Wenn das eigene Erleben zur Selfie-Kulisse erstarrt

Die Professorin für Wirtschaftspsychologie Dr. Sarah Diefenbach startet die Medienwelten-Reihe.. Foto: Sarah Diefenbach


Die Medienwelten-Reihe von Stadt- und Schulbücherei und Bürgernetzverein Gunzenhausen startet 2018 in eine neue Runde und nimmt psychosoziale Veränderungen durch digitale Techniken und Inhalte in den Fokus. Zielpublikum sind alle medieninteressierten Bürgerinnen und Bürger, Eltern, Lehrer und Erzieher.

Für die drei Vortragsveranstaltungen in der Bücherei konnten Experten aus den Bereichen Wirtschaftspsychologie, Medienpädagogik und Psychotherapie gewonnen werden. Beim ersten Vortrag am Donnerstag, 25. Januar, um 19.30 Uhr referiert die Sachbuch-Autorin Dr. Sarah Diefenbach zum Thema "Digitale Depression - Wie neue Medien unser Glücksempfinden verändern".

Sarah Diefenbach ist als Professorin für Wirtschaftspsychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig. Sie zeigt, dass digitale Anwendungen unsere Kommunikation, Wahrnehmung, Denken, Handeln und Rituale, unseren Umgang mit der Zeit, ja sogar unsere Vorstellungen zur Freizeitgestaltung sowie die Selbstwahrnehmung verändert haben. Manch einer lebt mehr für Likes auf Facebook oder Instagram und vergisst dabei, den Moment selbst zu genießen. Ereignisse des eigenen Lebens und Erlebens werden zur Selfie-Kulisse degradiert. Ihre These, dass wir - ohne es zu merken - die Entscheidung über Glück und Unglück an die Technik delegieren und in Routinen rutschen, die wir so niemals gewollt haben. In ihrem Vortrag beschreibt Sarah Diefenbach psychologische Mechanismen und Fallbeispiele der "Digitalen Depression" und lädt zur kritischen Diskussion ein.

Digitale Wahrheiten

Um Impulse aus der digitalen Welt geht es auch beim zweiten Vortrag "Fakt oder Fake - Wahrheit und Lüge in (digitalen) Medien" am Donnerstag, 8. Februar. Der Medienpädagoge Björn Friedrich wird sich mit Fake News, Hetze und Propaganda im Netz auseinandersetzen und aufzeigen, wie man Jugendliche im Umgang mit solchen Kommunikationsstilen schulen kann.

Internetsucht und Behandlungsoptionen

Die Frage, wie Internetsucht therapeutisch verstanden und behandelt werden kann, beantwortet die Psychotherapeutin Klara Guthmann beim dritten Vortragstermin am Donnerstag, 8. März. Anhand von Fallbeispielen aus der psychotherapeutischen Praxis werden Erklärungsmodelle entworfen und Behandlungsansätze sowohl für das Kinder- und Jugendalter als auch für Erwachsene abgeleitet. (pm)
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