Raritäten sind heiß begehrt

Seltene Platten gibt es bei der Königsbrunner Tauschbörse. Foto: Stöbich
  Königsbrunn : Königsbrunn | Tauschbörse für alle Musikfans und Plattensammler

Peter Stöbich
Königsbrunn. Dieser Termin läßt die Herzen aller Musikfans und -sammler höher schlagen: Eine grosse CD- und Vinyl-Plattenbörse wird es am Sonntag, 7. Oktober, ab 10 Uhr im Königsbrunner Event-Center in der Germanenstrasse 13 geben. Eine gute Gelegenheit zum Fachsimpeln und um entweder seine eigene Sammlung zu ergänzen oder Bares für Rares zu bekommen.
Denn original Singles und Langspielplatten in gutem Zustand, zum Beispiel von den Beatles oder Elvis Presley, sind heute ein Vielfaches ihres ursprünglichen Kaufpreises wert. Obwohl junge Leute im Jahr 2018 ihre Musik herunterladen und gar keine Tonträger mehr brauchen, sind LPs wieder gefragt und in vielen Elektro- oder Drogeriemärkten zu haben.
Die Langspielplatte mit 33 ½ Umdrehungen pro Minute wurde von Peter Carl Goldmark erfunden und 1948 zum Patent angemeldet. In Deutschland kam die erste Schallplatte vier Jahre später auf den Markt – bespielt mit einem Violinkonzert von Mendelssohn Bartholdy. "Mit einer Spielzeit von 23 Minuten pro Seite übertraf die LP deutlich ihren Vorgänger, die Schellackplatte", erklärt Wilhelm Waldherr.
"Wenn ich Musik höre, möchte ich etwas Physisches in der Hand halten", sagt der Musikfan, der nicht nur eine ansehnliche Sammlung zuhause stehen hat, sondern auch eine hochwertige Anlage mit riesigen Lautsprecherboxen. Das Herz des 69-jährigen hängt an alten Jazz-Platten von Louis Armstrong über Duke Ellington bis zu Glenn Miller. Viele Jahre lang hat er mit Freunden Sammlerbörsen wie in Königsbrunn besucht: "Da konnte man mit Gleichgesinnten fachsimpeln und mit etwas Glück manche Schätze ergattern."
Den Grund für die Rückkehr der Vinyl-Scheiben sieht er auch darin, daß immer mehr Menschen Musikhören ganz bewußt genießen möchten, statt sich allerorten nur berieseln zu lassen. "Das ist ein ähnlicher Unterschied wie zwischen einer schnellen Zigarette und dem Genuß einer edlen Zigarre", meint er. "Wenn ich alte LPs hören will, setze ich mich in meinen bequemen Sessel und mache daneben nichts anderes."
Es ist ein sinnliches Erlebnis, das glänzende Vinyl aus einer grafisch anspruchsvoll gestalteten Plattenhülle zu ziehen (Andy Warhol etwa entwarf für Velvet Underground das berühmte Bananen-Cover), auf der Rückseite oder einem Beiblatt Informationen über die Künstler zu lesen und zu sehen, wie der Tonarm des Plattenspielers langsam nach innen kreist. Schon am Fachjargon lassen sich die eingefleischten Fans von jenen Neulingen unterscheiden, die schier erschlagen sind von der Fülle an Singles, Langspielplatten und CDs, die fein säuberlich aufgereiht nach Interpreten und Musikstilen geordnet sind.
Die Feinheiten gar, über die sich Sammler die Köpfe heißreden können, sind für einen Laien nur schwer verständlich: Da muß ein bestimmter Titel auf einer bestimmten Marke veröffentlicht sein, möglichst aus einem speziellen Land und mit einer ganz besonderen Plattenhülle - die Möglichkeiten bei diesem Hobby sind schier unerschöpflich. Bilig ist das Ganze nicht: Wer eine Originalplatte von Elvis Presley aus den 1950er Jahren in gutem Zustand haben will, muß dafür mehrere hundert Euro hinblättern.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.