen. Dadurch benötigen wir deutlich weniger Salz, was Kosten spart und die Umwelt schont", hat Hans Reichhart vom Bayerischen Staatsministerium Wohnen, Bau und Verkehr umrissen, um was es sich am Mittwoch in seiner ersten Pressekonferenz als Bayerischer Minister dreht.

Mit drei statt 20 Gramm Salz auf den Quadratmeter soll zukünftig für sichere Straßen im Winter gesalzen werden. Die Lösung für die Reduzierung: Das Salz wird nicht mehr trocken verstreut sondern in Wasser aufgelöst und als Sole verstreut. Je nach Witterung könnte auch eine höhere Salzkonzentration verspritzt werden. Trockenes Salz werde vom Wind von der Fahrbahn verweht, Sole nicht, das Salz bleibe auf dem Straßenbelag haften. Die Sole könne bereits vorbeugend ausgebracht werden.

Betroffen von der Neuerung sind etwa 23 000 Kilometer Bundes- und Staatsstraßen, dafür werden sukzessive 600 staatseigene und 700 Laster privater Unternehmen für die neue Technik umgerüstet. Pro Laster kostet die Umrüstung etwa 10 000 Euro - mit Soletanks, Steuertechnik und der Zuführung auf den Verteilteller.

Die Solespritztechnik werde schon seit Jahren zum vorbeugenden Winterdienst auf Autobahnen angewandt. Seit 25 Jahren werde angefeuchtetes Streusalz verteilt, das zwar besser auf dem Straßenbelag hafte, aber immer noch durch Verkehr und Witterung von der Fahrbahn geweht werden könnte, so Reichhart.

"Zusammen mit den Maschinenherstellern konnten wir die Technik so weiterentwickeln, dass die Salzsole mittlerweile auch auf den schmäleren Bundes- und Staatsstraßen zum Einsatz kommen kann. Der Winterdienst ist somit effizienter, da wir jetzt bereits vorsorglich Salz auf die Fahrbahn aufbringen können, wenn Reifglätte prognostiziert wird", führt Reichhart zur neuen Technik aus. Bisher nur auf breiten Autobahnen angewandt, können mit der neuen Technik nun schmälere Straßen flächendeckend gespritzt werden. Salz werde damit gespart und nicht unnütz in die Vegetation daneben verspritzt, was auch der Umwelt zugute komme.

"Vergangenen Winter schlug alleine das ausgebrachte Salz mit knapp 28 Millionen Euro zu Buche", so Reichhart über den noch konventionell gestreuten vergangenen Winter - das könnte zukünftig günstiger werden. Für diesen Winter seien mit 620 000 Tonnen Salz für die bayerischen Staats- und Bundesstraßen vorgesorgt.

Trotzdem appelliert der Minister an die Verkehrsteilnehmer, weiterhin das Fahrverhalten an die Witterungsverhältnisse sinnvoll anzupassen.

In Bayern sorgen 29 Autobahnmeistereien und 64 Straßenmeistereien mit etwa 3000 Frauen und Männern in Orange für den Winterdienst.

Die genannten Neuerungen im Winterdienst betreffen allerdings nicht die kommunalen Winterdienste - nur die freistaatlichen Straßen in Bayern. (Stefan Gruber)
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