Einsatzmarathon fordert Ausdauer und Geduld

Etwas müde und erschöpft, aber voller Stolz über ihre tadellosen Leistungen präsentierten sich die Feuerwehr-akteure mit Kommandant Robert Scherer (19. von links) und Bürgermeister Michael Higl (sechster von rechts) für ein Gruppenbild.
  25 Jugendfeuerwehrler aus den Feuerwehren der Marktgemeinde proben bei sieben Einsätzen in 24 Stunden den Ernstfall

Meitingen. Wer sich vor wenigen Tagen in den Morgenstunden über eine überhöhte Präsenz von Feuerwehrleuten wunderte und einen Brand oder Unfall vermutete, konnte sich am späten Nachmittag erleichtert an einem Schattenplatz in seinem Garten zurücklehnen. Was sich in der Marktgemeinde abspielte waren keine „Ernstfälle“, sondern simulierte Einsätze bei Notfällen. Wie bereits in den Jahren zuvor wurden im Rahmen einer 24-Stunden-Einsatzübung, an der sich 25 Nachwuchskräfte der Jungfeuerwehren aus Meitingen, Ostendorf, Langenreichen und Waltershofen, sowie zahlreiche hilfreiche Hände beteiligten, zu sieben simulierten Einsätzen gerufen wurden und diese realistisch sowie akribisch abarbeiteten. Zu Beginn wurden die Jugendlichen in die Technik und die Einsatzmöglich-keiten Feuerwehreinsatzfahrzeug eingewiesen und konnten bei der theoretischen Fahrzeugkunde das Meitinger Equipment kennen lernen. Kaum waren die letzten Fragen und Antworteten über die Einsatzmöglichkeiten von Fahrzeugen des Fuhrparks mit den Fahrzeugen beendet, ertönte bereits ein Alarmsignal in der Fahrzeughalle. Gemeldet wurde, dass im Meitinger Freibad ein Kind vermisst wird. Eine weitere, anschließende Meldung lautete: PKW verunfallt, zwei Personen eingeklemmt. Während „ältere“ Feuerwehrkräfte mit schwerem Gerät hantierten, unterbauten die „Jugendlichen“ das Auto und stellten die Lichtversorgung für die bevorstehende Dämmerung sicher. Kommandant Robert Scherer erläuterte dabei, dass eine kontinuierliche Patientenbetreuung trotz der technischen Möglichkeiten, die eine Feuerwehr zu bieten hat, keinesfalls außer Acht gelassen werden darf, denn im Mittelpunkt des Handels, stehen immer die Patienten. Kurze Zeit später wurden die Jugendlichen zum dritten Einsatz, einem Gefahrengutunfall beordert. „Dabei wurden Atemschutzträger vorausgeschickt um das beim Unfall entstandene Leck am 1000 Liter Benzinbehälter abzudichten. Nach Beendigung der Aktion wartete schon der nächste Einsatz, ein simulierter Maschinenhallenbrand mit starker Rauchentwicklung der von den Floriansjüngern in kurzer Zeit gelöscht wurde. Bei einem Wohnhausbrand in Ostendorf wurden die hilferufenden Personen evakuiert und der Brandherd in kurzer Zeit beherrscht. Nach diesen schweißtreibenden Einsätzen war erst einmal ein gemeinsames Frühstück angesagt, doch dieses musste kurzerhand abgebrochen werden da die Wasserwacht die Hilfe der Wehren benötigte. Im Lechkanal wurden zwei Schwimmer vermisst. Nach der gemeinsamen Suchaktion der Wasserwachtler und der jungen Feuerwehrkräften konnten die vermissten Schwimmer wohlauf geborgen werden. Mit einer technischen Hilfeleistungsübung (THL) wurde die Marathon Veranstaltung abgerundet. „Die Jugendlichen stellten unter Beweis, dass sie für den Feuerwehrdienst bestens gewappnet sind und im Ernstfall ihr erworbenes technisches Wissen als auch beim praktischen Umgang mit den Gerätschaften fachgerecht handeln werden“ lautete das positive Fazit von Kommandant Robert Scherer. Lobesworte für die Jungfeuerwehrler fand auch Beobachter Bürgermeister Michael Higl. „Ich bin sehr beeindruckt von vom Engagement und der Lernbereitschaft der jungen Frauen und Männern, mit ihnen bekommen die Wehren wieder ein weiteres Stück Qualität in ihren Kreis, dankte der Rathauschef den sichtlich müden und ausgebrannten Jungfeuerwehrlern. Zuletzt lobte Scherer die Betreuer und Helfer für ihren Einsatz, wodurch diese logistische Herausforderung erst gemeistert werden konnte.


 
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