Gedenkveranstaltung zur 80. Reichspogromnacht im Lutherhaus in Gunzenhausen

Bürgermeister Karl-Heinz Fitz (links) und Stadtarchivar Werner Mühlhäußer stellten das Programm zum Gedenken an den 80. Jahrestag der Reichspogromnacht vor
Gunzenhausen: Haus des Gastes |

Gunzenhausen – Am 9. November jähren sich die unfassbaren Ereignisse der sogenannten Reichspogromnacht und das damit verbundene Unrecht an unseren jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern zum 80. Mal. Diesem schrecklichen Ereignis in der Geschichte der Stadt Gunzenhausen soll daher an diesem Tag mit zwei Veranstaltungen gedacht werden.

Um 10.30 Uhr wird die jüdische Schriftstellerin Lena Gorelik für Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen im Lutherhaus aus ihren Werken lesen und für Gespräche bereit stehen. Es haben sich bereits rund 120 Schüler zu dieser besonderen Lesung über ihre Schulen angemeldet. Lena Gorelik gehört zu der 2. Generation nach dem Holocaust und will sich nicht mehr über die Vergangenheit, sondern über die Zukunft definieren.

Um 19 Uhr findet dann ebenfalls im Lutherhaus die große Gedenkveranstaltung statt bei der Lena Gorelik ebenfalls aus ihren Werken lesen wird. Peter Schnell und Georg Weigel werden aus Werken der jüdischen Schriftstellerinnen Barbara Honigmann und Esther Dischereit vorlesen und Stadtarchivar Werner Mühlhäußer wird über die schrecklichen Ereignisse dieser Nacht und das jüdische Leben danach bis 1949 berichten.

Die Veranstaltung wird durch die Begrüßungs- und Schlussworte von Bürgermeister Karl-Heinz Fitz eingerahmt. Dekan Klaus Mendel von der evangelischen Kirchengemeinde Gunzenhausen wird ebenfalls sich die Zeit für einige Grußworte nehmen und der katholische Stadtpfarrer Christoph Witczak wird den Psalm „Hilferuf in schwerer Bedrängnis“ lesen.

Musikalisch wird die Gedenkveranstaltung durch Kirchenmusikdirektor Bernhard Krikkay ausgestaltet.

Es ist Bürgermeister Fitz besonders wichtig das die Veranstaltung nicht nur an die schrecklichen Ereignisse in der Vergangenheit erinnert, sondern auch den Blick nach vorne richtet. Diese Gedenkveranstaltung, die zum 6. Mal durch die Stadt Gunzenhausen verantwortlich ausgerichtet wird, ist jedes mal eine neue Herausforderung für die Organisatoren, stellten Bürgermeister Fitz und Stadtarchivar Mühlhäußer einstimmig fest. Die Resonanz in der Bevölkerung auf diese Gedenkveranstaltungen ist durchwegs positiv und durch die lebendige Gestaltung werden die Besucherzahlen von Jahr zu Jahr mehr.

(KH)
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