Meitingen ist auf dem besten Weg zu einer sozialen Stadt

Die Krähen haben ihre Nistplätze gewechselt und eine Bleibe in einem nördlichen Meitinger Wäldchen gefunden. Die Anwohner rund um die Nester finden diesen Zustand gar nicht lustig
Bürgerversammlung erfreut sich großem Besucherzuspruch. Die Themen Krähenvergrämung, Verkehr, Lärm und Wertstoffhof sorgen für reichlich Diskussionsstoff

Meitingen. „Die große Besucherzahl bei unserer diesjährigen Bürgerversammlung zeigt, dass die Meitinger Bürgerinnen und Bürger großes Interesse am Geschehen in unserer Marktgemeinde haben“, freute sich Bürgermeister Michael Higl im Rahmen seiner Begrüßungsworte vor etwa 180 Zuhörern im gut besetzten Meitinger Bürgersaal. Die von Higl vorbereitete Themenpalette reichte von der Krähenvergrämung, Verkehrsproblemen bis hin in die sozialen Bereiche. In seinem Rückblick auf die erwähnenswerten Ereignisse in diesem dem zu Ende gehenden Jahr ließ der Meitinger Rathauschef die Ortgespräche in den Ortsteilen, das Jugendforum, den Jugendworkshop, die Ortsentwicklung Meitingens, die erfolgreich durchgeführte Gewerbeausstellung mega 2018 sowie den runden Tisch zum Dauerbrennerthema Inklusion (wir berichteten bereits darüber), Revue passieren. Bei einer Vorschau auf künftige Vorhaben stellte Higl die Erweiterung des Hauses für Kinder in Erlingen sowie die Neugestaltung der Ortsmitte in Erlingen, die Feuerwehrhaussanierung mit neuem Anbau in Langenreichen, Modernisierungsarbeiten am Straßennetz in der Marktgemeinde und die damit verbundenen Investitionen in den Vordergrund seiner Ausf-ührungen. „In Langenreichen“, so Higl, „wird im Zuge der Feuerwehrhaussanierung auch die Ortsmitte ein neues Gesicht bekommen wofür eine Million Euro locker gemacht wird damit der Platz zum Wohle der Bevölkerung mit einem neuen Gesicht ausgestattet werden kann“. Nach seinen ausführlichen Erläuterungen auf die vergangenen und zukünftigen Er-eignisse in der Marktgemeinde forderte Higl die Besucher auf, ihre Probleme und Anliegen vorzutragen um diese mit ihm zu diskutieren und positive Lösungen zu besprechen. „Der Herbertshofner Bürger Georg Schweihofer bezeichnete den neuen Wertstoffhof, dessen Bau 1,4 Millionen Euro verschlungen hat, als ein „Millionengrab“. Besonders die Anliefer-ung von Grüngut ist Schweihofer ein Dorn im Auge. „Bei der Grüngutanlieferung wird es des öfteren ziemlich eng da nur vier Fahrzeuge ihr Grüngut ausladen können“, monierte Schweihofer und ergänzte, dass Autos rückwärts in die Grünguthalle fahren müssten was zu erheblichen Behinderungen an der Wertstoffhofeinfahrt führe. Roland Kosick, Wertstoff-mitarbeiter hielt dagegen und sprach von Unvernunft der Anlieferer. „Wenn sich jeder an die örtlichen Gegebenheiten halten würde gäbe es kein Chaos wie immer wieder behaup-tet wird“, betonte Kosick. Peter Kragl brachte wieder seine „unendliche Geschichte“, die Forderung nach einer Sperrung der Peter – Dörfler – Straße für den Verkehr vor. „Der Verkehrslärm ist den Anwohnern nicht mehr zuzumu-ten, täglich fahren 7000 Fahrzeuge durch die Straße“, zeigte sich Kragl erbost. Er forderte auch eine Verkehrszählung in der auf Tempo 30 ausgerichteten Straße. „Trotz der Beschilderung von Tempo 30“, so Kragl, „fahren Autos mit einer Geschwindigkeit von 60 bis 70 Stundekilometer durch die Peter – Dörfler – Straße obwohl sich von der Straße aus der Zugang zum Kindergarten befindet“. Der Meitinger Rathauschef antwortete, dass wenn man die Peter – Dörfler – Straße für den Verkehr sperren würden die Autofahrer andere Wege nehmen. Helmut Schur, Erlin-ger Landwirt auf einem Aussiedlerhof findet den Lärm, den die Fahrzeuge auf der stark befahrenen Bundesstraße 2 machen, und forderte die Straße in diesem Bereich mit Flüs-terasphalt zu belegen. Higl erklärte, dass er sich beim Staatlichen Straßenbauamt über eine solche Maßnahme erkundigt habe. „Die Antwort“, so Higl lautete, „dass die Straße in der Reihenfolge in der sie gebaut wurde auch saniert werde, dementsprech-end ist der Bereich bei Erlingen noch nicht an der Reihe. Walter Held ärgert sich jeden Tag über die offenen Baustelllöcher auf der Alten Dorfstraße in Erlingen in der Erdgas Schwaben eine Erdgasleitung in das benachbarte Biberbach erweitert. „Mir wurde von der bauausführen-den Firma bereits mehrfach zugesagt, dass die Baustellenlöcher in Kürze beseitigt wer-den, leider ist immer noch nichts geschehen. Für Gesprächsstoff sorgte auch das Thema Krähen. Die unter Naturschutz stehen Vögel wurde erfolgreich aus dem Schlosspark ver-grämt und haben sich nun in einem Wäldchen am nördlichen Ortsausgang von Meitingen niedergelassen. Mittlerweile haben die Krähen in den Baumkronen 200 Nester eingerich-tet. „Wir Anwohner sind von den tierischen Nachbarn nicht begeistert“, sagte Hermann Rösner, der diese Sachlage schlichtweg als ein Trauerspiel bezeichnet. Peter Kragl mein-te dazu, dass die Population der Krähen immer mehr zunehme. Aber irgendwo müssen sich die Vögel doch niederlassen“, war von einem Besucher zu hören. Bürgermeister Mi-chael Higl schilderte, dass im Vorfeld der Vergrämung einige Experten vorausgesagt hat-ten, dass es kaum möglich sei die Krähen umzusiedeln, was nun doch gelungen ist“. Aller-dings dürften die Krähen an ihrem neuen „Zuhause“ nicht gestört werden, sonst würden sie in den Schlosspark zurückkehren. Der Bürgermeister sieht aber ein Problemdarin, wenn sich die Krähen in dem Wäldchen weiterhin vermehren sollten.
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