Licht gegeben dem Mühseligen

Wann? 24.11.2018 18:00 Uhr

Wo? Münster St. Wunibald, Ringstraße 6, 91719 Heidenheim DEauf Karte anzeigen
Heidenheim: Münster St. Wunibald | Konzert zum Ende des Kirchenjahres
mit der Missa di Requiem von I. Pizzetti
sowie Motetten von J. Brahms, E. Elgar,
M. Reger, G. Meyerbeer und G. Verdi


Ungewöhnliche, selten zu hörende Kompositionen sind ein besonderes Anliegen des Erlanger CoroCantiamo. Deshalb liegt ein Schwerpunkt seiner Arbeit auch bei der Wiederbelebung Alter Musik. Dennoch nimmt sich der Chor auch immer wieder einmal verloren gegangener Tonschöpfungen späterer Jahrhunderte an. Neben einer Motette von Max Reger setzt der Chor in seinen Konzerten auch eine Sakralkomposition von Giacomo Meyerbeer auf das Programm. Der in Deutschland aufgewachsene und in Frankreich berühmt gewordene Opernkomponist wurde 1856 in Berlin geboren. Die Opern des jüdischen Komponisten waren bis zum zweiten Weltkrieg auch in Deutschland sehr beliebt. Von ihm wird eine achtstimmige Komposition über den Sterbepsalm 91 zu hören sein. Unter dem Titel:
... Licht gegeben dem Mühseligen?
erklingen noch weitere Kompositionen aus dem 19. und beginnenden 20. Jahrhundert, die sich mit dem Themenkreis Sterben, Tod und Ewigkeit auseinandersetzen. Neben Meyerbeers Motette, einer Vaterunser-Paraphrase auf einen Text aus Dantes Göttlicher Komödie von Giuseppe Verdi und der titelgebenden, kraftvollen Brahmsmotette sind dies vor allem zwei auf ihre Weise sehr ungewöhnliche Tonschöpfungen von Max Reger und Ildebrando Pizzetti.

Der CoroCantiamo und sein Chorleiter Marco Schneider nimmt sich einer Reger-Motette an, die in der Art ihrer Vertonung seinesgleichen sucht. Reger wagt sich darin vor bis zur Zwölftonreihe, bewegt sich aber konsequent im tonalen Raum. Allerdings sind seine harmonischen Fortgänge solchermaßen gewagt und schnell, dass das menschliche Ohr - vergleichbar der optischen Täuschung beim Auge - kaum zu folgen vermag. Herausgekommen ist ein ungewöhnliches Klanggebilde höchster Expressivität, das Zuhörer und Ausführenden gleichermaßen einiges abverlangt.

Ganz anders das Requiem des Neoromantikers Ildebrando Pizzetti. In seiner Komposition von 1922 für vier- bis zwölfstimmigen Chor besinnt sich der Italiener auf die mittelalterliche Gregorianik und Techniken der Renaissance. Besonders die der Gregorianik innewohnende, eher „stille“ Ausdruckstiefe verleiht dem Werk hoffnungsvolle Ruhe und einen Klang voll lichter Weite.
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