150 Jahre Tierschutzverein Augsburg und Umgebung

Heinz Paula (Vorsitzender Tierschutzverein Augsburg und Umgebung e.V.) und Professor Hubert Weiger pflanzten im Rahmen der 150 Jahr-Feierlichkeiten des Tierschutzvereins eine Linde. (Foto: Christine Wieser)
  Königsbrunn: Gut Morhard | Der Tierschutzverein feierte sein 150-jähriges Bestehen mit einer weiteren großartigen Veranstaltung. 

Professor Hubert Weiger steht für herausragendes politisches Engagement für Naturschutz, Erhalt der Artenvielfalt, nachhaltige Landschaftsplanung, ökologische Land- und Forstwirtschaft und vieles mehr. Anlässlich der Feierlichkeit hielt der Vorsitzende vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), nach der Rede von Heinz Paula (Vorsitzender Tierschutzverein Augsburg und Umgebung e.V.) einen eindringlichen Vortrag im Jugendhaus Matrix (Königsbrunn) zum Thema "Natur- und Tierschutz aus Verantwortung für die Schöpfung".

Auszug aus der Rede von Professor Hubert Weiger

„Tier- und Naturschutz haben in Deutschland, wie in Bayern, Verfassungsrang. Das ist ein wichtiger Fortschritt gegenüber früheren Zeiten. Aber diese Verfassungsziele werden nur mangelhaft trotz einzelner Fortschritte in den vergangenen Jahren um- und durchgesetzt. Vor allem die Agrarpolitik, welche auf Mängelproduktion und Weltmarkt setzt und welche zu billigen Erzeugerpreisen führt, bedeutet auch letztlich den Verlust der Vielfalt in der Landschaft und führt zu nicht artgerechter Tierhaltung. Es ist also die Agrarpolitik, welche zentral dafür verantwortlich ist, dass sowohl immer mehr Tier- und Pflanzenarten abnehmen, wie auch dafür, dass die industrielle Tierhaltung an Bedeutung gewinnt und immer weniger landwirtschaftliche Betriebe übrig bleiben, das heißt, es gibt damit nicht nur ein Artensterben sondern auch ein Bauernhofsterben, für welches diese Agrarpolitik verantwortlich ist. Deshalb muss dies vorrangig geändert werden, die Bauern müssen endlich für artgerechte Tierhaltung, für umweltverträglichen Pflanzenanbau und für die Erhaltung der Vielfalt honoriert werden. Tier- und Naturschutz sind aufgrund der gesamten weltweiten alarmierenden Situation notwendiger denn je. Hoffnung in dieser Situation gibt nicht zuletzt auch der Erfolg des bayerischen Volksbegehrens „Rettet die Bienen“, der eindrucksvoll dokumentiert, dass immer mehr Menschen die Bedeutung des Natur- und Artenschutzes erkennen. Es sind aber noch weitere Maßnahmen notwendig; dazu zählt vorrangig die Erhaltung der Böden als zentrale Lebensgrundlage und damit der Kampf gegen die Zersiedelung und Landüberbauung und der Einsatz für eine Revitalisierung der Vielfalt in unserem Land. Unverzichtbar ist dabei die Natur- und Tierschutzbildung und damit die emotionale Heranführung gerader junger Menschen an die Natur. Die Initiative des Tierschutzvereins Augsburg für das Gut Morhard ist deshalb vorbildlich und ein wichtiger Beitrag zur Stärkung des Tierschutzes genauso wie des Naturschutzes. Der Tierschutzverein Augsburg setzt sich damit konkret auch dafür ein, dass endlich Tiere als Mitgeschöpfe in Eigenwert betrachtet werden und dass die Umweltenzyklika „Laudato Si“ vom Papst Franziskus zur gelebten Wirklichkeit wird.“

Tierisch, diese musikalische Untermalung

Mit viel Applaus belohnten die Gäste die musikalischen Untermalungen der charmanten und stimmgewaltigen Mezzosopranistin Marlene Gaßner, der Tochter von Sabina Gaßner (Geschäftsführerin Tierschutzverein Augsburg und Umgebung e.V.)  und Maxime Perrin am Piano, beide von der Staatsoper Hannover. "La Paon" (Der Pfau), "Le Dromadaire" (Das Dromedar), "La Chévre du Thibet" (Die tibetanische Ziege) waren nur einige Titel aus vielen weiteren tierischen Liedern von Maurice Ravel, Francis Poulenc, Paul Dessau und Aaron Copland, mit welchen Marlene Gaßner und Maxime Perrin die Tierfreunde begeisterten.

Anschließend ging es für die Festgäste ins Tierparadies Gut Morhard (Königsbrunn), wo Heinz Paula und Professor Hubert Weiger eine Linde pflanzten. Beim folgenden Rundgang durch das gepflegte Areal des Tierparadieses Gut Morhard, dem Paradies für Tiere und Menschen, gab es für die Ziegen, Pferde, das Federvieh sowie die anderen Tiere so manche Streicheleinheit. Zudem besichtigten die Gäste die zukünftigen, in einigen Wochen komplett fertiggestellten, Tauben- und Fledermausdomizile und staunten über den herrlich angelegten Weiher.

Bei Kaffee und Kuchen ließ man sich abschließend gemütlich nieder und fand die interessante Veranstaltung ihren geselligen Ausklang.    
            
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