Gemeinderatsbeschluss - kein Haus für Kinder in Meitingens "alter Dame"

Auf Beschluss des Marktgemeinderates wird aus der Meitinger Gemeindehalle kein Haus für Kinder
Untersuchung ergab: Ein Umbau wäre wesentlich teurer als ein Neubau.

Meitingen. Wie wird künftig die Meitinger Gemeindehalle an der Werner-von-Siemens-Straße genutzt? Diese Frage beschäftigt schon seit längerer Zeit den Marktgemeinderat in der Lechtal-Kommune. Lange Zeit war von einer Kita in dem Gebäude die Rede, da in Meitingen Plätze für die Kinderbetreuung fehlen.

Die Gemeindehalle, die im Jahre 1936 gebaut wurde, hat derzeit mehrere Funktionen. So wird der Keller des Hauses als Begegnungsstätte der örtlichen Arbeiterwohlfahrt genutzt und Räumlichkeiten für die Meitinger Tafel untergebracht. Im darüber liegenden Saal führt das Jugendblasorchester (JBO) seine Proben und die Tanzsportgruppe des TSV Meitingen ihre Treffen durch. Wenn das alte Kino Cinderella zum „Haus der Musik“ umgebaut ist, wird das Jugendblasorchester umziehen und seine Proben in diesen Räumlichkeiten abhalten.

Um sicher zu gehen, ob eine Kinderbetreuung in der Gemeindehalle machbar wäre, wurde das Gebäude von Experten überprüft und dabei festgestellt, dass ein Umbau für eine Kita teurer wäre als ein Gebäudeneubau, was sich nach einer Machbarkeitsstudie der Donauwörther Architektin Bettina Kandler herauskristallisierte. Laut Aussagen der Architektin würde eine Umwandlung der Gemeindehalle in ein Kinderhaus mit drei Krippen und vier Kindergartengruppen 3,5 Millionen Euro verschlingen, der Neubau eines Neubaus sich „nur“ mit 2,67 Euro zu Buche schlagen.

Wenn von dieser Bausumme die Zuschüsse abgezogen würden, kommen Baukosten für die Gemeinde in Höhe von 1,7 Millionen Euro für einen Umbau oder 700 000 Euro für einen Neubau zustande. Nach der Bekanntgabe dieser Zahlen wurde im Gemeinderat nicht erst lange diskutiert, man war sich sofort einig darüber, einen neuen Kindergarten zu bauen. Laut Bürgermeister Michael Higl könnten dafür als Standort ein Platz neben dem Freibad SunSplash oder auch eine Fläche zwischen dem Friedhof in Nachbarschaft zur Firma SGL Carbon in Frage kommen.

Diese ist derzeit im Besitz der Gemeinde und wird von der Firma SGL als Parkplatz für deren Mitarbeiter genutzt. Somit bleibt die Zukunft der Gemeindehalle momentan im Ungewissen. Möglichkeiten für eine zukünftige Nutzung der in Meitingen liebevoll genannten „alten Dame“ wären Einrichtungen wie ein Jugendzentrum oder als Beratungsräume. Aber auch die Nutzung des Gebäudes für eine Trauerhalle wurde ins Auge gefasst. „Wir sind auf diese Idee gekommen, weil es immer mehr Trauerfeiern gibt, die nicht in der Kirche stattfinden“, erklärte dazu Bürgermeister Higl.

Doch noch ist nichts beschlossen. Im Gemeinderat sprach man sich gemeinsam dafür aus, in Ruhe über den Vorschlag Trauerhalle nachzudenken, wie eine sinnvolle Nutzung des Gebäudes aussehen könnte.
  
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