Lange Museumsnacht in Königsbrunn: Ein Abend voller Geschichte und Musik

Gut gelaunt unterwegs auf der Langen Museumsnacht: Bürgermeister Franz Feigl, 2. Bürgermeisterin Barbara Jaser, Leiterin des Kulturbüros Ursula Off-Melcher und Johanna Metzner, Witwe des früheren Bürgermeisters Adam Metzner (v.l.n.r.).

Viele Besucher bei der „Langen Museumsnacht“ in Königsbrunn

„Was für ein schöner Abend!“ bemerkte eine Besucherin der Langen Museumsnacht, während sie auf einer Bank vor dem Mercateum saß. Die Museen waren bei freiem Eintritt geöffnet, Führungen durch die Ausstellungen wurden angeboten, vor den Museen standen Tische und Bänke, ehrenamtliche Helfer boten kleine Leckerbissen an. Und das Königsbrunner Kammerorchester unter der Leitung von Christoph Teichner bezauberte mit seiner Musik. Zur Eröffnung vor dem Rathaus spielte es die Ouvertüre zu „Orpheus in der Unterwelt“ von Jacques Offenbach mit der berühmten „Can Can“– Melodie. Mit ihren Instrumenten zogen die Musiker anschließend von einem Museum zum anderen und spielten dort jeweils auf dem Vorplatz. Vor dem Rathaus sorgte den ganzen Abend hindurch der temperamentvolle Königsbrunner Allround-Musiker Giampiero Lucchini für Unterhaltung. Das Wetter war dazu geeignet, zu Fuß zu den Museen zu spazieren. Wer sich lieber fahren lassen wollte, konnte zwischen zweispänniger Kutsche, Rikscha und Auto wählen. Das Team des Kulturbüros hatte für alles gesorgt.
Auch Bürgermeister Franz Feigl und die stellvertretende Bürgermeisterin Barbara Jaser genossen den Abend. Jaser bekannte, sie fühle sich besonders zum Lechfeldmuseum hingezogen, weil sie dort so vieles an die Wohnung ihrer Großeltern erinnere. Im Naturmuseum sei sie vor allem von den Ideen begeistert, mit denen die Natur um uns herum Kindern nahegebracht wird, etwa wenn man einen Vogel betrachtet und auf Knopfdruck dessen Stimme hören kann. Feigl zeigte sich besonders fasziniert von den Museen, die zeigen, wie lange die Königsbrunner Gemarkung bereits besiedelt ist. „Wir sind einerseits die viertjüngste Kommune in Bayern, andererseits können wir auf eine 6000-jährige Geschichte zurückblicken“, sagte er und fuhr fort: „Auf unserer Flur gab es immer wieder große Siedlungen, in der Steinzeit, in der Zeit der Kelten und der Römer. Nur aus den 1000 Jahren vor 1833 gibt es keine Spuren. Vermutlich hatte der Lech seinen Verlauf so geändert, dass dieses Land unbewohnbar wurde.“ Im Mercateum entpuppte sich Feigl als Hobby-Historiker, als er den Besuchern eine römische Militärkarte kenntnisreich erläuterte. Die Landkarte stammt aus dem Jahr 12 n.Chr. und wurde 350 n.Chr. ergänzt. Sie ist mehrere Meter breit und bildet die damals bekannte Welt ab von Portugal im Westen bis China im Osten. „Und darauf ist Königsbrunn vermerkt!“ sagte Feigl begeistert.
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