Einsatzübung im Langweider Gewerbegebiet - Feuerwehren sind für Notfälle gerüstet

Trupps mit schwerem Atemschutz waren zur Personenrettung und zur Brandbekämpfung im Zentrallager eines Reifenbetriebes im Einsatz.
 
Das Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20 mit dem Wasserwerfer im Löscheinsatz.

Über 70 Feuerwehrleute zeigten bei einer Einsatzübung im Langweider Gewerbegebiet ihr Können. An einem spätsommerlichen Abend wurden die Feuerwehren aus Langweid und Achsheim mit einem Übungsbrand im neuen Zentrallager eines überregionalen Reifenbetriebes konfrontiert. „Es ist beeindruckend, wie die beteiligten Feuerwehren mit großer Personalstärke in gekonnter Weise Hand in Hand die Lage schnell im Griff hatten“, fasste Langweids Bürgermeister Jürgen Gilg das Geschehen zusammen. 

Mit dem Zentrallager der Reifenfirma Rieger + Ludwig hat sich im Langweider Gewerbegebiet ein weiterer Betrieb angesiedelt. Höchste Zeit für die Verantwortlichen der Langweider Feuerwehr sich mit den Örtlichkeiten vertraut zu machen. Eine Einsatzübung bot Gelegenheit, Ortskenntnisse zu erlangen und die dortige Wasserversorgung zu testen. Durch die objektseitig installierte Brandmeldeanlage wird ein Brand auf der Ostseite der weitläufigen Lagerhalle, gefüllt mit Reifen aller Art, gemeldet. Beim Versuch, den Brand mit einem Feuerlöscher zu löschen, erlitt ein Staplerfahrer eine Rauchvergiftung und wurde in der Lagerhalle vermisst, das war das Szenario der Übung. Nicht genug, haben sich noch weitere Personen an Fenstern im Obergeschoss bemerkbar gemacht, die das Gebäude aufgrund der Rauchentwicklung nicht mehr verlassen konnten. Zudem war die Gefahr der Brandausweitung auf einen nahegelegen Landmaschinenbetrieb in der Einsatztaktik zu berücksichtigen.

Schwaden von Übungsrauch quollen bereits aus der Lagerhalle, als die Langweider Wehr mit sechs Fahrzeugen mit Blaulicht und Martinshorn an der fiktiven Brandstelle eintraf. Nach kurzer Lageerkundung gab Langweids Kommandant und Einsatzleiter Markus Kopold die Anweisung, auch die Nachbarwehr aus Achsheim zu alarmieren. Die Einsatzkräfte der Langweider Wehr wurden sofort in ihre Aufgaben eingewiesen. Personenrettung, Brandbekämpfung und die Entrauchung mit zwei Lüftern, alles unter schwerem Atemschutz, waren die Aufgaben der Besatzungen des Löschgruppenfahrzeugs LF 16/12 und des Hilfeleistungslöschfahrzeugs HLF 20. Die nagelneue Drehleiter wurde zur Brandbekämpfung im Dachbereich des Objekts eingesetzt. Auch die Jugendgruppen waren mit von der Partie und unterstützten mit einigen Strahlrohren die Brandbekämpfung. Das Mehrzweckfahrzeug übernahm die Funktion der Einsatzleitung.

In Kürze rückten auch die Kameraden der Achsheimer Wehr mit ihrem Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 und dem Tragkraftspritzenfahrzeug samt Schlauchanhänger an. Die Personenrettung über eine mehrteilige Steckleiter samt der Brandbekämpfung im Innenangriff waren die Aufgaben. Zudem war ein Sicherungstrupp mit schwerem Atemschutz zu stellen und eine Wasserversorgung über einen Hydranten außerhalb des Werksgeländes aufzubauen.

Die Einsatzstelle wurde in Abschnitte aufgeteilt, wodurch eine koordinierte Einsatzsteuerung gewährleistet war. Aufgrund der Vielzahl der eingesetzten Trupps mit schwerem Atemschutz war eine Atemschutzsammelstelle zur Koordination und Überwachung unverzichtbar. Die einzelnen Einsatzkräfte arbeiteten routiniert ihre jeweiligen Aufgabenstellungen ab. Unangekündigt wurde auch ein Atemschutznotfall in das Szenario eingebaut. Aufgrund einer Notlage musste ein Trupp im Innenbereich der Halle durch einen bereitstehenden Rettungstrupp herausgeholt werden. Schließlich konnte Einsatzleiter Kopold das Signal zum Übungsende geben. Bei der anschließenden Manöverkritik stellte Kopold den positiven Übungsablauf und die Besonderheiten des Objekts dar. Mit der Leistungsfähigkeit der örtlichen Wasserversorgung war er sehr zufrieden, zudem wies er darauf hin, dass das vorliegende Objekt im Erstfall nur mit Schaum zu Löschen sei. Aus Umweltschutzgründen habe man bei der Übung darauf verzichtet. Langweids Bürgermeister Jürgen Gilg freute sich, dass sich die Firma Rieger + Ludwig in Langweid angesiedelt hat und ist zudem überzeugt, dass die Langweider Ortsfeuerwehren im Notfall einen guten Schutz für die Menschen wie auch der Liegenschaften gewährleisten könnten. Auch Alexander Machat, der örtliche Leiter des Logistikzentrums, war erfreut. „Wir sind froh, dass wir euch in der Nähe wissen; ein großes Lob für euren Einsatz“, fasste er zusammen. (art.)
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