Lechsteg, Osttangente und Sozialwohnungen

Kissings 1. Bürgermeister Manfred Wolf. (Foto: Albert Niedermeyer)
 
Das Rathaus von Kissing. (Foto: Christine Wieser)

Für die Stadtteilgeschichten Mering-Kissing beantwortete Kissings 1. Bürgermeister Manfred Wolf die Fragen der Redaktion zu aktuellen Themen und zukünftigen Projekten. 

Von Louis Lochner & Florian Handl

Aufgrund eines krankheitsbedingten Ausfalls von Bürgermeister Wolf, führt die 2. Bürgermeisterin Silvia Rinderhagen schon seit Längerem stellvertretend die Amtsgeschäfte der Gemeinde Kissing. Für die Meringer und Kissinger Stadtteilgeschichten nahm sich Bürgermeister Wolf die Zeit und gibt Auskunft über aktuelle Entwicklungen in der Gemeinde.

Herba Verlag: Bei der Landtagswahl hat die SPD sehr schlecht abgeschnitten. Wie unterscheidet sich die Situation in Kissing, wo Sie den Bürgermeister stellen, zu der Bayern-SPD?
1. Bürgermeister Manfred Wolf: Wir haben immer betont, wir sind die SPD Kissing und kümmern uns um unsere Gemeinde. Unsere erfolgreiche Politik und unsere Ziele standen damit immer im Vordergrund. Dies wurde den Bürgern auch immer so vermittelt. Deshalb haben wir in den letzten beiden Wahlen über 40 Prozent der Stimmen bekommen.

Herba Verlag: Eines der drängendsten Zukunftsthemen ist die Digitalisierung. Wie weit ist der Ausbau des schnellen Internets in Kissing vorangekommen und in welchen Bereichen der Digitalisierung will die Gemeinde Prioritäten setzen?
Bürgermeister Wolf: Wir haben jedes Förderprogramm dazu benützt, um Kissing zu 100 Prozent mit schnellen Internet aufzurüsten. Im Moment sind wir bei der Umsetzung des Höfeprogramms, d.h. die letzten Ortsteile wie z. B. Gut Mergenthau, Ottomühle oder Gut Lindenau bekommen jetzt auch noch Breitbandanschlüsse. Unsere Priorität der Digitalisierung liegt im Moment bei den Schulen.

Herba Verlag: Eine weitere Herausforderung für die Gemeinde ist der Zuzug von Pendlern aus München und Augsburg. Durch die stetig steigenden Mieten in Großstädten, ziehen immer mehr Menschen nach Kissing. Das hat Auswirkungen auf die Wohnsituation vor Ort. Was tut die Gemeinde um vor Ort steigende Mieten und Grundstückspreise zu verhindern?
Bürgermeister Wolf: Wir haben in den letzten Jahren durch Schaffung von neuem Bauland mit günstigeren Grundstückspreisen immer wieder den heimischen Bedarf weitgehend decken können. Wir bräuchten zwar noch viele neue Sozialwohnungen, haben dafür aber leider im Moment keine Grundstücke.
Dafür steigt die Zahl der Wohnungen durch starke Nachverdichtung. Doch ein größeres Wachstum bedeutet auch große Investition in die Infrastruktur, wie zum Beispiel neue Kindertagesstätten.

Herba Verlag: Wie gut ist Kissing Ihrer Meinung nach auf den Zuzug von Familien mit Kindern und den dadurch steigenden Bedarf an Schul- und Kindergartenplätzen vorbereitet?
Bürgermeister Wolf: Zuschüsse werden nur gewährt, wenn der Bedarf bereits da ist. Auf „Vorrat“ ist es nicht möglich zu bauen. Bisher hat es aber immer gut geklappt, dass wir rechtzeitig Plätze geschaffen haben. Wir hoffen, dass uns das weiterhin so gut gelingt.

Herba Verlag: Mit der geplanten, aber in Teilen der Bevölkerung umstrittenen Osttangente, sollen die Verkehrsprobleme in der Region gelöst werden. Welche Vorteile für Bevölkerung und Wirtschaft versprechen Sie sich von dem Bau der Osttangente?
Bürgermeister Wolf: Wir haben nicht nur direkt an der B2 eine zu hohe Verkehrsbelastung, im ganzen Ort wird sich der Verkehr verringern, denken Sie an die Ausweichverkehre z. B. über die Bachernstraße nach Friedberg. Die „alte B2“ kann danach attraktiv umgebaut werden und zu einem neuen Zentrum mit hoher Aufenthaltsqualität werden.

Herba Verlag: Im Gegensatz zu Kissing steht die Nachbargemeinde Mering der Osttangente eher kritisch gegenüber. Was für einen Standpunkt vertritt die Gemeinde zu der Meringer Forderung, nach der ein autobahnähnlicher Ausbau verhindert werden soll?
Bürgermeister Wolf: Wir haben nie die Osttangente gefordert. Wir brauchen auch keine Autobahn, aber eine Umfahrung von Kissing. Insofern ist das kein Gegensatz.

Herba Verlag: Ein weiteres umstrittenes Projekt ist der von der Stadt Augsburg kommende Vorschlag für einen Lechsteg zwischen Haunstetten und Kissing, den auch Sie unterstützen. Wie könnte ein möglicher Kompromiss zwischen Gegnern und Befürwortern des Stegs aussehen?
Bürgermeister Wolf: Ich fordere seit fast 30 Jahren einen Fuß- und Radfahrersteg zwischen Kissing und Haunstetten. In Freising und anderen sensiblen Bereichen hat es auch geklappt. Wenn durch den Bau ein ökoloscher Eingriff stattfindet, dann wird das an anderer Stelle ausgeglichen. Das müsste einfach mal diskutiert werden und möglich sein.
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