Planungen für den oberen Reutberg wurden der Öffentlichkeit präsentiert

  Gunzenhausen: Lutherhaus |

Gunzenhausen – Bürgermeister Karl-Heinz Fitz konnte im Lutherhaus viele interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie zahlreiche Stadträte und Ortssprecher zur Vorstellung des aktuellen Standes der Bauleitplanung für das neue Baugebiet „oberer Reutberg“ begrüßen.

Zur Einführung stellte er grundsätzlich den starken Bedarf an Wohnraum für Mietwohnungen und Eigenheime in Gunzenhausen und seinen Ortsteilen fest. Da die privaten Grundstückseigentümer leider ihre Grundstücke nicht auf dem Markt zum Verkauf anbieten muss die Stadt auf die steigende Nachfrage mit der Ausweisung von Baugebieten auf eigenen Grundstücksflächen reagieren. Das aktuell ausgewiesene Baugebiet in Frickenfelden mit seinen 50 Bauplätzen ist bereits zu 2/3 an Bauwillige verkauft und und für den Wohnungsbedarf in der Südstadt steht das in der Planung befindliche Baugebiet „oberer Reutberg“ mit 25 Bauplätzen zur Verfügung. Der Stadtrat hat dafür einen Aufstellungsbeschluss verabschiedet damit das bauplanungsrechtliche Verfahren eingeleitet werden kann. Dabei werden auch die Bürger mit ihren Anregungen und Bedenken mit einbezogen. Stadtbaumeisterin Simone Teufel erläuterte das genaue Verfahren und den aktuellen Planungsstand. Das im Lageplan rot eingezeichnete Gebiet soll über die Fasenenstraße erschlossen werden und stellt die Weiterentwicklung des Bebauungsplans Reutberg II dar. Die vorgesehene Fläche von 3 Hektar ist bereits als Wohnbaufläche im Flächennutzungsplan ausgewiesen und war bei der Planung für Reutberg II im Jahr 1988 bereits so vorgesehen. Im baurechtlichen Verfahren nach dem Baugesetzbuch sind Phasen der Bürgerbeteiligung extra vorgesehen und die Wünsche und Belange werden bei der Planung auch entsprechend berücksichtigt werden, versicherte die Stadtbaumeisterin.

Bürgermeister Karl-Heinz Fitz stellte bei der Präsentation nochmals fest, dass der Stadtrat mit dem Aufstellungsbeschluss lediglich den Geltungsbereich der Planung definiert. Eine konkrete Planung besteht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht und der Stadtrat ist in seiner Planungshoheit für die Anregungen der Anlieger offen. Die Planungen können beim Stadtbauamt und auf der Internetseite der Stadt in den entsprechenden Planungsphasen eingesehen werden. Die Anlieger im Baugebiet Reutberg II wussten bereits seit 1988 dass eine Erweiterung des Baugebiets bei einem entsprechenden Bedarf genau auf diesen Flächen vorgesehen ist.

Anwohner vom Reutberg haben große Bedenken gegenüber der Planung

Paul Marten von der Interessengemeinschaft Reutberg II erläuterte die Bedenken und Anregungen der Anwohner. Für sie ist eine Erschließung über die Fasenenstraße nicht denkbar. Die Verlängerung der Fasenenstraße über das Grundstück 116/2 steht entgegen der Festsetzungen im Bebauungsplan, da hier eine Reihenhausbebauung vorgesehen war. Eine Anbindung des neuen Baugebiets über den Anger lässt keinen Schwerlastverkehr zu und würde die Beseitigung des Angers als gemeinschaftlichen Treffpunkt für die Anwohner bedeuten. Auch schließt sich eine Verlängerung des Kranichwegs als Durchgangsstraße aus, da der Kranichweg als Spielstraße für den Durchgangsverkehr nicht geeignet und zu eng ist um einen Schwerlastverkehr zuzulassen.

Die Fasenenstraße als Erschließungszufahrt für das neue Baugebiet ist für die Interessengemeinschaft nicht sinnvoll, da ihr Belag und Unterbau durch den Schwerlastverkehr massiv in Mitleidenschaft gezogen wird und es keinen durchgängigen Fußweg entlang der Straße gibt. Bereits jetzt müssen die Fußgänger die Straße zweimal kreuzen. Dies erfolgt an teilweise schlecht einsichtbaren Stellen und zieht ein hohes Unfallpotential nach sich welches durch den Verkehr aus dem neuen Baugebiet noch deutlich gesteigert wird. Für die Interessengemeinschaft Reutberg sieht Paul Marten nur die Möglichkeit einer Erschließung des neuen Baugebietes über eine eigenständige Zufahrt von Süden her. Er betonte dabei das die Anwohner des Reutberg nicht gegen das neue Baugebiet sind, sondern nur die vorgesehene Erschließung als ungeeignet erachten.

Er forderte die Stadträte auf an der hervorragenden Städteplanung der Struktur von Reutberg II auch im neuen Baugebiet festzuhalten und eine Begrenzung zwischen den beiden Baugebieten durch einen durchgängigen Grüngürtel, wie dies bereits zwischen Reutberg I und II geschehen ist, zu schaffen. Dadurch schaffen sie ein begehrtes Wohngebiet für junge Familien und Menschen, die auch in reiferem Alter eine lebenswerte Umgebung zu schätzen wissen.

Bürgermeister Karl-Heinz Fitz bedankte sich bei Paul Marten für sein intensives Engagement für die Belange seiner Mitbewohner. Er gab aber zu bedenken, dass eine neue Erschließungsstraße vom Süden her ein Baugebiet von rund 80 Bauplätzen erschließen würde und dafür rund 30.000 m² als Ausgleichsflächen notwendig würden. Die benötigten Flächen gehören der Stadt nicht sondern zum Großteil dem Fleckviehverband und zwei weiteren privaten Eigentümern. Es muss daher erst die Option des Flächenankaufs geprüft werden und die erforderlichen Preise mit in die Kalkulation einbezogen werden. Er schätzt das dadurch ein Preis für den Quadratmeter von rund 200 Euro entstehen würde. Der Fleckviehverband wird seine Fläche auch nicht als Teilfläche sondern nur in der kompletten Größe verkaufen und einen vorgeschlagenen Grundstückstausch auch negativ gegenüber stehen. Der Stadtrat hat jetzt zukunftsweisend zu entscheiden, ob er die große Variante wie sie von der Interessengemeinschaft vorgeschlagen wurde mit den erforderlichen Kosten angehen möchte oder die Planung auf die vorgesehenen Flächen beschränkt werden soll.

(KH)
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