Am Ende siegte die glücklichere Mannschaft

Im mittleren Drittel hielt der EHC den Druck auf das Peißenberger Tor hoch.
 
Nach der Führung zum 4:3 war der Jubel noch groß (links Patrick Zimmermann, rechts Marc Streicher)
Königsbrunn: Hydro-Tech Eisarena |

Mit 4:5 verliert der EHC Königsbrunn sein Heimspiel gegen die „Eishackler“ des TSV Peißenberg. Dabei sah zunächst alles nach einem Sieg für den Minikader der Brunnenstädter aus.

Im Spiel konnte EHC-Coach Sven Rampf gerade mal elf Feldspieler aufbringen, Jeffrey Szwez kehrte nach seiner Krankheit wieder in den Kader zurück. Weiterhin verzichten musste er auf Top-Scorer Matthias Forster, der aufgrund seiner Gehirnerschütterung ausfiel. Gegen die Eishackler gönnte Coach Rampf Goalie Donatas Žukovas Eiszeit, als Backup saß Torfrau Jennifer Harß auf der Bank.

Von Beginn an entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe, beide Mannschaften erarbeiteten sich einige Torchancen. In der fünften Spielminute fingen sich die Brunnenstädter in Überzahl einen Konter ein, doch Donatas Žukovas entschärfte die kritische Situation. Mit fortschreitender Spieldauer erarbeitete sich der EHC nun mehr Spielanteile und drängte auf den ersten Treffer. Allerdings musste nach gut zehn Spielminuten Lukas Fettinger vom Eis, der sich eine schmerzhafte Prellung das Steißbeins zuzog. Aber auch die Eishackler kamen nur noch selten vor das Königsbrunner Tor, bis zur ersten Pause fielen keine Treffer.

Im mittleren Spielabschnitt war Königsbrunn die klar bessere Mannschaft und setzte sich immer wieder im gegnerischen Drittel fest, in der 27. Spielminute sorgte dann Paul Siegler mit seinem Treffer für die Königsbrunner Führung. Auch nach dem 1:0 blieb der EHC am Drücker und schnürte Peißenberg im eigenen Drittel ein. In der 35. Spielminute legte Königsbrunn das 2:0 nach, Pascal Rentel netzte mit einem feinen Rückhandschuss ein. Zwei Minuten vor der letzten Pause schlug Peißenberg aber zurück, mit zwei schön herausgespielten Treffern wie aus heiterem Himmel sorgten die Eishackler für den 2:2 Drittelendstand.

Auch im letzten Drittel erwischte der EHC den besseren Start und ging in Überzahl durch den Schlagschuss von Ralf Rinke in Führung. Die Freude darüber hielt gerade mal fünf Minuten, denn nach einer umstrittenen Strafe gegen Jeffrey Szwez musste dieser vom Eis. Die Eishackler glichen daraufhin in Überzahl zum 3:3 aus. Doch gerade mal drei Minuten später ließ Patrick Zimmermann die Königsbrunner Fans jubeln, als er mit seinem Treffer zur 4:3 Führung einschoss. Zwei Minuten später drehten die Eishackler mit einem weiteren Doppelschlag die Partie und gingen mit 4:5 in Führung. Statt einer Aufholjagd setzte es zwei plus zwei Strafminuten gegen Dominic Auger, den der Schiedsrichter wegen zweifachen Stockschlags auf die Bank schickte. Kurz vor Spielende nahm der EHC noch den Goalie zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis, dieser Mut wäre fast belohnt worden. Doch statt ins leere Tor zu treffen versprang die Scheibe vor Patrick Zimmermann und der Schlusspfiff besiegelte die Königsbrunner Heimniederlage.

Peißenberg gewinnt am Ende etwas glücklich gegen den Königsbrunner Minikader und verringert den Abstand auf die Brunnenstädter. Der EHC wurde nach Abpfiff trotzdem von seinen Fans gefeiert, am nächsten Wochenende stehen nun die letzten beiden Partien der Verzahnungsrunde an.

Auf der anschließenden Pressekonferenz fand EHC-Coach Sven Rampf mehr Lob als Kritik für seine Mannschaft: „Wir hatten das Spiel lange Zeit klar unter Kontrolle, nach dem zweiten Drittel müssen wir mit 4:0 führen. Im ersten Drittel hat Peißenberg noch einige Chancen gehabt, die hat Don aber allesamt entschärft. Im zweiten Drittel hatten nur wir das Spiel gemacht, dann bekommen wir zwei Tore in einer drei gegen drei Situation, beide Male wird der Mann verloren und wie aus dem Nichts fangen wir uns den Ausgleich ein. Dadurch haben wir Peißenberg wieder ins Spiel gebracht. Danach haben wir Hauruck-Eishockey gespielt, immer wenn wir ein Tor geschossen haben, wollten wir gleich nachlegen und sind in die Konter hineingerannt. Am Ende haben wir nochmal alles versucht und den Goalie vom Eis geholt. Fast hätten wir noch den Ausgleich gemacht. Auf jeden Fall wird die Situation immer grenzwertiger, nach der Steißbeinprellung vom Fettinger und der Spieldauer gegen Szwez hatte ich am Schluss nur noch acht Feldspieler zur Verfügung, ich wusste gar nicht mehr wen ich einsetzen soll. In meinen Augen ist es verantwortungslos, wenn ich nur noch drei Spieler auf der Bank habe.“ Rampf erneuerte auch seine Kritik an den Schiedsrichterleistungen in der Bayernliga: „Bis auf die Schiedsrichter in Garmisch hatte das Niveau der Unparteiischen in den bisherigen Partien gerade mal Bezirksliganiveau. Sowohl die Strafe gegen Szwez als auch die doppelte Strafzeit gegen Auger waren total überzogen und mit spielentscheidend. Aber auch Peißenberg hat seltsame Strafen kassiert, da muss der Verband endlich mal reagieren. Es müssen mehr ehemalige Spieler als Schiedsrichter ausgebildet werden.“ Auch der Peißenberger Trainer schloss sich danach der Kritik an und betonte, dass diese schlechten Leistungen der Unparteiischen schon die ganze Saison zu beobachten sind.

Tore: 1:0 Siegler (Streicher, Rentel) (27.), 2:0 Rentel (35.), 2:1 F. Barth (Andrä, Ebentheuer) (39.), 2:2 Singer (Höfler, Malzatzki) (39.), 3:2 Rinke (Zimmermann, Gottwald) (43.), 3:3 Malzatzki (Estermaier, Mooslechner) (48.), 4:3 Zimmermann (Schütz, Strehler) (51.), 4:4 Malzatzki (F. Barth, Höfler) (53.), 4:5 Malzatzki (F. Barth, Mooslechner) (53.)

Strafminuten: EHC Königsbrunn 14+30+SD Szwez TSV Peißenberg 18 Zuschauer: 289
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