Rund 570 Coolrider von Joachim Herrmann geehrt

Die Coolrider des Jahres 2017 (Foto: VAG / Peter Roggenthin)
 
Die Weißenburger Coolrider
Nürnberg: Meistersingerhalle |

34 der 570 Schüler, die sich dafür einsetzen, dass in Bus und Bahn weniger Unfug getrieben und die Fahrgäste sicherer und ungestörter unterwegs sein können, stammen aus Pleinfeld und Weißenburg.

"Ein schönes Bild", begrüßte Axel Ernst, 1. Vorstand der Coolrider-Freunde, die Schüler am 25. Januar im kleinen Saal der Meistersingerhalle in Nürnberg. Aus Altdorf, Bamberg, Ansbach, Erlangen, Feucht, Fürth, Nürnberg, Regensburg, Burgthann, Eckenthal, Gräfenberg, Neuendettelsau, Roth, Röthenbach, Schwabach, Wendelstein, Zirndorf und eben auch aus Pleinfeld und Weißenburg waren sie alle – natürlich mit Bus und Bahn – angereist, um persönlich von Herrmann die Ehrung für ihr Engagement entgegenzunehmen.

"Ihr seid Vorbilder, trotz eures jungen Alters!"

Nicht umsonst sei Bayern das sicherste unter den 16 Bundesländern, so der Innenminister. Aber die niedrigste Kriminalitätsrate und die höchste Aufklärungsrate ist nicht nur dem Einsatz der Polizei zu verdanken, sondern ein Verdienst aller, die sich einbringen. Im Bereich öffentlicher Nahverkehr sind das die Coolrider. Und dass sie ihr "Handwerk" verstehen und sprichwörtlich auch in ernsten Situationen "cool" bleiben, beweisen die vergangenen 15 Jahre, in welchen kein Coolrider zu Schaden gekommen ist. "Großartig, dass ihr euch so engagiert! Macht weiter so und erzählt es weiter!", lobte der Schirmherr die Schüler, bevor es an die Urkundenverleihung ging. Leider musste er etwas früher gehen, sodass die Weißenburger, die ganz hinten in der Alphabet-Schlange standen, leider auf den persönlichen Händedruck verzichten mussten.

15 Jahre "Coolrider"

Das Erfolgsprojekt "Coolrider" wurde 2002 von der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg gemeinsam mit der Polizei und den Nürnberger Schulen ins Leben gerufen. Am vergangenen Donnerstag wurde bereits der 15. Coolrider-Jahrgang geehrt. Seit 2002 sorgen "Coolrider" mit Unterstützung der Versicherungskammer-Stiftung in ganz Bayern für mehr Zivilcourage in öffentlichen Verkehrsmitteln. Unter dem Motto "Hinschauen statt Wegschauen" haben sie ein wachsames Auge auf das Verhalten der Fahrgäste und sind Ansprechpartner für Schulkameradinnen und -kameraden. Mittlerweile haben sich bayernweit bereits mehr als 5.300 Schülerinnen und Schüler an über 90 Schulen in mehr als 30 Städten und Gemeinden in Bayern speziell ausbilden lassen, um Konfliktsituationen unter Schülern oder auch Belästigungen und Beschädigungen im öffentlichen Nahverkehr zu vermeiden. 2017 kam beispielsweise Krumbach als neuer Standort dazu, dieses Jahr starten die ersten Coolrider in Bayreuth und Prien am Chiemsee. "Unser Ziel ist, dass möglichst viele Kommunen das Angebot nutzen und Coolrider ausbilden." Der Minister bedankte sich bei der VAG Aktiengesellschaft Nürnberg, dem Coolrider-Freunde e.V., der Versicherungskammer-Stiftung, der Polizei und den beteiligten Schulen sowie bei den Trainerteams der Verkehrsbetriebe und den Ausbildern der ÖPNV-Akademie für das ausgezeichnete jahrelange Engagement.
Um"Coolrider" zu werden, gibt es für geeignete Schülerinnen und Schüler spezielle Kurse. Trainiert werden beispielsweise Gesprächsführung, Körpersprache und sicheres Auftreten. Außerdem wird auch ein Deeskalationstraining angeboten. Wie Herrmann erklärte, sollen Coolrider lernen, Konflikte gewaltfrei zu lösen und sich in keinem Fall selbst in Gefahr zu bringen. Oft reiche es schon, den Störenfried persönlich anzusprechen, das Fahrpersonal zu informieren, andere Fahrgäste einzubeziehen oder unter 110 die Polizei zu verständigen. Weitere Informationen zum Projekt unter www.coolrider .de.
Die Weißenburger Coolrider haben bereits im Februar 2017 ihre Fahrzeugbegleiturkunden und -ausweise von Landrat Gerhard Wägemann entgegengenommen. Die Übergabe und Einblicke in einen Trainingstag der Weißenburger Coolrider finden Sie in den Bildergalerien. (jf/pm)
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