Entwurf für erstes Gebäude der „Neuen Mitte“ in Königsbrunn vorgestellt

Planer und Bauherren mit einer Computerskizze des geplanten Gebäudes: Architekt Werner Eberle, von der GWG Geschäftsführer Wolfgang Niederzoll, Bautechnikerin Sibylle Leimer und Geschäftsführer Günther Riebel sowie Bürgermeister Franz Feigl (v.l.n.r.)

An der Marktstraße wird ein außergewöhnliches Wohn- und Geschäftshaus mit heller Klinkerfassade entstehen

Auf dem Grundstück Marktstraße 3, hinter dem Kreissparkassen-Gebäude an der Bürgermeister-Wohlfarth-Straße, türmen sich augenblicklich Erdhügel auf. Sie sind nicht Zeichen für Bauarbeiten, sondern für archäologische Untersuchungen. Bauarbeiten sollen im Jahr 2020 beginnen. Auf dem 2326 Quadratmeter großen Grundstück wird ein markantes Gebäude mit Wohnungen und Räumen für Stadtverwaltung und Volkshochschule entstehen.

In einer Bürgerbefragung hatten sich viele Königsbrunner gewünscht, dass an dieser Stelle nicht ein weiterer weißer Würfel gebaut wird von der Art, wie sie gegenwärtig allerorten aus dem Boden wachsen. Der Wunsch wird in Erfüllung gehen: Königsbrunn darf sich auf ein Gebäude freuen, das keinerlei Ähnlichkeit mit einem weißen Würfel aufweist. Der Entwurf wurde am Dienstag der Presse vorgestellt.
Architekt Werner Eberle präsentierte das Modell eines Gebäudes fast ohne rechtwinklige Außenecken. Der Grundriss des 940 Quadratmeter großen Erdgeschosses orientiert sich am Verlauf der umgebenden Markt-, Schul- und Kolpingstraße, die nicht rechtwinklig aufeinander treffen. Im Foyer des Erdgeschosses ist ein Servicepoint der Stadtverwaltung geplant, wo kurze Besorgungen wie das Abholen eines neuen Ausweises erledigt werden können. Am Abend bietet das Foyer Platz für Veranstaltungen. Die weiteren Räume im Erdgeschoss sind als Büros der Stadtverwaltung und Seminarräume der Volkshochschule vorgesehen.
Über dem Erdgeschoss ragen drei unterschiedliche Baukörper mit fünf- und sechseckigen Grundflächen vier Stockwerke hoch auf. Hier werden 26 bis 28 Wohnungen entstehen, die meisten mit zwei oder drei Zimmern, alle mit Loggia - ideal für Singles und Paare, die sich das Wohnen im Zentrum leisten können. Das Dach des Erdgeschosses wird als Terrasse und Garten genutzt werden. Die Fassade wird mit Klinkern verkleidet, voraussichtlich in einer hellen Sandfarbe. Die robusten Klinkersteine werden auch eine Kollision mit Fahrrädern oder Skateboards, die eventuell auf dem Weg zu den umliegenden Schulen unterwegs sein werden, unbeschadet überstehen, erläuterte Sibylle Leimer. Leimer ist Leiterin der Bautechnik der GWG, der Gesellschaft für Wohnungsbau und Gewerbeansiedlung der Stadt Königsbrunn mbH.

Stadtverwaltung benötigt dringend mehr Platz

Die GWG erhielt das Grundstück im März 2018 auf Beschluss des Stadtrates mit dem Auftrag zur Bebauung. Der Stadtrat hatte lange überlegt, wofür die stadteigene und seit Jahren brach liegende Fläche verwendet werden soll, berichtete Bürgermeister Franz Feigl. Am Ende schienen Lage und Größe des Grundstücks am besten geeignet für die schließlich beschlossene dreifache Nutzung. Die Stadtverwaltung benötigt dringend mehr Platz, denn vor dem Passamt steht die Warteschlange zur Ferienzeit oft bis auf die Straße hinaus. Die Volkshochschule unterrichtet abends in den Schulen der Stadt, doch für Tageskurse fehlen Räume. Und Wohnungen sind für die Belebung des Stadtzentrums wichtig.
Aufgrund der Höhe der zu erwartenden Baukosten, die sich um die 15 Millionen Euro bewegen werden, musste die Ausschreibung der Architekturleistungen europaweit erfolgen, erläuterte der Geschäftsführer der GWG Günther Riebel. Der Auswahlprozess wurde von einer Rechtsanwaltskanzlei begleitet, um zu verhindern, dass ein Verfahrensfehler einem nicht zum Zuge gekommenen Planungsbüro die Möglichkeit einer Klage eröffnet. Gewonnen hat ein Büro aus der Nähe: Eberle Architekten aus Augsburg erhielten Anfang Oktober den Zuschlag.
Für den Eberle-Entwurf sprach unter anderem, dass das Gebäude von allen Seiten her einen erfreulichen Anblick bietet. Keinem Nachbarn wird zugemutet, eine fensterlose Brandwand anzusehen. Und in keine Richtung wird ein allzu massiver Schatten geworfen, da die oberen Stockwerke unterteilt sind. Das Gebäude wird, so die einhellige Meinung der Verantwortlichen, ein vielversprechender Auftakt sein für die bauliche Umsetzung der „Neuen Mitte“, wie die Neugestaltung des Königsbrunner Zentrums genannt wird. Die Fertigstellung ist für 2022 geplant.
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