Ich. Du. Inklusion - Ein Thema dass alle Menschen anspricht

Im Anschluss an die Diskussionsrunde fanden noch anregende Gespräche und ein Meinungsaustausch zum Thema Inklusion zwischen Johanna Stuhler, Ursula Kneissl-Eder, Josef Probst, Johanna Quiz, Annemarie Probst, Reinhard Stuhler und Robert Hümmer statt.
Meitingen. Im Rahmen der Filmreihe Das Grüne Kino präsentierten Bündnis90/die Grünen Meitingen unter der Leitung von Marktgemeinderätin Annemarie Probst, Expertin für Inklu-sion in Schwaben, im Meitinger Cineplex Kino den Dokumentarfilm „Ich. Du. Inklusion von Thomas Binn. Eltern, Verwandte und Bekannte von Kindern mit körperlicher oder geistiger Behinderung zeigten Interesse an der Einladung, wo-rüber sich Annemarie Probst sehr freute. In dem 90 Minuten langen Film beleuchtet Thomas Binn die Integration von unter-stützungsbedürftigen Kindern in deutschen Schulen seit dem Jahr 2014. Thomas Binn be-gleitete über zweieinhalb Jahre hinweg fünf Kinder des allerersten Inklusionsjahrgang an der Geschwister-Devries- Schule im Nordrhein-Westfälischen Uedem durch ihren Schultag – manche von ihnen mit, manche ohne Unterstützungsbedarf. Der Film zeigt, was pas-siert, wenn Anspruch auf Wirklichkeit trifft, wenn ein auf dem Papier erdachtes Konzept auf Wirklichkeit trifft. Im Anschluss an den Film hatten die Besucher bei einer Diskussions-runde die Möglichkeit Fragen zu diesem brisanten Thema an die Experten Annemarie Probst, Dr. Sylvia Huber vom Integrationsfachdienst Schwaben und Robert Hümmer vom VdK - Bayern zu richten. Menschen mit Behinderung werden in unserer Gesellschaft im-mer noch als Menschen zweiter Klasse eingestuft und dadurch auch so behandelt“, erklär-te ein Besucher. Diese Kinder, Jugendliche, Männer oder Frauen haben es sehr schwer im heutigen Leben Fuß zu fassen. Durch eine Behinderung, egal, welcher Art, ob körper-lich oder geistig, haben diese Menschen oft kaum Möglichkeit sich beruflich zu betätigen oder gar einen Beruf auszuüben. Was bleibt ist der Weg in Werkstätten, um dort meistens an Fließbändern eine Tätigkeit auszuüben. Ganz zu schweigen von öffentlichen Behörden und Ämtern. „Dort“, schildert Annemarie Probst, „ wird trotz immer wieder in ausgelegten Hochglanzbroschüren für eine Inklusion und somit Eingliederung in die Gesellschaft, fast nichts in die Hand genommen, sondern einfach nur weggeschaut. „Obwohl Inklusion mitt-lerweile doch in einigen Arbeits- oder schulischen Bereichen Fuß gefasst hat, ist es noch ein weiter und aufwendiger Weg bis diese Menschen mit Beeinträchtigungen in der Ge-sellschaft voll und ganz integriert werden und somit in den Kreis der Gesellschaft aufge-nommen werden“, schilderte Dr. Sylvia Huber. „Eltern und Kinder sollen die Wahlmöglich-keit bekommen, für welche Schule sie sich entscheiden und dadurch bisherige Barrieren abgebaut“, erklärte Annemarie Probst. Robert Hümmer ergänzte, dass Bayern sich kon-sequent für ein Schulsystem entscheiden müsse, das auch des öfteren angezweifelt wird. „Die bisherige Öffnung von Regelschulen ist oft eher eine Belastung als ein Fortschritt für die Beteiligten, denn Diagnostik und Beratung sollten reformiert durch ausreichend Perso-nal weiterentwickelt werden“, fordert Robert Hümmer.
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