Orte der Bildung und Begegnung

Die Königsbrunner Museen stellt das Kulturbüro in einer Info-Broschüre vor. Foto: Stöbich
Königsbrunn : Königsbrunn | Broschüre stellt Königsbrunner Museen vor

Peter Stöbich
Königsbrunn. Die Stadt Königsbrunn will ihre Museen stärker ins öffentliche Blickfeld rücken und mehr Besucher anlocken. Deshalb hat das Kulturbüro eine farbig bebilderte Broschüre mit einem Vorwort von Bürgermeister Franz Feigl veröffentlicht. Er bezeichnet die Museen als Orte der Bildung und Begegnung und stellt fest: "Sie stellen nicht nur eine Brücke zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft her, sondern ebenso zwischen verschiedenen Regionen, Kulturen und Generationen. Über die Erinnerung an das Vergangene erhalten wir wichtige Impulse für die Gestaltung der Zukunft."
Im Rathaus am Marktplatz gibt es ein archäologisches Museum; zu den herausragenden Exponaten gehört eine original erhaltemne Bestattung aus der sogenannten Glockenbecherkultur. Die Objekte des Lechfeldmuseums an der Schwabenstraße haben hohen Erinnerungswert im Hinblick auf die lokale Siedlungsgeschichte. Ein Besuch ist wie eine spannende Zeitreise in die Vergangenheit, denn viele tausend Ausstellungsstücke machen anschaulich, dass das Leben ohne die Errungenschaften der modernene Technik früher sehr anstrengend war.
Wie im Zeitraffer kann man in den Museumsräumen Heimatkunde erleben und unter anderem Kücheneinrichtungen, bäuerliche Arbeitsgeräte und Handwerkskunst oder Trachten bestaunen.
Die riesige Sammlung im Lechfeldmuseum besteht hauptsächlich aus Objekten,die den bäuerlichen Alltag der Gründungssiedler, die Wohnverhältnisse und die Kleidung der früheren Bewohner des Lechfeldes anschaulich machen. Besonders attraktiv für Kinder ist das alte Spielzeug, darunter eine der ersten Käthe-Kruse-Puppen sowie komplett eingerichtete Puppenstuben.
Interessant ist auch das Königsbrunner Naturmuseum an der Bürgermeister Wohlfarth-Straße mit der Sammlung von Dr. Heinz Fischer. Dort kann man zahlreiche Insekten bewundern und ein "Fühlkasten" lädt Kinder ein, verschiedene Naturprodukte zu erkunden. Der Infopavillon am alten Postweg präsentiert in drei großen Dioramen tausende von Zinnfiguren mit Szenen der Lechfeldschlacht. Besonders eindrucksvoll ist gleich daneben der zehn Meter hohe Kugelbau, der in einem Wasserbecken auf einer Plattform steht: Das Mercateum gilt als offizielles Denkmal für die Handelsbeziehungen zwischen Schwaben und Franken auf der einen und Indien auf der anderen Seite. Die Besucher erfuhren, dass der Name zum einen für das Thema Handel steht (lateinisch Mercator = Händler, Kaufmann), zum anderen für den bedeutenden Kartographen Gerhard Mercator.
Der riesige Globus trägt eine Weltkarte, die der spanische Kosmograph Diego Ribero 1529 vollendet hat. Sie war die erste komplette Welthandelskarte und enthält „alles, was von der Welt entdeckt worden ist bis heute“. Die sensationelle Genauigkeit dieser Karte verblüfft: Die Abstände zwischen Äquator, den Wendekreisen und den Polkreisen entsprechen der modernen Kartografie, ebenso sind neben den Breitengrad-Einteilungen schon die Längengrad-Punkte am Äquator markiert. Im Globus werden auf fünf versetzten Ebenen Beginn und der Blütezeit des 2000jährigen Indienhandels dokumentiert. Schrift- und Bilddokumente erzählen vom Einstieg der schwäbischen Kaufleute im frühen 16. Jahrhundert in den Indienhandel und davon, wie der Handel global wurde und wie Zeugnisse der Kaufleute das Image der neu entdeckten Teile der Erde durch Briefe und Bilder mitgeprägt haben.
Die Broschüre informiert außerdem über das Mithraeum und das Römerbad im städtischen Friedhof an der Wertachstraße sowie die Gregor Kruk-Ausstelung im Rathaus. An seinen Skulpturen kommt kein Besucher einer Stadtrats- oder Ausschuss-Sitzung vorbei. Die ausdrucksstarken Figuren des ukrainischen Bildhauers sind an prominenter Stelle im Foyer präsent und Zeichen einer freundschaftlichen Verbundenheit zwischen dem Künstler und Friedrich Wohlfarth, dem ehemaligen Bürgermeister von Königsbrunn.
1986 hatte Kruk zwei Jahre vor seinem Tod der Stadt insgesamt 73 Skulpturen und neun Zeichnungen vermacht. Seine Werke setzen markante Akzente an öffentlichen Plätzen Königsbrunns: Der "Jüngling mit der Taube" auf dem städtischen Friedhof, der "Speerwerfer" am Osteingang des Hans Wenninger-Stadions und die "Anna Jaroslawna" vor dem Rathaus, von Einheimischen gern als Brunnenkönigin bezeichnet.
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