Länderübergreifender Sicherheitstag der Polizei

Im Dienstwagen werden die Daten der Fahrerkarte ausgelesen
 
Ein junger Beamter winkt in Klosterlechfeld einen Kleintransporter heraus
 
Jochen Maier aus Augsburg: "Habe mit der Kontrolle kein Problem. Sie waren doch freundlich und professionell"
Klosterlechfeld: Sicherheitstag der Polizei |

Es ist frisch um 9Uhr. Jacke an, Warnweste drüber, Mütze zurecht rücken und die Kelle, die darf nicht fehlen. Klosterlechfeld. Es ist unverkennbar: die Polizei baut sich für eine Verkehrskontrolle auf, im Rahmen eines länderübergreifenden Sicherheitstags.

Hier werden hauptsächlich Kleintransporter kontrolliert, weil diese Gruppe durch diverse Verstöße aufgefallen ist. „Im Fokus stehen heute die Bekämpfung der Kriminalität und Strafrecht im öffentlichen Bereich. Kriminalität hat viele Gesichter.“ Erklärt Polizeipressesprecher Michael Jakob und weiter:“ Wir wollen für die Bürger präsent sein. Wir suchen das Gespräch mit ihnen und wollen damit erreichen, dass sie sich sicher fühlen können. Wir machen Polizeiarbeit sichtbar.“
Die Beamten stehen an der Zufahrtsstraße eines Gewerbegebietes, ein paar Meter von einem Lieferserviceunternehmen entfernt. Die Transporter müssen hier vorbei, um ausliefern zu können. Auf der Parallelstraße haben sich ebenfalls Kollegen aufgebaut. Und schon geht es los. Ein junger Beamter hält die Kelle hoch und winkt den ersten Lieferwagen auf den Parkplatz. Freundlich wird der Fahrer gebeten die Papiere zu zeigen und die Ladetüren zu öffnen. Alles o.k. Spätestens nach 10 Minuten fährt der Transporter wieder vom Platz. Man wünscht sich gegenseitig einen schönen Tag.
Innerhalb von einer Stunde werden so acht Wagen kontrolliert. Man kann das Bürofenster des Lieferservices sehen und somit kann man uns auch sehen. Es hat sich herumgesprochen, dass kontrolliert wird und so versuchen einige Fahrer auf der Nebenstraße der Kontrolle zu entkommen. Doch da wartet jedoch die zweite Polizeieinheit. Es führt kein Weg an der Polizei vorbei. Das Augenmerk der heutigen Kontrolle liegt neben den üblichen Überprüfungen auf dem Fahrererlaubnis- und Aufenthaltsbestimmungsrecht, sowie der Fälschungskriminalität. Die Paketdienstfahrer sind meistens anderer Nationalität und da braucht es ein paar Papiere mehr. Sind sie berechtigt, das Fahrzeug zu führen? Im Ausland vielleicht schon, aber hier gelten andere Regeln.

