Auch wer nicht sprechen kann, hat viel zu sagen!

Junge nutzt elektronisches Hilfsmittel zur Unterstützten Kommunikation. Foto: LogBUK


Jeder Mensch hat das Bedürfnis, sich mitzuteilen. Grundlage hierfür ist für die meisten Menschen die gesprochene Sprache. Steht diese aufgrund von angeborenen oder erworbenen Einschränkungen nicht oder nicht in vollem Umfang zur Verfügung, brauchen die Betroffenen geeignete Alternativen. Diese finden sie in den vielfältigen Möglichkeiten der Unterstützten Kommunikation (UK). Sie bietet ihnen - unabhängig vom Alter - den Zugang zu Sprache und Schriftsprache und damit zu Kommunikation und Austausch. Dabei gilt: Unterstützte Kommunikation ist voraussetzungslos - es gibt keine Mindestanforderungen. Jeder Mensch kann sie nutzen.

Die Auswahl der in Frage kommenden alternativen Kommunikationsmittel muss für jeden Menschen ganz individuell getroffen und in ihrer praktischen Anwendbarkeit geprüft werden. Hier spielen neben den motorischen, sensorischen, sprachlichen und kognitiven Fähigkeiten der unterstützt Kommunizierenden auch das jeweilige private und berufliche Umfeld und die damit verbundenen Anforderungen eine wichtige Rolle. Die Palette der Möglichkeiten umfasst sowohl körpereigene Kommunikationsformen, beispielsweise Zeige- und Blickbewegungen, Mimik, Gestik und Gebärden, als auch gegenständliche Hilfsmittel wie Bildkarten, Kommunikationstafeln oder elektronische Geräte (z.B. "sprechende" Tasten, Sprachausgabegeräte u.a.m.) unterschiedlicher Komplexität, die ggf. auch mit sozialen Medien gekoppelt werden können. Dabei werden in der Praxis oft auch unterschiedliche Kommunikationsmittel miteinander kombiniert.

Menschen, die auf UK angewiesen sind, brauchen eine kompetente Unterstützung und Begleitung. Diese bezieht sich auf die Motivation zur Nutzung alternativer Kommunikationsmittel, auf die Auswahl der individuell geeigneten Formen der UK, auf das Einüben ihrer Nutzung im Alltag und auf die Einbeziehung des Umfeldes. Dies alles ist ein komplexes Vorhaben, das an sogenannten runden Tischen gemeinsam mit den Betroffenen und vielen professionellen und privaten Partnern abgestimmt wird. Logopädinnen und Logopäden können diesen Prozess leiten, koordinieren und als Lotsen steuern.

Info-Hotline

Anlässlich des Europäischen Tages der Logopädie 2018 beantworten ausgewiesene Expertinnen und Experten des Deutschen Bundesverbandes für Logopädie e.V. und der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. Fragen rund um das Thema Unterstützte Kommunikation. Die Info-Hotline ist am 6. März 2018 von 17:00 Uhr bis 20:00 Uhr besetzt. Die Rufnummer lautet 01805 - 353532. (14 Cent/Minute aus dem Festnetz, max. 42 Cent/Minute aus den Mobilfunknetzen). (pm)
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