Deftige Sauerkrautspezialitäten beim Krauthobelfest

Kerstin Fomann, Lothar Mayr, Karl Schuster, Uwe Schilling, Harald Henkelmann und Karl Gutsmantel (linke Reihe von vorne nach hinten) sowie Helmut Kaiser und Andreas Dohse (rechte Seite von vorne) zerteilten die Krautköpfe zur maschinellen Weiterverarbeitung.
Obst- und Gartenbauverein Herbertshofen verarbeitet 75 Zentner Krautköpfe. 450 Sauerkrautfreunde erfreuen sich an einem großen Speisenangebot


Meitingen - Herbertshofen Herbstzeit ist Sauerkrautzeit. Das wurde beim Obst- und Gar-tenbauverein Herbertshofen auch in diesem Jahr wieder beim Krauthobeltag für Selbstein-macher eindruchsvoll demonstriert. Zum 25. Mal lud der Herbertshofner Traditionsverein zum Krauthobeltag in sein Vereinsheim ein. Bei sonnigem, spätsommerlichen Herbstwet-ter konnten Gartenbauvereinsmitglieder den Zuspruch von Besuchern und Krauteinma-cher fast nicht bewältigen. „Mit einer solch großen Besucher- und Teilnehmerresonanz hatten wir nicht gerechnet“, schmunzelte erfreut der Vorsitzende des Herbertshofners Obst- und Gartenbauvereins Günter Wünsch beim Blick in die Runde der zahlreichen Ein-macher. Weit mehr als 400 „Krautler“ und Freunde von deftigen Sauerkrautspeisen aus der ganzen Region und dem Umland kamen ins Vereinsheim des Obst- und Gartenbau-vereins um an dem Aktionstag teilzunehmen und dabei die Vereinsmitglieder bei der Ver-arbeitung der etwa 75 Zentner Krautköpfen zu unterstützen und nach getaner Arbeit sich leckere Speisen, mit frisch produzierten Sauerkraut schmecken zu lassen. Dabei wurden Kasslerbraten, Blut- und Leberwurt sowie polnische Würste mit Sauerkraut garniert. Für schwäbische Feinschmecker wurden leckere Krautspätzle serviert. Schon bei älteren Ge-nerationen, erinnert sich Günter Wünsch, machte man auf die Heilkraft von Sauerkraut aufmerk-sam, denn bereits vor Jahrhunderten wurde Sauerkraut als natürliches Heilmittel bei verschiedenen Erkältungskrankheiten während der kalten Herbst- und Wintermonate in Anspruch genommen. „Somit ist Sauerkraut nicht nur ein Volksnahrungsmittel, es ist auch natürliche Medizin“, erklärt der erste Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins weiter. Nicht nur als „Medizin“, so Wünsch, „wirkt Sauerkraut manchmal wie ein Wunder, auch als beliebte Speisenbeilage wird Sauerkraut von Feinschmeckern, vor allem in den Herbst- und Wintermonaten, zu Fleisch- und Wurstspezialitäten serviert. Egal ob zum bayerischen Schweinebraten, zu Bratwürsten und zu Schlachtplatten, garniert mit Schupfnudeln, kann Sauerkraut zu vielen Speisen variantenreich serviert werden. Im Meitinger Ortsteil Her-bertshofen beteiligen sich Jahr für Jahr nicht nur einheimische, sondern auch zahlreiche Krauthobler aus der gesamten Region an der beliebten Aktion. Etwa 75 Zentner knackige Weißkrautköpfe, die von einem Erzeugerbetrieb aus Ellgau nach Herbertshofen geliefert werden, wurden zunächst von kräftigen Frauen und Männern zerteilt, ehe sie zur weiteren Bearbeitung an die Handhobler weitergereicht wurden. „Die Arbeitsgeräte sind Nachbau-ten von Hobelgerätschaften aus früheren Zeiten“, schildert Manuela Vogl, neue Krautfach-bearbeiterin im Herbertshofner Obst- und Gartenbauverein. Nach der Hobelaktion machen sich zuerst die Verwerter ans Werk, oftmals unterstützt von ihren Familien mit Großeltern und Kindern. Dabei wird frisch gehobeltes Kraut mit Salz gewürzt und in mitgebrachten Holz- oder Steingutfässern verschiedenster Größen eingestampft und anschließend zur Gärung und Weiterverarbeitung mit nach Hause genommen. „Insgesamt sind heute etwa 60 freiwillige Helfer im Einsatz“, blickt Günter Wünsch in die gut gelaunte Krautbearbeiter-runde ehe er die Besucher in den anderen, vollbesetzten Räumlichkeiten beim herzhaften Mittagstisch begrüßte. In den Nachmittagsstunden wurde mit selbst erzeugtem Apfelmost und Apfelsaft rund 970 Erntedankküchle, die von einem tüchtigen Mitgliederteam frisch zu-bereitet wurden, für das leibliche Wohl gesorgt. Desweitern lief der Austausch von Rezep-ten unter Anleitung erfahrener „Krautköchinnen“ auf Hochtouren. Besonders altbewährte Rezepte aus Omas einstigen Kochbüchern mit Zutaten wie Wacholderbeeren und Lor-beerblätter kamen bei den jüngeren Krautlern sehr gut an aber auch die Beimengung von Weißwein oder Apfelsaft sowie Zwiebel und Äpfel als Zugabe bei der Krautzubereitung fanden Anklang. Eine Obstverkostung unter der Federführung von Hermann Albrecht aus Gessertshausen wurde von den Besuchern auch gut in Anspruch genommen. Albrecht gab den Besuchern dabei Tipps für Veredelungen von Obstbäumen, welche Sorten am besten im Hausgarten reifen, was man während der Erntezeit beachten sollte oder wie man die Einlagerung von Äpfeln, damit diese über die Wintermonate frisch bleiben und nicht runzlig werden, vornehmen sollte.

 

 
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