Was ist ein stationäres Hospiz?

Liebe Leserin, lieber Leser
im Mai haben wir Ihnen den Fachausdruck Palliative Care näher gebracht. Daran anschließend möchten wir Ihnen erklären, was sich hinter dem Begriff stationäres Hospiz verbirgt.

Was ist ein stationäres Hospiz?
Ein stationäres Hospiz ist ein Ort, an dem sterbende Menschen gepflegt und versorgt werden. Ein stationäres Hospiz kann an ein Krankenhaus angegliedert sein oder völlig unabhängig existieren. Es besteht heutzutage meistens als kleine Einheit mit ca. 8 -17 Einzelzimmern. Ein Hospiz möchte das „letzte Zuhause“ sein. Dies drückt sich idealerweise bereits im Bau und der Einrichtung des Gebäudes aus. Die Umgebung soll einladen sich wohlzufühlen. In vielen Hospizen kann das Bett in den Garten geschoben werden. Die Sonne, den Wind genießen oder den Duft einer Rose riechen. Bäume anschauen und Vögel zwitschern hören. Das ist Lebensqualität! Es gibt gemeinschaftliche Aufenthaltsräume um soziale Kontakte zu pflegen und eine Gemeinschaftsküche. Gutes Essen ist wichtig. Es soll schließlich schmecken! Deswegen wird auch mal das Lieblingsgericht gekocht. Die Mitarbeiter eines Hospizes sind interdisziplinär aufgestellt. Der Mensch wird ganzheitlich betrachtet. Man will gut für seinen Körper sorgen. Die Symptome sollen erträglich sein. Und es werden soziale, psychische sowie seelische Bedürfnisse gesehen. Dem entsprechend arbeiten Ärzte, Pflegepersonal, Seelsorger und Sozialarbeiter im engen Austausch zusammen. Zusätzlich gibt es häufig ein Angebot von Musik- und Gestalttherapie. Die hauptamtlichen Mitarbeiter haben eine palliative Zusatzausbildung. Hier haben sie sich spezielles Wissen für die Behandlung, Pflege und den Umgang mit Sterbenden und ihren Angehörigen angeeignet. Der Sterbende wird als „Gast“ bezeichnet. Dies drückt die besonders fürsorgliche und zugewandte Haltung aus. Ein Gast ist jemand, für den man alles Mögliche tut, damit er sich wohlfühlt. In einem stationären Hospiz sind die Angehörigen zu jeder Tages- und Nachtzeit willkommen. Oft gibt es ein extra Besucherzimmer zum Übernachten. Auch eine Übernachtung im Sterbezimmer bei dem Liebsten ist möglich. In der Hospizbewegung hat man erkannt, dass auch Angehörige von Sterbenden in einer besonders belastenden Lebenssituation stecken. Die Mitbetreuung von Angehörigen und Nahestehenden ist in einem stationären Hospiz selbstverständlich. Auch Haustiere dürfen zu Besuch kommen und die Herzen erfreuen. Der Aufenthalt ist für die „Gäste“ kostenfrei. Ein stationäres Hospiz finanziert sich aus Zuschüssen der Krankenkasse, der Pflegekasse und von Spenden. Trotz eines besseren Stellenschlüssels wäre all dies nicht zu leisten, gäbe es nicht tatkräftige Unterstützung von Ehrenamtlichen. In einem stationären Hospiz sind jeden Tag mehrere Stunden täglich ehrenamtliche Hospizbegleiter vor Ort und helfen mit.
Das nächste stationäre Hospiz ist das St. Vinzenz-Hospiz in Augsburg. Dieses befindet sich derzeit in Augsburg-Hochzoll und wird voraussichtlich Ende 2018 nach Augsburg-Oberhausen umziehen. Mit dem Umzug ist eine Erweiterung auf 16 Plätze möglich.
Wir hoffen Ihnen mit unseren Erklärungen geholfen zu haben. Sollten Sie eine persönliche Beratung wünschen, wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an unser Büroteam.
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