Erste-Hilfe-Aktionstag des BRK: Zahlreiche Passanten ergriffen die Chance vor dem Einkaufszentrum in der Via Claudia in Meitingen ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse aufzufrischen.

Christine Schildhauer nutzte die Chance, die der BRK-Kreisverband Augsburg-Land am Samstag in der Via Claudia in Meitingen bot: Sie ließ sich anleiten in der Erstversorgung eines Patienten.
 
Auch vor der Herz-Lungen-Wiederbelebung schreckte Christine Schildhauer nicht zurück, obgleich ihr eigener Erste-Hilfe-Kurs doch einige Jahre zurücklag. Gerne nutzte sie die Übungsmöglichkeit am Übungsdummy.
Eigentlich war Christine Schildhauer mit ihrem vierjährigen Enkel Ben auf dem Weg ins Einkaufszentrum. Doch an dem vermeintlich verletzten jungen Mann, der sich direkt im Eingangsbereich des E-Centers in der Via Claudia in Meitingen befand, kam sie nicht vorbei. Wohlwissend, dass das Blut am Kopf unecht und der offene Bruch am Bein nur ein gekonnter Schminktrick der Notfalldarstellung war, griff Christine Schildhauer beherzt zu. Sie kniete sich neben den vermeintlich Verletzten und versorgte direkt seine authentisch aussehende Wunde. „Damit haben Sie schon weit mehr Engagement gezeigt als viele andere Passanten“, lobten die Mitglieder des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), die während der ganzen Aktion mit Rat und Tat zur Seite standen.

Auch den Grund, warum sie sich direkt auf den BRK-Aktionstag, der am Samstagvormittag vor dem E-Center in der Via-Claudia stattfand, einließ, verrät Christine Schildhauer sogleich: „Ich halte das für eine super Aktion.“ Und obgleich sie spätestens dann an ihrem Erste-Hilfe-Können zweifelte, als sie die nächste Station beim BRK-Aktionstag ansteuerte – dort ging es um die Herz-Lungen-Wiederbelebung und den Einsatz des Frühdefibrillators – nutzte sie die Chance, ihr Wissen in erster Hilfe direkt vor Ort aufzufrischen.

Unter der fachmännischen Anleitung von Dennis Martin vom BRK führte Christine Schildhauer Schritt-für-Schritt die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen durch. Die gespielte Ausgangssituation lautete so: Bei dem Testobjekt – dem Oberkörper eines Übungsdummys – konnte sie keine Atmung mehr feststellen und beginnt, nachdem sie um Hilfe gerufen und den Notruf an die 112 abgesetzt hat, direkt mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung. 30 Mal auf den Brustkorb drücken, zweimal beatmen. Um im richtigen Rhythmus zu bleiben, gaben die BRK-Mitglieder Dennis Martin, Anton Büchele, Bartholomäus Weinmüller und andere den Laien den Rat, sich der Lieder „Staying alive“, „Highway to hell“ oder „Hey Pippi Langstrumpf“ zu bedienen.

Im Ernstfall sollte zeitgleich zur Herz-Lungen-Wiederbelebung die Suche nach einem Frühdefibrillator erfolgreich verlaufen, dessen Einsatz Christine Schildhauer ebenfalls testen durfte. Der Vorteil: Das Gerät spricht und leitet auch Laien Schritt-für-Schritt dazu an, die Elektroden-Aufkleber anzubringen und die Schock-Taste zu betätigen, um einen Stromstoß abzugeben.

Christine Schildhauer war nicht die Einzige, die beim BRK-Aktionstag teilnahm. Um elf Uhr fanden sich Meitingens Bürgermeister Dr. Michael Higl sowie einige Gemeinderäte ein, um den Dummy per Herz-Lungen-Wiederbelebung und unter dem Einsatz des Frühdefibrillators wiederzubeleben. Auch andere Passanten ergriffen zwischen 10 und 16 Uhr die Chance, ihre eigenen Erste-Hilfe-Kenntnisse aufzufrischen. Die BRK-Verantwortlichen freute der große Andrang, denn jeder Aktive beim Aktionstag kann ein Ersthelfer mehr sein, der im besten Fall ein Menschenleben retten kann.

Peter Lebender, der im BRK-Kreisverband Augsburg-Land als Sprecher der Ausbildung fungiert, erklärt: „Wir wollten zum bundesweiten Tag der Ersten Hilfe dafür sensibilisieren, dass es nichts bringen würde, in jedem Ort einen Rettungswagen zu platzieren, wenn keiner diesen ruft und Erste Hilfe leistet bis die Rettungskräfte eintreffen.“ Wie wichtig der Einsatz jedes Einzelnen ist, erklärten die BRK-Mitglieder geduldig all jenen, die beim Aktionstag selbst Hand anlegten und sich dabei auch dieser Tatsache bewusst wurden: Mit jeder Minute, die ohne eine Herz-Lungen-Wiederbelebung verstreicht, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass der Patient überlebt um zehn Prozent.
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