Mering ist für die Zukunft gut aufgestellt

Bürgermeister Hans-Dieter Kandler. (Foto: Albert Niedermeyer)
 
Auf dieser Wiese soll der Gewerbepark Mering West entstehen. Dazu muss das Gelände erst erschlossen werden. (Foto: Christine Wieser)

Für die Stadtteilgeschichten Mering-Kissing nahm Merings Gemeindeoberhaupt Hans-Dieter Kandler zu den aktuellen Themen Stellung und gab einen Ausblick auf geplante Projekte.



Als Bürgermeister führt der 1958 in Deggendorf geborene SPD-Politiker Hans-Dieter Kandler die Gemeinde seit 1996. Kandler ist damit der am längsten amtierende Bürgermeister in der Gemeindegeschichte und der perfekte Ansprechpartner, wenn es um Fragen rund um aktuelle politische und gesellschaftliche Themen geht.

Herba Verlag: Das Logistikunternehmen Honold sollte sich zusammen mit Kuka in Mering niederlassen, genauer gesagt im geplanten Gewerbepark Mering West am Bahnhaltepunkt Mering St. Afra. Vorgesehen waren drei große Hallen auf einer Fläche von neun Hektar. Arbeitsplätze sollten entstehen und Gewerbesteuer-Einnahmen fließen. Nach der Absage von Kuka: Kommt ein reiner Logistikbetrieb für Mering überhaupt noch in Frage?
Bürgermeister Hans-Dieter Kandler: Zunächst einmal: Das Projekt Fa. Honold war kein reiner Logistikbetrieb. Es sollte auch Produktion und eventuell Forschung stattfinden. Derzeit sind wir in der Aufarbeitung der eingegangenen Bewerbungen im Planungsausschuss.

Herba Verlag: Ursprünglich waren im Bebauungsplan für den Gewerbepark Mering West die Ansiedlung von kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie Start-Ups geplant. Wie geht es nun weiter?
Bürgermeister Kandler: Wir werden den Bebauungsplan „Gewerbepark Mering West“ dahingehend ändern, dass verschiedene Grundstücksgrößen von 3.000 m² bis hin zu 10.000 m² ausgewiesen werden. Dabei ist zu beachten, dass die Erschließung teurer wird, weil zusätzliche Straßen für die kleineren Grundstücke benötigt werden.

Herba Verlag: Für Unternehmen ist eine gut ausgebaute Infrastruktur notwendig. Dazu zählt auch das schnelle Internet. Wie ist Mering im Bereich der Digitalisierung aufgestellt und welche Investitionen sind für die Zukunft geplant?
Bürgermeister Kandler: Der Markt Mering hat bisher alle staatlichen Förderprogramme zum Breitbandausbau erfolgreich durchgeführt. Aktuell wird ein Masterplan ebenfalls mit Förderung erstellt. Welche Investitionen die Netzbetreiber in nächster Zeit vornehmen wollen, wird uns von diesen nicht mitgeteilt. Sobald es ein neues staatliches Förderprogramm gibt, wird sich der Markt Mering bewerben.

Herba Verlag: Zu den größten Verkehrsprojekten in der nahen Zukunft zählt der Bau der umstrittenen Osttangente. Im Januar 2017 begann das Planungsverfahren und bis Ende 2018 soll das Raumordnungsverfahren eingeleitet werden. Wie weit sind die Planungen und konnte ein autobahnähnlicher Ausbau, wie vom Meringer Gemeinderat gefordert, verhindert werden?
Bürgermeister Kandler: Diese Frage kann heute nicht beantwortet werden, da die Leistungsfähigkeit der B2 neu erst später, nach einem Raumordnungsverfahren, festgelegt wird.

Herba Verlag: Der Zuzug von immer mehr Pendlern aus Augsburg und München wirkt sich auf den Wohnungsmarkt aus. Wie steuert die Gemeinde steigenden Mieten und Grundstückspreisen entgegen?
Bürgermeister Kandler: Wie überall in Deutschland, Bayern und im Großraum München steigen die Mieten exorbitant, fast genauso wie die Grundstückspreise. Der Markt Mering hat in Zusammenarbeit mit der Kreiswohnbau GmbH für den Landkreis Aichach-Friedberg in zwei Objekten 22 neue Wohnungen mit kostengünstiger Miete realisiert. Gleichzeitig wurde Altbestand abgerissen und Neubauten in qualitativ und architektonisch ansprechender Weise errichtet. Das Ulrichswerk aus Augsburg baut gerade ca. 40 Wohnungen am Leonhardshof in dieser Preiskategorie. Mir ist bewusst, dass dies nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Deswegen bedauere ich es sehr und bin beschämt, dass sich im Marktgemeinderat keine Mehrheit für weitere Sozialwohnungen findet.

Herba Verlag: Unter den Zugezogenen sind auch Familien mit Kindern. Dadurch gibt es einen steigenden Bedarf an Schul- und Kindergartenplätzen. Ist die Gemeinde darauf vorbereitet?
Bürgermeister Kandler: Der Markt Mering hat sein Angebot an Kinderbetreuung kontinuierlich aufgestockt. Zurzeit läuft das europaweite Ausschreibungsverfahren für die Planungsleistungen zu zwei neuen Hortgebäuden, die die bisherigen Gebäude ersetzen. In einem Neubau wird eine zusätzliche Hortgruppe, also Platz für 25 Kinder, eingeplant.
Anschließend an die Hortneubauten ist im Finanzplan die Erweiterung der Grundschule II um ca. 800 m² vorgesehen. Ich finde, dass der Markt Mering hier gut aufgestellt ist.

Herba Verlag: Mering hat bisher gezeigt, dass Kultur der Gemeinde wichtig ist. Welche Veränderungen ergeben sich durch die Zuwanderung vieler Menschen aus Großstädten? Wird der geplante Bürgerentscheid über das Fortbestehen der Volksbühne Mering durch diesen Faktor beeinflusst?
Bürgermeister Kandler: Es wird nach dem städtebaulichen Realisierungswettbewerb einen Bürgerentscheid über die „Vision 2025“ geben. Der Marktgemeinderat muss noch Aussagen über die Finanzierung des Vorhabens treffen. Dann hat der Bürger das Wort, ob er das Großprojekt befürwortet. In den Planungen sind dann auch Aussagen zur Volksbühne enthalten.

Herba Verlag: Wie funktioniert die Integration der neuen Gemeindemitglieder? Gibt es Reibungspunkte im Zusammenleben?
Bürgermeister Kandler: Die Integration der neuen Gemeindemitglieder läuft hervorragend. Die Verwaltung bekommt immer wieder gute Noten was Freundlichkeit und Service anbetrifft.Da insbesondere Familien mit Kindern nach Mering ziehen, weil hier das Betreuungsangebot vorbildlich ist, läuft die Integration über Kindergärten und Krippen sehr gut. Darüber hinaus leisten unsere Vereine eine hervorragende Arbeit. Wir haben praktisch für alle sportlichen Interessen ein Angebot.
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