Geplante Bannwaldrodung stößt auf großen Widerstand

Vielen Herbertshofner Bürgerinnen und Bürger stößt die vorgesehene Rodung des nördlichen Bannwaldes am Lechstahlwerk sauer auf . Am Infornmationsaben am 24. Juni im Bürgersaal werden genauere Planungen erläutert.
Bürgergespräch mit Bürgermeister Michael Higl erfreut sich großer Besucherresonanz

Meitingen – Herbertshofen. Erwartungsgemäß stand die eventuelle, aber noch nicht abgesegnete Rodung eines Teils des nördlichen Bannwaldes im Mittelpunkt des Bürgergespräches in den Meitinger Ortsteilen in diesem Jahr, dass im vollbesetzten Herbertshofner Schützenheim stattfand, im Mittelpunkt der Veranstaltung. „Alle Jahre wieder, obwohl Weihnachten noch weit vor uns liegt, finden diese gut besuchten Veranstaltungen in den einzelnen Ortsteilen statt, damit Bürgerinnen und Bürger über aktuelle örtliche Themen informiert werden und ihre Wünsche, Anfragen und Anliegen über innerörtliche Geschehen vortragen können“, sagte Gastgeber Bürgermeister Michael Higl in seinen Begrüßungsworten. Mit dem Thema Kinderbetreuung stieg Higl in seinen Informationsbericht ein. „Wir schaffen es, trotz steigender Kinderzahlen, dass wir keine Eltern, die ihre Kinder zur Betreuung bringen wollen, abweisen müssen“, betonte der Meitinger Rathauschef. In acht bis zehn Jahren, so Higl, wird es in Meitingen 19 Kindergartengruppen geben. Am Freibad ist der Neubau eines Kindergartens in Planung, in Erlingen steht eine Erweiterung des Haus für Kinder, das derzeit voll ausgelastet ist, an. Dazu werden Container aufgestellt, die in der Zeit bis zur anstehen Dorferneuerung mit der Erweiterung des Haus für Kinder den Platzmangel überbrücken sollen. Erwähnenswert fand der Meitinger Bürgermeister auch, dass es mittlerweile zwischen Meitingen und Herbertshofen zwei beleuchtete Radwege gibt, die zur nächtlichen Sicherheit der Radfahrer einen großen Beitrag leisten ehe die Diskussionsrunde eingeläutet wurde. Die Röhre am Meitinger Bahnhof soll zwischen dem 19. und 21. Juni unter den Gleisen eingeschoben werden. „Hoffentlich wird das Wetter besser, so dass der Grundwasserspiegel nicht mehr steigt, den sonst falle das Vorhaben im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser“, schilderte Higl. Für die Sanierung der Herbertshofner Schubertstraße, die vor einigen Jahren über die Bühne ging, kommen auf die Anwohner keine Kosten mehr zu. Die Mühlstraße in Herbertshofen wird heuer noch in mehreren Abschnitten saniert, auch hier müssen die Anlieger keine Kosten leisten. Als ein Top -Thema bezeichnete der Meitinger Bürgermeister den Bau von Sozialwohnungen. „Derzeit gibt es zwei Baustellen für neue Wohnungen in Meitingen, die ca. 80 Wohneinheiten enthalten werden“, gab Higl bekannt. Kommt ein Jugendzentrum oder kommt es nicht? „Die Wünsche der Jugendlichen für ein Jugendzentrum wären, dass es schnell erreichbar sein und möglichst zentral liegen sollte und das der Lärmpegel Anwohner nicht stört“, sagte Higl zu diesem Thema. Ein Herbertshofner Bürger beanstandete den widrigen Zustand des Adelstätterweg. „Der Weg ist nicht richtig ausgebaut, die Straße hat große Löcher, was eigentlich von Bauhofmitarbeitern schon längst hätte beanstandet und in die Hand hätte genommen werden müsste und mit Fertigteer längst ausgebessert sein sollten. „Spritzdecken werden immer in Auftrag