Demonstrationen angekündigt

Sollte eine grob - fahrlässige Teilrodung des Bannwaldes am Lechstahl - Werk bei Herbertshofen ins Auge gefasst werden, drohen Grünenpolitiker mit Demonstationen
  Grüne bezeichnen die Teilrodung des Bannwaldes bei Herbertshofen als „grob fahrlässig“

Meitingen – Herbertshofen. Die vorgesehene Teilrodung des Lohwaldes wird mehr und mehr zu einem Politikum. Besonders den Grünenpolitikern ist die geplante Rodung einer von 17,6 Quadratmetern Fläche des 47 Hektar großen Bannwaldes in der Nähe der Bun-desstraße 2 ein Dorn im Auge. „Ein Bannwald ist ein durch das bayerische Waldgesetz ein geschütztes Waldgebiet da diese naturartigen Verdichtungsgebiete eine essenzielle Be-deutung für Klima. Wasser, Luft und besonderes die darin lebende Tierwelt haben“, erklärt die Bezirks- und Meitinger Marktgemeinderätin Annemarie Probst. Das im Meitinger Orts-teil Herbertshofen ansässige Stahlwerk hat vor, auf einer etwas 25 Fußballfeldern großen Fläche neue Anlagen zur Herstellung oder Einschmelzung von Stahl, zur Stahlveredlung oder für Recycling zu bauen um der weltweiten Konkurrenz im Stahlgeschäft Paroli bieten zu können. Gleichzeit sollen etwa 350 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Am Mitt-woch, 24. Juni wollen die Lechstahl – Werke ihre Pläne öffentlich vorstellen. Felix Senner, Vorsitzender der Grünen im Landkreis Augsburg führt an, dass der Bannwald ein wichtiger Rückzugsort und Lebensraum für viele schützenswerte Lebenswesen sei und verwirft die Idee, den Bannwald durch Ausgleichsflächen zu ersetzen. „Eine Rodung machen wir nicht mit, der Ersatz von Ausgleichflächen ist reine Augenwischerei“, erklärt der Grünen – Vor-sitzende. Nach Meinung von Senner dauert es viele Jahrzehnte bis ein neu zu pflanzen-des Waldgebiet mit einem lebenden Wald vergleichbar ist, Tier und Insekten würden in der Zwischenzeit ihren Lebensraum verlieren. Tiere und Insekten wür-den somit zwischen-zeitlich ihren Lebensraum verlieren da die geschützten Vogel und In-sektenarten durch die Rodung Im Bannwald stark dezimiert werden und für diese Bannwaldbewohner sogar die Überlebensfähigkeit in Gefahr wäre. Das nun durch die Lechstahl – Werke ein geschützter Bannwald weichen soll, stößt bei zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern in der Marktge-meinde auf heftigen Widerstand. Annemarie Probst, Meitinger Marktgemeinderätin, Kreis- und Bezirksrätin stellt die Frage, ob die zusätzlichen Produktionskapazitäten der Lechstahl – Werke nicht an einem anderen Standort im Raum des Unternehmens geschaffen werd-en können, wo man von einer Bannwaldrodung absehen kann. „Wir müssen uns in der Gesellschaft die Frage stellen, wie viel Natur wir der Industrie und deren Versprechungen auf neue Arbeitsplätze noch opfern wollen“, wirf Probst ein. Probst hat bei der letzten Sitz-ung des Meitinger Marktgemeinderates als einzige Gemeinderätin gegen dieses Vorha-ben gestimmt. Felix Senner schließt auch Protestaktionen vor Ort nicht aus und fordert die Lechstahl – Werke auf, andere Lösungen für die geplante Erweiterung zu suchen. „Das ein Unternehmen dieser Art Wachstumsbedarf hat um wettbewerbsfähig zu bleiben ist ökonomisch durchaus nachvollziehbar, dafür jedoch einen großen Teil des Bannwaldes zu roden ist gesellschaftlich nicht vermittelbar und aus ökologischer Sicht auch grob fahrläs-sig“, betont Senner. „Als Gesellschaft muss ein Weg gefunden werden, Wirtschaft und- Umweltschutz zu vereinbaren wodurch die Rodung des Lohwaldes umgangen werden könnte“, sind sich Annemarie Probst und Felix Senner ei-nig.
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