Die Bepo in Königsbrunn wird ausgebaut - Gesamtinvestitionen in Höhe von 32 Millionen Euro

Innenminister Joachim Herrmann beim Spatenstich in Königsbrunn. (Foto: Peter Stöbich)


Die Vierbettzimmer und Etagenduschen für junge Polizisten in Königsbrunn sollen bald der Vergangenheit angehören. Denn für 20,3 Millionen Euro werden auf dem Gelände der Bereitschaftspolizei (Bepo) unter anderem 80 moderne Doppelzimmer mit Nasszelle und zusätzliche Lehrsäle errichtet. Innenminister Joachim Herrmann kündigte beim Spatenstich an: "Nach der Fertigstellung können wir in Königsbrunn ein zusätzliches Ausbildungsseminar mit rund 150 Polizeischülern und 25 Lehrkräften unterbringen." Ab September 2019 soll der Lehrbetrieb aufgenommen werden.

Eine neue Schießanlage wird gebaut

Daneben wird auf dem Gelände parallel auch eine neue hochmoderne Schießanlage für das Einsatztraining gebaut, die ebenfalls im Herbst 2019 fertiggestellt sein soll. Die rund zwölf Millionen Euro teure Anlage wird dann gemeinsam von der Bereitschaftspolizei und dem Polizeipräsidium Schwaben-Nord betrieben. Man wolle insgesamt weniger Schießbahnen haben, aber dafür modernere. Die Auszubildenden sollen unter Stress bestimmte Situationen durchüben, die per Film vorgeführt werden. Sie sollen lernen, wie man die Lage entschärft, aber auch, wie man im Ernstfall schießt und Hindernisse als Deckung nutzt.

"Insgesamt stärken wir den Standort Königsbrunn mit rund 32 Millionen Euro", so der Minister; das sei auch eine wichtige Stärkung der Region. Wie er weiter erklärte, ist der schnelle Ausbau der Ausbildungskapazitäten bei der Bereitschaftspolizei nicht nur in Königsbrunn dringend notwendig. "Die Staatsregierung baut wie kein anderes Bundesland ihr Polizeipersonal kräftig auf." Denn kein noch so guter Lebensstandard könne genossen werden, wenn die Bürger sich nicht sicher fühlen. "Neue Gesetze alleine schaffen keine Sicherheit, man braucht Menschen, die sie durchsetzen."


Ein neues Lehrsaalgebäude und ein Wohngebäude

Bereits in diesem Jahr gebe es insgesamt rund 1800 Neueinstellungen, so viel wie nie zuvor bei der bayerischen Polizei. "Dank der 3500 geplanten zusätzlichen Polizeistellen von 2017 bis 2023 werden auch in den kommenden Jahren die Einstellungszahlen sehr hoch sein", kündigte Herrmann an. Dazu kommen vermehrte Ruhestandsabgänge, die eins zu eins durch Neueinstellungen ersetzt werden sollen. Entsprechend ausgelastet seien die Ausbildungskapazitäten bei der Bepo. "Damit wir auch 2019 alle neu eingestellten Polizeischüler unterbringen können, haben wir im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen in Königsbrunn den Bau eines Unterkunfts- und eines Lehrgebäudes vorgezogen", so der Minister.

Im neuen Lehrsaalgebäude werden im Erdgeschoss verschiedene Trainingsräume sowie zum polizeilichen Einsatztraining unter anderem eine Polizeiinspektion und eine Wohnung entstehen. In den beiden Obergeschossen sind Übungs- und Lehrsäle vorgesehen. Im Wohngebäude wird es im Erdgeschoss Räume der Klassenleiter, Büros und Technikräume geben. In den Obergeschossen werden die Unterkunftszimmer und die Sozialräume sein. Aufgrund des engen Zeitplans werden bei beiden neuen Gebäuden viele Bausteine in Fertigteilbauweise ausgeführt.

Ab 2019 arbeiten 1100 Menschen am Standort Königsbrunn

Ab 2019 werden 1100 Menschen am Standort Königsbrunn arbeiten, darunter 662 Polizeischüler und 85 Beamte bei der Einsatzhundertschaft, die zum Beispiel bei Fußballspielen oder Demonstrationen zum Einsatz kommt. In Königsbrunn wie auch in den drei anderen Ausbildungsabteilungen in Bayern (Eichstätt, Würzburg, Sulzbach-Rosenberg) wird nach einem an vier Leitthemen orientierten Ausbildungsplan ausgebildet. Die Bereiche Dienstbetrieb, Verkehr, Streife und Kriminalitätsbekämpfung sind in mehrere Module gegliedert, anhand derer die wesentlichen Tätigkeiten eines Inspektionsbeamten vermittelt werden. Neben der fachlichen Kompetenz wird in der Ausbildung auch großer Wert auf den Bereich der Persönlichkeitsbildung gelegt. (Peter Stöbich )
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