Ein besonderes Krippengebilde präsentiert sich der Öffentlichkeit

Seit über 100 Jahre ist die Langenreichner Familie um Georg Bader im Besitz dieser von seinem Großvater Leonhard Bader angefertigten Volkskrippe die heuer erstmals wieder der Öffentlichkeit vorgestellt wird.
Vor über 100 Jahren begann Leonhard Bader in Langenreichen mit dem Bau einer Stufenkrippe. Sein Enkel Georg hütet das Erbstück auch heute noch wie einen Augenapfel


Langenreichen. Es ist schon eine ganze Weile her, weit über 100 Jahre, als der Langen-reichner Landwirt Leonhard Bader die Idee hatte, eine Volkskrippe mit zahlreichen Beson-derheiten zu bauen. Er nahm eine Kinderwippe, ein Windrad, Tannenzapfen, buntes Fen-sterglas Holz, Moos, Blech, Drähte, Schnüre, eine alte Industrienähmaschine sowie meh-rere 110 Volt-Glühbirnen und machte sich an die Arbeit, die Krippe nach seinen Vorstel-lungen zu bauen. „Natürlich gehörte auch Phantasie, Geschick, Ideenreichtum, techni-sches Verständnis, viel Geduld und einiges technisches Verständnis dazu, den Bau der damaligen ersten beweglichen Krippe zu verwirklichen“, schildert Georg Bader, Enkel des Krippenbauers. In 50 Jahren Feinarbeit schuf er dann in vielen Arbeitsstunden rund um die Uhr ein einmaliges „Bauwerk“, das auch noch heute im ganzen Schwabenland einzigartig ist. Georg Bader, der die Krippe hegt und pflegt und weiter ausbaute hat in den letzten Jahren einige technische Veränderungen vorgenommen und auch mehrere Details ver-ändert. „Nun wird auch gehämmert, gesägt und es ruckelt und zuckelt es auf der zehn Quadratmeter großen Krippenlandschaft“, freut sich Georg Bader über die gelungenen Neuerungen. Der Langenreichner kennt jedes Detail der Krippe, denn schließlich ist er mit ihr aufgewachsen und hat seinem Großvater immer gerne beim Basteln über die Schulter geschaut. „Das alles immer gleichzeitig funktioniert, kam ganz selten vor, denn bereits wenn zum Beispiel nur eine Palme weinige Gramm mehr als zuvor ausgerechnet wiegt, stimmt das Gleichgewichtsverhältnis der Motorik nicht mehr und die Krippe steht still“, erzählt Georg Bader. Immer wieder müssen kleine Reparaturen durchgeführt werden um den zahlreichen Besuchern eine funktionierende Volkskrippe präsentieren zu können. Einmal wurde die Krippe in Oberschönefeld der Öffentlichkeit ausgestellt. „Eine weitere auswärtige Ausstellung, so Bader, kommt für mich nicht mehr in Frage da der Ab- und Neuaufbau ziemlich viel Arbeit bereiten und auch die einzelnen Figuren und Landschafts-gebilde darunter sehr leiden“, schildert Georg Bader.

In den vergangenen Jahren waren einige Erneuerungsarbeiten nötig um die Krippe funkti-onstüchtig zu erhalten, erzählt Georg Bader. „Es mussten Versetzungen der Antriebe vorgenommen um einen besseren Zugang zum Innenleben der Krippe herzustellen“, so der der Langenreichner Krippenfreund. Wenn die Krippe der Familie Bader sich bewegt kommt der Betrachter nicht mehr aus dem Staunen heraus. An Einfällen mangelte es dem Großvater beim Bau der Rarität niemals, denn mit den einfachsten Mitteln wurde die Krippe Stück für Stück erweitert. „50 Jahre werkelte mein Großvater an der Krippe“, sagt vol Stolz Georg Bader. Der erste Teil, das Haus Nazareth wurde im Jahre 1910 fertig, 1960, im Todesjahr von Leonhard Bader wurde das letzte Detail angefertigt. „Seither“, so Georg Bader haben wir nicht mehr viel an der Krippe verändert. „Anfangs setzte man die Krippe mit einer Handkurbel in Bewegung doch als die Elektrizität auch im Lechtal Einzug hielt betätigte sich mein Großvater als Elektriker und verwendete von da an eine Industrie-nähmaschine als Antriebsmotor“, erklärt der Krippenliebhaber. Wenn der Motor doch ein-mal ausfallen sollte, gibt es wirklich Probleme denn er ist auf 110 Volt ausgelegt. „Dann“, so Bader, muss die ganze Anlage auf 220 Volt umgestellt werden. Doch die alten Glüh-birnen, die extrem stabil sind, funktionieren auch heute teilweise noch.
„Über die Krippe nur zu erzählen, ist fast unmöglich, man muss diese Werk gesehen sa-gen um sich davon ein richtiges Bild machen zu können“, erklärt Georg Bader als er die vielfältige Technik der Stufenkrippe mit einem Lächeln im Gesicht in Bewegung setzt“.
Info: Die Volkskrippe auf dem Anwesen der Familie Bader in Langenreichern kann  bis 6. Januar 2018 täglich während 13 Uhr und 17 Uhr besichtigt werden.







 
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