Django schießt scharf

Django Asül begeisterte das Publikum in Königsbrunn. Foto: Stöbich
Königsbrunn : Königsbrunn | Kurzweiliges Kabarett in Königsbrunn

Peter Stöbich
Königsbrunn. Mit detaillierten Orts- und Geschichtskenntnissen überraschte Django Asül das Publikum bei seinem zweistündigen Auftritt, zu dem ihn der Verein "Kultur lebt in Königsbrunn" eingeladen hatte. Und so hatte er bei seiner Schilderung der recht kurzen Altstadt-Führung die Lacher gleich auf seiner Seite, dabei die rechte Hand lässig in die Jeanstasche eingehakt und das Weißbierglas parat auf dem Stehtisch.
Eine Zeitungsmeldung gab den Ausschlag für sein Programm "Letzte Patrone": Das deutsche Volk wird jedes Jahr im Schnitt ein paar Tage älter. Als Django jedoch feststellt, er altert in dieser Zeit tatsächlich ein ganzes Jahr, heißt seine erschreckende Schlussfolgerung: Mir läuft die Zeit davon, es ist angebracht, sich schon mal mit dem Ruhestand auseinander zu setzen. Dann will er mehr für die Gemeinschaft tun, richtig was mit Mehrwert.
Der Kindheitstraum Feuerwehr scheidet wegen der zeitlichen Unberechenbarkeit aus. In die engere Wahl kamen die Gründung einer mit einer Pfeffermühle ausgerüsteten Bürgerwehr sowie der Beitritt zum Krieger- und Veteranenverein daheim im niederbayerischen Hengersberg, in dem „selbst die Peripherie zentral ist“.
Django Asül ist türkischer Abstammung und mit ganzem Herzen Niederbayer. Geboren in Deggendorf und aufgewachsen in Hengersberg, absolvierte er nach dem Abitur eine Ausbildung zum Bankkaufmann und packte als Autodidakt den Tennislehrer noch obendrauf. Mitte der 90er Jahre unternahm er erste Schritte in Richtung Kabarett und startete 1997 sein erstes Bühnenprogramm "Hämokratie". Legendär ist seine Fastenrede auf dem Münchner Nockherberg 2007, seit 2008 tritt er im Staatlichen Hofbräuhaus beim traditionellen Maibockanstich als Festredner auf.
In Königsbrunn streifte der Kabarettist so ziemlich alles, was derzeit die Menschen bewegt: Da philosophierten Stammtisch-Brüder über das Thema Flüchtlinge „Ich hab’ nix gegen sie, aber nur wenn ich gegen was nix hab’, muss das noch lange nicht da sein.“ Weißwürste für Muslime? Kein Problem, man kann ja den Senf weglassen! Oder er ergündete den Mythos Europa über die griechische Mythologie. Und das hochaktuelle Thema Elektromobilität fehlte natürlich auch nicht. Angewandte Physik ist bei ihm nicht das, was man in der Schule lernt, sondern das, was man braucht, um einen schnellen Flitzer auf der Straße zu halten.
Langweilig wurde das zweistündige Programm deshalb nicht, weil Django Asül immer wieder in die Rolle anderer Personen schlüpfte, Erlauschtes und Erfundenes zu einem unterhaltsamen Programm mischte. Zum Schluß durften die Zuhörer Selfies mit dem Kabarett-Star machen, der sein Geschäft bald übergeben will, denn im digitalen Zeitalter sind Autogrammkarten nicht mehr gefragt.
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