Königstherme: Nach Abschluss des Dach-Abrisses geht der Innen-Rückbau weiter

Hier wurde einmal fröhlich geplanscht. Foto: Ute Blauert


Der Abriss der Königstherme sollte ursprünglich bis Ende Oktober beendet sein, doch noch steht ein großer Teil der Schwimmhalle. Die Verzögerungen gehen zurück auf die besondere Sorgfalt, die beim Abbau der großen Glaskuppel aufgewendet werden muss, erklärte die Pressesprecherin der Stadt Königsbrunn Anke Maresch auf Nachfrage. Die Verglasung ist 300 Quadratmeter groß und ruht auf einer 22 Meter hohen Mittelstütze. Was man vom Boden aus kaum vermutet: Die Holzträger zwischen den Glassegmenten sind bis zu 30 Meter lang und 2,50 hoch. Solange diese extrem schweren Teile in großer Höhe abgebaut werden, müssen die Arbeiten am Boden ruhen.

Hinzu kommt, dass ein Teil des Gebäudekomplexes unversehrt stehen bleiben soll. Das bedeutet, dass deren Fundamente und das Flachdach nicht gefährdet werden dürfen. Die Eishalle, der Verwaltungstrakt und der alte Teil des Saunabereichs bleiben vorläufig stehen. Nachdem die Leichtbauwände in der Sauna entfernt waren, zeigte sich eine 6500 Quadratmeter große Halle, deren Decke von Säulen getragen wird. Für eine solche Halle sind viele Nutzungen denkbar.

Warum wird das Spaßbad abgerissen?

In den 1980er und 1990er Jahren planschten jährlich Hunderttausende in der Königstherme. Doch nach und nach wurden Probleme sichtbar, die auch schon bei anderen Hallenbädern aufgetreten waren: Chlorwasser und Chlordämpfe verkürzten die Lebenszeit von Metall, Beton und Holz stärker als erwartet, Wärme und Feuchtigkeit boten Schimmelpilzen gute Lebensbedingungen. Der Traum vom Tropenurlaub im heimischen Schwimmbad zerbröselte allmählich, die Besucherzahlen gingen zurück auf zuletzt 160 000 pro Jahr.

Der Betreiber der Therme Uwe Deyle meldete 2015 Insolvenz an - zu spät, wie das Amtsgericht urteilte. Es verhängte eine Bewährungsstrafe von anderthalb Jahren. Die Therme wurde geschlossen und die Stadt kaufte den Bau. Einige Stadtratsmitglieder konnten sich eine Nutzung des Thermengebäudes für Veranstaltungen vorstellen. Doch ein Gutachten ergab, dass ein Abriss wirtschaftlicher sei als eine Sanierung. So wurde der Abriss des Thermentraktes beschlossen, dessen Kosten mit 1,8 Millionen Euro beziffert wurden.

Wie soll die wertvolle Fläche in Zukunft genutzt werden? 

Mitte November traf sich der Königsbrunner Stadtrat zu einem großen Workshop, um Ideen für die "Vision Zentrum 2030" zu sammeln. Am Donnerstag, 13. Dezember, findet um 18 Uhr eine Bürger-Werkstatt im Matrix statt.

Bis Anfang 2019 sollen die Ideen so weit ausgearbeitet sein, dass ein städtebaulicher Wettbewerb durchgeführt werden kann für den Teil des Zentrums, der als "Forum" bezeichnet wird. Dazu gehören das ehemalige Thermengelände, die noch bestehenden Gebäudeteile der Therme, der angrenzende Parkplatz, die Eishalle sowie die Museen 955 und Mercateum. (Ute Blauert)
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