Auf der schwäbsche Eisebahne gibt’s gar viele Haltstatione….

Bahnhof Lechfeld Nachbau originalgetreu aus dem Jahre 1953 im Maßstab 1:87
 
Es entstehen in liebevoller Kleinarbeit wunderschöne Panoramen
Graben: Modellbahn Club-Lechfeld e.V. |

So auch bei dem Modellbahnclub-Lechfeld e.V. kurz MBC Lechfeld
und spätesten bei rulla rulla rullala ist jeder Textsicher.

Graben. Wer aber einmal einen Stand der MBC Lechfeld besucht hat, dem fällt vor lauter Staunen selbst diese einfache Textpassage nicht mehr ein. Hier ist alles andere als einfach. Kompliziert aber auch nicht. Nur sehr präzise, genau und wunderschön. Hier steckt erstaunlich viel Arbeit und Know How dahinter. So viel Liebe zum Detail und zum Hobby! Alle Kinder- und Männerherzen schlagen bei diesem Anblick höher.
Wer ist nicht begeistert wenn man eine Eisenbahnplatte mit einer idyllische Berglandschaft und Seilbahn entdeckt? Dazu wunderschöne Szenendarstellungen im Eiscafé, Steichelzoo - und wenn dann bei Dunkelheit die Lichter angehen – da kann man nur noch glücklich strahlen.

Man taucht in eine andere Welt ein und vergisst alles um einen herum.

Was für ein Glücksgefühl muss das sein, solche Landschaften zu bauen? Technik zu erleben und alles selbst herzustellen, sogar die Elektronik. Da bauen an so einer Anlage schon sechs bis fünfzehn Mann ca. drei Jahre lang. Sie haben Spaß an der Sache. Spaß am gemeinschaftlichen Werken und Schaffen. Was für ein Moment, wenn eine Anlage dann eingeweiht wird!
Der Schalter wird betätigt, die Bahn fährt los, die Lichter gehen an. Die Windmühle dreht sich, die Gondeln fahren den Berg hinauf und wieder hinunter. Dann entdeckt man die spielenden Kinder, die Schafe, den Autounfall, die kleinen Menschen..
Hans Wolfgang Sieger, Gründer des Vereins und 1. Vorsitzender, erklärt, woran man die unterschiedlichen Schienentypen/Bahnen erkennt. Bei der N-Spur haben die Schienen eine breite von 9 Millimeter, bei der TT-Spur 12 Millimeter, bei der H0 16 Millimeter. Die Gartenbahn hat kein offizielles Maß. Diese hier ist etwa 45 Millimeter.
Dann gibt es noch die Märklin-Bahn, die jedoch nicht sein Favorit ist, weil sie eine sogenannte Drei-Leiter-Bahn ist. Links und rechts sind die Minusleiter, in der Mitte der Plusleiter. „Das gibt es bei der Bahn nicht“, erklärt Sieger. Stimmt. Aber sie ist trotzdem sehr schön anzusehen.

Ein tolles Hobby, welches die Leute begeistert

Die H0-Anlage ist wohl sein Herzstück. Auf dieser Platte ist der Bahnhof Lechfeld originalgetreu von 1955-1965 im Maßstab von 1:87 nachgebaut. Die Unterlagen und Bilder hierzu hat ihm die Gemeinde Graben zur Verfügung gestellt. 150 Stunden hat er hierfür bereits investiert. Sehr glücklich berichtet er, dass die Gemeinde Graben dem Verein in allem unterstützt. Ohne diese Unterstützung hätten sie jetzt keine Vereinsräume. „Leider mussten wir die alten Räume wegen Mietbedarfs räumen. Etliche Platten mussten auseinander geschnitten werden, da wir sie sonst nicht hätten transportieren und hier in der Sportplatzturnhalle aufstellen können.“ An die 700 Arbeitsstunden haben die Mitglieder für den Umbau der Räumlichkeiten investiert. „Nun sind wir dabei, alles wieder so gut es geht, zusammen zu bauen“ sagt Sieger voller Tatendrang. Da steckt noch ganz schön viel Arbeit drin. Aber der Verein hat das Ziel, zum „Tag der Modelleisenbahn“, Sonntag 1. Dezember, alles fertig zu haben. Und nicht nur das. Der Vorsitzende verrät:“ Auf der H0-Anlage sollen von der Bundeswehr die Wache, das Stabsgebäude und die Maschinenhalle ebenfalls bis dahin originalgetreu fertig sein.“ Neben dem Bahnhof Lechfeld existiert bereits die alte Landmetzgerei Höchtl, der Pferdestall und der alte Rewe Einkaufsmarkt. Etwas geheimnisvoll geht er dann zum Computer und zeigt stolz, dass die ganzen Züge und Häuser inklusive Beleuchtung über ein Computerprogramm gesteuert werden. „Das Programm hat um die 700 EUR gekostet. Bei so einer Sonderanschaffung kommen zum Glück ungefähr 60 Prozent als Spende von den Mitgliedern und 40 Prozent zahlt dann der Club“ erklärt er. Momentan hat der Club 30 Mitglieder, davon 15 in Rente, drei Jugendliche.

Man muss Zeit haben und Liebe zum Hobby mitbringen

Neben der H0-Anlage gibt es noch die Lehmanns-Gartenbahn mit Tunnel, Seilbahn und Windmühle. Die Seilbahn wurde dem Club glücklicherweise von der Nürnberger Spielemesse gespendet. Nun soll hier noch ein Wasserfall entstehen. Die Anlage schätzt der 1.Vorsitzende momentan auf ungefähr 10.000 EUR. Eine Lok allein kostet hier schon 800 EUR.
„Auf den Weihnachtsmärkten sind wir gern mit der Märklin-Anlage, die eine Schneelandschaft darstellt.“ Diese ist auch etwas handlicher zu transportieren. An einer sog. Show-Anlage können sich die Jugendlichen probieren und neue Ideen entwickeln. Ab einem Alter von zehn Jahren ist es sinnvoll in dieses Hobby einzusteigen. Technisches Verständnis wäre natürlich von Vorteil, man kann aber auch alles erlernen. Hier werden Fähigkeiten und Fertigkeiten im Anlagenbau, Elektrik und Digitalsteuerung vermittelt. Regelmäßig wird die Jugend auch in Ausflüge mit eingebunden. So ist im kommenden Jahr auf jeden Fall wieder ein Ausflug ins Hans-Peter Porsche TraumWerk geplant, eine Fahrt in den Schwarzwald zur Sauschwänzlebahn und nach Ochsenhausen.

Heuer feierte der Club am 2.Oktober sein 10-jähriges Jubiläum.

Etwas wehmütig verriet Sieger dann zum Abschluss, dass er sich bei der nächsten Wahl nicht mehr als Vorsitzender zur Verfügung stellen wird. „Irgendwann muss Schluss sein. Ich bin jetzt 74 Jahre alt. Es müssen jüngere daher“. Aber er bleibt dem Verein aktiv treu und steht mit Rat und Tat zur Seite.
Am Samstag und Sonntag, 30. November und 1.Dezember, können alle Interessierten ab 10.30 Uhr bei freiem Eintritt die ganzen Anlagen in der Turnhalle am Sportplatz Lagerlechfeld bestaunen.
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