Der Friedberger Michael Merkle gewinnt den 24. Kunstförderpreis Kissing

Mit seiner Skulptur "Nofrete" aus Olivenholz und Blattgold gewann Michael Merkle aus Friedberg den 24. Kunstförderpreis.
 
Der 2. Preis ging an Christine Metz für ihre Bleistiftzeichnung "Brösel - Crumbs".
Kissing: Rathausplatz | Mit ihrer Bleistiftzeichnung „Brösel“ holte sich Christine Metz den zweiten Platz. Der dritte Preisträger Arnold Suiter arbeitete 180 Stunden an seinem Acrylbild „Im Wandel der Zeit“

Im Jahr 1996 hatte Egon Langhans den Kunstförderpreis der Gemeinde Kissing gemeinsam mit Altbürgermeister Manfred Wolf ins Leben gerufen. Seitdem ist die Veranstaltung ein nicht mehr wegzudenkender Termin in der Gemeinde. Viele kunstinteressierte Bürger besuchten die Vernissage mit Jazzmusik von Schülern der Musikschmiede Kissing unter Leitung von Reinhard Schelzig und Florian Schmaler und einem Buffet im Rathaus.

Reinhard Gürtner freute sich über das ungebrochene Interesse und dankte der Stadtsparkasse Augsburg als Förderer, die wiederum den ersten Preis für die Gemeinde erwerben wird und die Geldpreise in Höhe von 250, 750 und 1000 Euro für die drei Gewinner zur Verfügung stellte. Kunst bedeute ein bisschen Entspannung und bereichere das Leben, sagte er. Stellvertretender Landrat Peter Feile freute sich über die rege Kunstszene im Landkreis Aichach-Friedberg. „Kunst ist nicht nur eine Konzentration des Künstlers auf den Sinn seines Bildes, sie schafft auch Begegnungen“, erklärte er. Etwa 50 Künstler mit 100 Werken hätten sich dieses Jahr für den Kunstförderpreis beworben, ausgestellt seien jetzt 60 Werke von 40 Künstlern, erklärte Werner Kraus von der Stadtsparkasse. Er zitierte Picasso: „Als Kind ist jeder ein Künstler, schwierig ist es, das auch als Erwachsener zu bleiben.“ Gernot Kragl, Vorsitzender des Kunstkreises Lechkiesel, dankte der Jury, der neben Reinhard Gürtner und Werner Kraus die Künstler Elisabeth Röder, Gerhard Springer und Hans-Jürgen Vogel angehörten. Sie übernahmen jeweils eine Laudatio für die Preisträger.

Der 3. Preis ging an eine weite, naturalistisch gemalte Landschaft. Der Betrachter wird mit Elementen konfrontiert, die nicht hineinpassen: schwebende Würfel mit Wolken und spiegelnde Kugeln. „Der Betrachter ist aufgefordert, das Bild selber zu lesen und zu interpretieren“, sagte der Kissinger Gerhard Springer über Arnold Suiters Bild „Im Wandel der Zeit“. 180 Stunden hatte der Künstler aus Meitingen an seinem in Öl und Acryl gemalten Bild gesessen, verriet er. Den 2. Preis durfte Hans-Jürgen Vogel ankündigen. „Die Arbeit hat mich erst leise, dann immer drängender gerufen. Das Bild hat eine Sogwirkung und transportiert in eine andere Welt. Sie ist nicht gezeigt, aber man spürt sie“, beschrieb er das mit Bleistift gezeichnete Werk „Crumbs– Brösel“ von Christine Metz aus Ried. Gewinner wurde „Die Schöne, die da kommt“, eine stolze, selbstbewusste und schöne Frau mit gewaltigen Kronen oder schweren, schwarzen Perücken. Auf diese Weise beschrieb Elisabeth Röder aus Augsburg die Skulptur „Nofrete“, die der Friedberger Michael Merkle mit professioneller Sichtweise und bildhauerischem Können aus geöltem Olivenholz und Blattgold im März geschaffen hatte. „Es war eine Astgabel, die ich vor 15 Jahren aus Südfrankreich mitbrachte. Anstatt sie wegzuwerfen, wollte ich nach längerer künstlerischer Pause daraus etwas machen“, verriet er. Selbstbewusste Damen faszinierten ihn ebenso wie Philosophen, an denen er jetzt gerade arbeite.

Info: Die Ausstellung im Rathaus Kissing ist bis zum 20. Dezember montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr, donnerstags zusätzlich von 14 bis 17 Uhr und am 30. November/1. Dezember während des Weihnachtsmarktes geöffnet.
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