Wenn Justin Timberlake im Gottesdienst erklingt

Königsbrunn: Gemeindezentrum St. Johannes | Wenn Justin Timberlake im Gottesdienst erklingt
Jeder kennt den Ablauf eines normalen Gottesdienstes. Der Pfarrer predigt in seinem
Talar für die Gemeinde, es wird zusammen gebetet und gesungen werden bekannte
Lieder wie „Danke für diesen guten Morgen“. Vor ein paar Tagen wurde zwar auch
gebetet und gesungen, aber erklungen sind im Gemeindezentrum St. Johannes in
Königsbrunn Popsongs wie „Say Something“ von Justin Timberlake. Wie passen ein
Gottesdienst und bekannte Chartstürmer zusammen? Initiator Nico Karl erklärt,
dass man etwas Anderes ausprobieren wollte, um die Menschen weiterhin für den
Gottesdienst begeistern zu können: „Wir wollten einmal etwas mit Pep machen,
einfach etwas Neues.“ Musikalisch begleiteten durch den Gottesdienst „Rock My Life“ vier junge Musiker aus Augsburg, die in Form eines musikalischen Projekts schon öfter zusammen gespielt haben und das Publikum zum Mitsingen und vor allem auch zum Mittanzen bewegten. Von Justin Timberlake, über Robbie Williams, Queen und Joe Cocker, die Gottesdienst Besucher waren stets textsicher und ließen sich von der Besonderheit des Gottesdienstes hinreißen. Der Diakon der jungen Kirche Lindau, Tobias Bernhard, übernahm am Freitagabend die Predigt - in dunklem Pullover und Jeanshose. Er selbst hat schon Erfahrungen bei solch einem Gottesdienst. Er durfte nämlich schon den Eröffnungsgottesdienst beim Heavy-Metal-Festival Wacken Open Air halten. Er erzählte den Besuchern von Rockern in Metal-Kluft und Bandshirts, die in der kleinen Kirche in Wacken zu bekannten Liedern, wie „Laudato Si“, zusammen den Gottesdienst feierten. Für Tobias Bernhard und dem Organisatorenteam des „Rock My Life“-Gottesdienstes war es wichtig, die Botschaft zu übermitteln, dass Gott immer da ist, egal ob bei einem herkömmlichen Gottesdienst oder beim Wacken Open Air. Gott kann mit traditionellen Kirchenliedern gefeiert werden, aber auch mit rockigen Liedern, wie „We Will Rock You“, denn Lieder machen ein Gefühl aus. Tobias Bernhard zog den Vergleich zu Weihnachten: „Bei welchem Lied im Weihnachtsgottesdienst bekommt Ihr das Weihnachtsgefühl?“ Für alle Besucher war die Antwort klar: „Stille Nacht“. Der Diakon erklärte, dass wir Gefühle, ähnlich wie bei „Stille Nacht“, bei jedem Lied abrufen können, auch wenn das Lied von Robbie Williams oder Queen ist. Den Besuchern hat das Konzept des modernen Gottesdienstes eindeutig gefallen. Nico Karl berichtet ausschließlich von positivem Feedback und kann sich dank der positiven Kritik auch vorstellen, ein weiteres Mal solch einen Gottesdienst zu veranstalten.
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