Fusion unter Freunden

Die Vertreter der Lebenshilfevereine Gunzenhausen und Weißenburg freuen sich über die geglückte Fusion. Foto/Text: Klaus Heger

Die beiden Vorsitzenden der Lebenshilfe Gunzenhausen und Weißenburg Thomas Thill und Wilfried Etschel, verkündeten im Café Lebenskunst in Gunzenhausen stolz die Verschmelzung der beiden Vereine zur Lebenshilfe Altmühlfranken.

Für beide Vereine war die Verschmelzung eine logische Folge ihrer Entwicklung in den vergangenen Jahren. Die Lebenshilfe Weißenburg möchte sich für den ganzen Landkreis öffnen und präsent sein und die Lebenshilfe Gunzenhausen hat ein altersstrukturelles Problem, da von ihren 134 Mitgliedern rund 80 Prozent bereits über 65 Jahre alt sind. Daher sind immer weniger Mitglieder bereit, sich innerhalb der Vorstandschaft zu engagieren. Um ihre Präsenz in Gunzenhausen zu erhalten sind weitere attraktive Angebote notwendig, die sich aber nur noch in Partnerschaften, wie bereits mit Regens-Wagner und der Diakonie geschehen, verwirklichen lassen. Der regionale Bereich an Angeboten soll dabei unter der Führung der Lebenshilfe Altmühlfranken erhalten bleiben und die Mitgliederbetreuung in der bisherigen Form erhalten bleiben. Die Lebenshilfe Altmühlfranken möchte diese Angebote mit der Zeit auf den gesamten Landkreis erweitern, damit sich die insgesamt 418 Mitglieder des neuen Vereins besser annähern können, berichtete der Geschäftsführer Martin Britz aus Weißenburg.

Die einstimmig gefassten Beschlüsse bei der Verschmelzungsversammlung in Wachstein zeigten auch, wie sehr die Mitglieder hinter der Verschmelzung der beiden Verein stehen, berichteten Thomas Thill und Wilfried Etschel. Auch Landrat Gerhard Wägemann zeigte sich bei der Versammlung in Wachstein begeistert von der nach seinen Worten ersten gelungenen Vereinigung von Vereinen auf Landkreisebene.

Das neue Vereinskonstrukt soll dabei keine Konkurrenz zu anderen Trägern werden, stellte Wilfried Etschel fest. Der neue Verein will die vorhandenen Nischen in den sozialen Hilfsangeboten im Landkreis ausfüllen und übernehmen. Dabei zeigte sich die Lebenshilfe Weißenburg bereits als Träger der Frühförderung in der Weißenburger Straße und als Betreiber der einzigen integrativen Schule im Landkreis, der Römerbrunnenschule, sehr erfolgreich. Diese Arbeit soll jetzt im kommenden Jahr mit dem Bau eines integrativen Kindergartens am Hollerfeld mit jeweils zwei Kindergarten- und Kinderkrippengruppen weitergeführt werden, berichtete Martin Britz und Thomas Thill ergänzte, dass dafür bereits die erforderlichen Genehmigungsbeschlüsse im Stadtrat getroffen wurden. Die Lebenshilfe Altmühlfranken ist aber auch ein wichtiger Arbeitgeber im Landkreis. In den verschiedenen Einrichtungen werden rund 300 Mitarbeiter und 230 behinderte Menschen beschäftigt und verdienen sich damit den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien, bekräftigte Martin Britz.

Trotz der Verschmelzung der beiden Vereine zur Lebenshilfe Altmühlfranken, bleiben die Stiftungen der Vereine als eigenständige Rechtspersonen weiterhin bestehen und leisten ihre Hilfen auch weiterhin in der gewohnten Form für ihre Regionen, stellten Thomas Thill und Wilfried Etschel zum Abschluss noch fest.

Mit der Gründung der Lebenshilfe Altmühlfranken wurde ein weiterer Schritt bei der Modernisierung und Zusammenfassung der sozialen Hilfsangebote im Landkreis vollzogen.
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