Schwieriger Start in die Punkterunde

Trainer Fabio Carciola hielt es nicht länger an der Bande, am Wochenende will er wieder spielen und trainierte unter der Woche mit.
 
Da hat Lukas Fettinger gut lachen, nach der Vorbereitung ist er Königsbrunns torgefährlichster Angreifer.
Königsbrunn: Hydro-Tech Eisarena |

Am Wochenende stehen für den EHC Königsbrunn gleich zwei schwere Prüfsteine auf dem Programm. Freitags kommt es ab 20 Uhr zum ersten Aufeinandertreffen mit den „Eishacklern“ des TSV Peißenberg, sonntags steht dann ab 18 Uhr das Auswärtsspiel gegen den Altmeister EV Füssen an.

Viele Experten sind sich einig, die Bayernliga ist dieses Jahr wohl stärker denn je. Weniger einig sind sich dann die Kenner der Szene, wenn es um die Favoriten für die ersten Plätze in der kommenden Saison geht. Meist wird Landsberg als heißester Kandidat genannt, aber danach scheiden sich schon die Geister. Viele haben die Wochenend-Gegner Peißenberg und Füssen mit auf dem Schirm, aber auch der EHC Königsbrunn wird öfters genannt, wenn es um Platz eins bis drei geht.

So etwas will der erste Königsbrunner Vorstand Willi Bertele gar nicht hören: „Wir sind jetzt gerade mal in der Liga angekommen, die etablierten Vereine haben sich alle gut verstärkt. Als realistisches Ziel haben wir Platz acht ausgegeben. Alles andere ist Blödsinn, denn die Saison wird schwierig genug werden. Die Ergebnisse aus den Testspielen kannst du alle in die Tonne treten, da hat jeder Verein mal Reihen ausprobiert und Spieler getestet. Wir können froh sein, wenn wir am ersten Wochenende Punkte holen. Für mich zählt Peißenberg zu den Top-Teams der Liga, ebenso auch Füssen.“

In der letzten Saison landeten die Eishackler nach der Vorrunde auf dem vierten Tabellenplatz, in der Verzahnungsrunde mit der semiprofessionellen Oberliga holte Peißenberg dann sogar den zweiten Platz innerhalb ihrer Gruppe. Zudem waren die Oberbayern in dieser Runde noch das auswärtsstärkste Team. Im Viertelfinale war danach allerdings Feierabend, die Mannschaft schied nach vier heißumkämpften Spielen gegen den Oberligisten Waldkraiburg aus. Zwar mussten die Eishackler aktuell mit Dejan Vogl einen Top-Scorer Richtung Landsberg ziehen lassen, doch dafür kehrte mit Martin Andrä ein technisch und läuferisch starker Stürmer vom Oberligisten Peiting zurück. Zudem wurden die zwei Kontingentstellen mit Zugängen aus Tschechien neu besetzt, ab dieser Saison werden der 26-jährige Verteidiger Dominik Novak und 23-jährige Stürmer Daniel Arnost den Peißenberger Kader verstärken. Beide waren zuvor in der dritten tschechischen Liga aktiv und wollen sich in der Bayernliga höherklassig empfehlen.

Sonntagsgegner Füssen durfte schon ein Jahr früher als der EHC Bayernliga-Luft schnuppern und schaffte zunächst den fünften Platz nach der Vorrunde. In der Verzahnungsrunde war dann mit dem sechsten Platz aber das Ende der Fahnenstange erreicht, in dieser Saison will sich der Altmeister jedoch verbessern. Zuletzt setzte es einen Dämpfer, als Top-Scorer Nikolas Oppenberger zu den „Sharks“ nach Kempten wechselte. Und auch die jungen Talente André Bühler und Marvin Schmid verließen den Verein. Doch vom letztjährigen Bayernligisten Buchloe wechselten Defensiv-Spezialist Maximilian Dropmann und Top-Scorer Markus Vaitl nach Füssen. Die Kontingentstellen wurden mit zwei Nordamerikanern besetzt. So verstärkt der vom Oberligisten Sonthofen kommende 24-jährige Amerikaner Tyler Wood die Defensive und ist schon von seiner körperlichen Präsenz her beeindruckend. Bei seinen 1,91 m Körpergröße und 98kg Kampfgewicht haben es die meisten Stürmer schwer vorbeizukommen. Im Sturm setzt der EV Füssen auf den gerade mal 20-jährigen Kanadier Sam Payeur, der in Europa noch ein unbeschriebenes Blatt ist. Doch Füssens Trainer Andi Becherer ist überzeugt von dem ehrgeizigen, laufstarken und technisch gut ausgebildeten Angreifer.

Königsbrunns Coach Fabio Carciola steht somit vor zwei fast unlösbaren Aufgaben im ersten Jahr in Bayerns höchster Spielklasse. In beiden Spielen muss er zudem noch auf Verteidiger Lukáš Hruzík verzichten, auch der Einsatz von Pascal Rentel ist unklar. Dazu kommen noch die Ausfälle der Langzeitverletzten Jennifer Harß und Nicolai Pest. Wieder mit im Kader ist dafür Top-Scorer Patrick Zimmermann.

Als große Überraschung gilt aber die Rückkehr des Trainers auf die Eisfläche. Königsbrunns zweiter Vorstand und Defensiv-As Marc Streicher freut sich auf die kommenden Spiele: „Ich bin begeistert, dass Fabio Carciola seit letzter Woche doch noch mal die Schlittschuhe schnürt, obwohl er eigentlich nur als Trainer eingeplant war. Er verleiht unserem ohnehin gut aufgestellten Kader nochmals mehr Klasse.“ In den Übungseinheiten unter der Woche trainierte Carciola fleißig mit und gab einige Aufgaben an seinen neuen Co-Trainer ab. Dieser ist ein langjähriger Freund und Weggefährte von Streicher: „Gut, dass wir nun Michael Schöppl mit an Bord haben, er hat jahrelange Erfahrung als Profispieler und wird uns sicher ein Stück weiter bringen. Die Mannschaft ist nach der Vorbereitung gut eingestellt und heiß auf die Bayernliga, das erste Wochenende wird richtig geil.“

Für das erste Punktspiel in der höchsten bayrischen Spielklasse hat sich der EHC-Vorstand noch etwas ganz Besonderes einfallen lassen, denn zur Eröffnung wird der Nürnberger Star-Tenor Alexander Herzog die Bayernhymne singen. Die Verantwortlichen bitten alle Interessierten, am Freitagabend nicht zu spät zu erscheinen, damit es zu keinen unnötigen Verzögerungen an der Kasse kommt.
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