Die Polizei ist nicht immer Knöllchenjäger, sondern Freund und Helfer

Eine Kollegin versucht, einem ausländischen Fahrer zu erklären, dass er wohl schon viel Alkohol getrunken hat. Er kann mit 0,32 Promille weiterfahren, würde sich aber bei einem Unfall strafbar machen. Der zweite Paketdienstfahrer wird unterdes heraus gewunken. Auf dem Parkplatz wird es langsam eng. Da kommt ein PKW angefahren und biegt fast freiwillig ein. Hinter ihm geben zwei Transporter Gas und versuchen an der Kontrolle vorbei zu fahren…vergebens. Die Beamten sind schnell. Am Straßenrand dürfen auch sie halten. Es ist den Fahrern anzumerken, dass sie unter Zeitdruck stehen und diese Kontrolle als überflüssig einstufen. Entspannter sehen es die PKW-Fahrer und die Fahrer vom Kundenservice. Sie haben für die Polizeiarbeit Verständnis. „Habe kein Problem damit. Die Polizisten waren doch sehr freundlich und professionell. Ich denke, solche Kontrollen sind auch nötig. Wenn man so sieht, was heutzutage alles auf den Straßen unterwegs ist und was passiert!“, so Jochen Maier aus Augsburg. In diesem Moment fährt ein LKW die Straße einwärts zum Lager. Der hat jetzt hier wirklich keinen Platz mehr. Der Fahrer weiß das wohl und lächelt. Glück gehabt. Es ist jetzt 10 Uhr. Die Sonne scheint, es wird warm. Es scheint so, als ob jetzt nichts großartiges mehr passieren wird. Da kommt der LKW von vorhin wieder zurück und dieses Mal bekommt er die volle Aufmerksamkeit der Beamten, denn Platz gibt es jetzt genug. Freundlich gehen zwei von Ihnen zum Fahrerhaus. Einer rechts zur Beifahrerseite. Er sichert seinen Kollegen ab und guckt, ob irgendetwas Gefährliches auf dem Beifahrersitz liegt. Der andere Kollege bittet freundlich um die Papiere und möchte gern die Ladefläche sehen. Der Fahrer steigt langsam aus und ist jetzt so ziemlich schweigsam. Laut Autokennzeichen kommt er aus Mindelheim. Der Beamte macht noch einen Scherz und lockert die Situation mit den Worten “Tja, beim zweiten Mal konnten wir nicht anders!“ ein bisschen auf. Daraufhin musste der Fahrer nun doch lächeln. Die Transportklappe ging auf und siehe da: ein Turm aus leeren Europaletten. Mehr nicht. Doch dieser Turm war leider überhaupt nicht gesichert. Kein Gurt, keine Stange. So ist dieser LKW eine Gefahr auf der Straße für alle Verkehrsteilnehmer. Bei einer Vollbremsung wird die Ladung zum Geschoss und beim Umfallen der Palletten könnte der LKW ins Schlingern geraten. Die Folgen sind jedem wohl bekannt.
Nun hat der Fahrer Zwangspause. Er muss zuerst alles ordentlich absichern. Erst dann darf er weiter fahren. In der Zwischenzeit ziehen sich zwei Beamte mit dem Fahrtenschreiber zurück. Das kann jetzt dauern. Die anderen Kollegen überprüfen währenddessen die Reifen und den allgemeinen Zustand des Fahrzeugs. Als alles erledigt ist, ist eine gute halbe Stunde vergangen. Die Ladung ist ausreichend gesichert. Die Vorrichtungen dazu waren alle im LKW vorhanden, wurden jedoch nicht benutzt.
60 EUR macht das nun und einen Punkt in Flensburg. Dazu kommen Bearbeitungsgebühren. Der Fahrer ist einsichtig und nimmt alles gelassen auf. Jetzt darf er weiter fahren. Zur Mittagszeit geben die Beamten den Kontrollpunkt auf, um zum nächsten zu fahren. Es lief alles ohne weitere Zwischenfälle ab.

Polizei macht ihre Arbeit für die Bürger transparent

Polizeihauptmeister Christian Freisl erklärt, dass diese Aktion länderübergreifend statt findet. Zeitgleich beteiligt sich Bayern/ Schwaben, Hessen, Rheinland Pfalz und das Saarland an diese intensive Aktion. „Diese Kontrollen finden ja tagtäglich statt. Aber wir möchten heute, dass die Bürger dies auch wahrnehmen“, so Freisl. In Augsburg findet unter anderem an einem Infostand auch eine Drogenberatung statt. In Schwabmünchen haben sich Beamte vor den Einkaufsläden positioniert, um hauptsächlich auch ältere Bürger an zusprechen. Sie möchten unter anderem vor den Machenschaften der Enkelbetrüger aufklären und vor Türgeschäften warnen. Falschgeld und Taschendiebe sind weitere Themen. Zusätzlich ist die mobile Wache unterwegs.
Trotz Personalmangels sieht Polizeihauptmeister Freisl die Sicherheit gewährleistet. „Dies beweist die Kriminalitätsstatistik! Wir leben hier in einem sicheren Bereich. Wir fühlen uns damit bestätigt und werden daran festhalten.“
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