gegeben und je nach Wetterlage werden auch Ausbesserungsarbeiten durchgeführt“, antwortete Bürgermeister Higl. Ein weiterer Besucher fragte, ob beim Ausbau der Firma Stoll neben dem Gelände an der Sportanlage, auf dem Kinderfußball gespielt wird, Versäumnisse in Bezug auf die Parkgelegenheiten für Eltern vor der Einfahrt zur Baufirma in Kauf genommen wurden . „Es ist wenig Platz vorhanden, da die Baufirma für ihre großen Lastkraftwägen eine große Einfahrt benötigt“, lautete Higl´s Antwort. Seit wann, so ein weiterer Veranstaltungsteilnehmer, sind die Lechauen bei Herbertshofen eine „Landkreistoilette“ für Hunde, viele Hundehalte fahren mit dem Auto vor und lassen ihre Vierbeiner ihr Geschäft verrichten und fahren anschließend einfach weiter. „Die Lechauen sind ein weit bekanntes Top-Erholungsgebiet, es unvermeidbar, dass Besucher ihre Hunde mitbringen. Man appelliert ständig an die Hundehalter den Hundekot zu entsorgen, was aber meist auf taube Ohren trifft“, schüttelte Higl den Kopf. Ein weiterer Gast wollte wissen, warum aus der Anregung einen Steg über den Lech zu bauen bis jetzt nichts geworden ist. „Es gibt ein Programm, dass die Lechauen aufgewertet werden doch ist es schwierig den Brückenbau umzusetzen. Um das Programm durchführen zu können müssen die Lechwerke ins Boot geholt werden und dem Projekt zustimmen“, erklärte der Meitinger Bürgermeister. Natürlich wurde das Thema Lohwaldrodung mehrfach angesprochen. Markus Kihm, LSW Leiter Umweltmanagement plädierte an die Besucher des Bürgergesprächs den Informationsabend unter dem Motto „Bauleitplanverfahren Sondergebiet nördlicher Lohwald“ am Montag, 24. Juni „ im Meitinger Bürgersaal zum Thema Bannwaldrodung zu besuchen. Momentane Vermutungen, so Kihm, bringen nur Unruhe. Ein Bannwald, so der LSW Mitarbeiter, hat einen anderen Naturstaus wie ein normaler Wald. Die Umsiedlung von Reptilien, Insekten und weitern Artenschutz in eine neues Waldgebiet, das auf einer Ausgleichsfläche entstehen wird, bringt dieser Artenvielfalt eine weitere Lebenssicherheit. „Wir wollen nichts kaputt machen und sind somit auf eine sichere Planung bedacht“, erklärte Kihm. Bürgermeister Higl sagte dazu, dass man sich im Marktgemeinderat in einer durchaus bewegbaren Situation befinde, um dieses Vorhaben der LSW zu beurteilen“. Kann man nicht eine andere Alternative für Ausgleichsflächen suchen und erst dann mit der Rodung beginnen? , wollte ein weiterer Gast wissen. „Ich kann hier nicht ins Detail gehen, genaue Informationen wird es bei der LSW Präsentation am Montag, 24. Juni im Bürgersaal geben“, lautete Higls Antwort. Weiter sagte der Meitinger Rathauschef, dass ein Bannwald eine Tabuzone sei, die nicht angegriffen werden sollte, über die Ausgleichsfläche werden Fachbehörden entscheiden. „Wenn eine Rodung durchgeführt werden sollte sind die Lechstahlwerke in Bezug einen hochwertigen Wald für die Artenvielfalt zu schaffen, denn man habe nicht die Absicht, der Umwelt und der Natur Schaden zufügen zu wollen“, erklärte Dr. Dirk Mudersbach von den LSW. Marktgemeinderat Ernst Dittrich meinte abschließend, dass das Thema Lechstahlwerke – Bannwald in dieser umfangreichen Ausführung nicht in eine Bürgersprechstunde gehöre, sondern darüber beim Informationsgespräch im Bürgersaal diskutiert werden sollte.
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