Verkehrsfragen bewegen die Königsbrunner Bürger

Bürgermeister Franz Feigl steht Rede und Antwort auf der Bürgerversammlung.

Bei der Bürgerversammlung beantwortete Bürgermeister Franz Feigl Fragen der Bürger und kündigte Besuche des Stadtrats in den Stadtteilen an.

Die Grundschule Süd wird augenblicklich generalsaniert und soll in den großen Ferien 2021 bezogen werden. Bis dahin sind die Grundschüler in der Mittelschule Süd an der Römerallee untergebracht. Der Schulweg zur Römerallee sei für die Kinder recht gefährlich, merkte ein Bürger an. Er wohne an der Blumenallee und beobachte jeden Morgen einen langen Zug von Kindern, wie sie an der Tempo-50-Straße entlang gehen, und plädierte für Tempo 30 an dieser Stelle, zumindest bis die Grundschule Süd bezugsfertig sei. Dem stehe leider die Straßenverkehrsordnung entgegen, erläuterte Josef Marko von der städtischen Straßenverkehrsbehörde. Die Blumenallee sei als „Haupt- und Sammelstraße“ klassifiziert und als solche grundsätzlich mit Tempo 50 auszuweisen, außer direkt vor Kindergärten. Die Zeit bis zum Umzug der Grundschüler zurück in die Grundschule sei zu lang, um eine vorübergehende Temporeduzierung verfügen zu können.
Anders liegen die Dinge in der Erlenstraße. Eine Anwohnerin bat um eine Temporeduzierung bis die Bauarbeiten in der Tannenstraße beendet sind. Dieser Wunsch kann erfüllt werden. Ein weiterer Bürgervorschlag betraf die Robert-Koch- und die Röntgenstraße. Diese seien so dicht befahren, dass eine Umwandlung in zwei gegenläufige Einbahnstraßen sinnvoll sei. Die Möglichkeit hierfür werde er prüfen, so Marko.

Eine weitere Frage lautete, wo die zukünftigen Bewohner und Besucher der „Neuen Mitte“ denn parken sollen. Das sei noch nicht geklärt, das Konzept müsse noch ausgearbeitet werden, antwortete Feigl. Augenblicklich sei an die Errichtung mehrerer Parkhäuser gedacht. Tiefgaragen seien verworfen worden, da wegen der Höhe des Grundwasserspiegels nur ein Stockwerk in die Tiefe gebaut werden könne. Und ein einziges großes Parkhaus sei für das Ortsbild abträglich.

Verbesserungen beim öffentlichen Nahverkehr

Zum Fortschritt beim Straßenbahnanschluss berichtete Feigl: „Die Pläne für die Trassenverlängerung der Tram 3 von Haunstetten nach Königsbrunn liegen bis zum 10. April zum zweiten Mal öffentlich aus, so lange können noch Einwendungen eingereicht werden. Während der ersten Auslegung hatte die Stadt selbst eingewandt, dass dort, wo die Trasse durch Wohngebiete führt, eine Schallschutzwand notwendig sei. Diese ist nun eingeplant.“ Ein Bürger beschwerte sich darüber, dass die Tram auf Höhe des Brunnenzentrums mit 50 Stundenkilometern fahren dürfe. Dadurch werde sie nicht nur Lärm, sondern auch Bodenerschütterungen verursachen. Er sei dort Anlieger und fordere eine Begrenzung auf Tempo 30. Der Bürgermeister konnte berichten, dass er darüber mit dem Bauherren der Trasse, dem Vorstand der Stadtwerke Augsburg, gesprochen habe. Leider beharren die Verantwortlichen auf ihrem vertraglich verbrieften Recht, 50 zu fahren, wo immer dies technisch möglich ist und keine Sicherheitsbedenken entgegen stehen, auch wenn die Fahrzeitersparnis, wie in diesem Fall, nur 21 Sekunden beträgt. Für die Prüfung von Sicherheitsbedenken ist die Regierung von Schwaben zuständig, mit der sich Feigl in Verbindung setzen will. Er sehe gewisse Chancen, da der Kindergarten St. Michael unweit des Tempo-50-Abschnitts liege. Mit dem Planfeststellungsbeschluss der Regierung von Schwaben ist Ende 2019 zu rechnen.

Einen Erfolg beim Thema öffentlicher Nahverkehr konnte Feigl bei den Busverbindungen melden. Die Linie 100 wird in Zukunft fast doppelt so oft zum Bahnhof Mering fahren wie bisher. Die Linie 782 wird umgewidmet zu einem Schnellbus, der stündlich vom Königsbrunner Zentrum nach Bobingen pendelt und dort Bahnhof, Rathaus und Wertachklinik anfährt, mit einer Fahrtdauer von nur 15 Minuten.

Am Ende kündigte Feigl noch eine Neuerung an: Der ganze Stadtrat wird in die Stadtteile kommen, um vor Ort mit den Bürgern zu sprechen und Anregungen und Wünsche entgegen zu nehmen, jeweils an einem Samstagvormittag. Die Wünsche werden schriftlich festgehalten und eine Rückmeldung ist versprochen. Das erste Gespräch dieser Art findet am 27. April um 10:00 Uhr im Brunnenzentrum an der Donauwörther Straße statt. Er sei schon sehr gespannt, wie das Angebot angenommen werde, sagte Feigl.
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