Meitingen peilt die 12 000 Einwohnerzahl an

Freuten sich über den großen Besucherzuspruch beim diesjährigen Meitinger Neujahrsempfang (von links): stellvertretender Landrat Heinz Liebert, Archäologin Gisela Mahnkopf, Bürgermeister Michael Higl und seine beiden Stellvertreter Claudia Riemensperger und Werner Grimm
  Neujahrsempfang in Meitingen. Eine Reise in die Vergangenheit mit Einblicken in Meitinger Geschichte und ein Ausblick auf die Entwicklung der Kommune


Meitingen. „Ich freue mich sehr darüber, dass ich heute über 250 Gäste, eine Rekordzahl, beim diesjährigen Neujahrsempfang begrüßen darf“ sagte Bürgermeister Michael Higl mit Blick in den vollbesetzten Bürgersaal. Leistungsträger aus dem öffentlichen Leben, Kirchen, über 70 Vereinen, Schulen, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft hatten sich eingefunden um die traditionelle Veranstaltung der Marktgemeinde Meitingen zu besuchen. Als Festrednerin konnte der Meitinger Rathauschef Gisela Mahnkopf, Kreisheimatpflegerin für Archäologie und Bodendenkmäler für den Landkreis Augsburg, begrüßen. Sie war mit ihrem einem Team eines Arbeitskreises für Vor- und Frühgeschichte nach Meitingen gekommen. Unter dem Motto „Webgewicht, Spinnwirtel und offene Fragen“ gab die gebürtige Münchnerin Einblicke über die derzeitigen Grabungen eines vermutlich im frühmittelalterlichen an der Donauwörther - Straße in Meitingen entdeckten Handwerkerdorfes.

Entwicklungen und Schaffenskraft

„Wenn ich so in den Saal schaue, habe ich die Bandbreite von Traditionsvereinen wie Feuerwehren, Schützen, Sportler, Soldatenkameradschaften, Chören, Musikkapellen bis hin zum Partnerschaftskomitee, dem türkischen Kulturverein sowie Asylhelfern und Lesepartner in ihrer Vielfalt erst richtig vor Augen“, freute sich der Meitinger Rathauschef. In seinem Rückblick auf das Jahr 2017 schilderte Higl, dass der Gemeinderat im Dezember den Haushalt 2018 beschlossen habe und dieser von der Rechtsaufsicht genehmigt wurde. „Nun, so der der Rathauschef, „gilt es die angesagten Themen anzupacken, denn al-lein aus der Bereitstellung von 31 Millionen Euro entstehen noch keine Projekte“. Dazu gehören unter anderem die Planungen für eine neue Erlinger Dorfmitte, das Projekt Langenreicher Ortskern, für das vom europäischen Förderbund 400 000 Euro Fördermittel zugesagt sind, allerdings mit der Vorgabe, dass dieses Projekt in zwei Jahren zum Abschluss kommt. Auch die Umbaumaßnahme des Langenreicher Feuerwehrhauses, des neuen Bahnhofsumfeld und der Schlossstraße erwähnte Higl. Erfreulich fand der Rathauschef, dass Meitingens Einwohnerzahl rasant nach oben geht und schon bald die 12 000 Einwohnermarke knacken wird. „Dadurch können wir feststellen, das eine große Dynamik in unserer Kommune vorhanden ist“, so Higl. Es werden, so der Meitinger Bürgermeister neue Baugebiete ausgewiesen und die von der Meitinger Wohnungsbau GmbH sich derzeit noch im Bau befindlichen Wohnungen bald beziehbar“. „Selbstverständlich ist die Infrastruktur gewährleistet, Wasserversorgung und Kläranlagen sowie der Straßenbau sind in trockenen Tüchern“, betonte Higl, der auch erwähnenswert fand, dass Planungen für einen weiteren Ausbau von Kindergärten und Schulen im Raum stehen. „Damit das gesunde und soziale sowie gute Miteinander in der Gemeinschaft weiter wie bisher gut funk-tioniert, ist auch künftig, wie bisher, das gelebte Miteinander einer engagierten Gesellschaft erforderlich“, so Higl.

Grabungen an der legendären Via Claudia

Kreisheimatpflegerin und Archäologin Gisela Mahnkopf ließ in ihren Ausführungen über die derzeit in Meitingen durchgeführten Grabungen die Vergangenheit des Marktes bis ins fünfte Jahrhundert nach Christus aufleben. Gemeinsam ist Mahnkopf mit einem Team des Arbeitskreises für Vor- und Frühgeschichte im Landkreis Augsburg an der früher dort ver-laufenen, legendären Via Claudia, auf der Suche nach Überresten aus Stein, Keramik oder Knochen von Menschen und Tieren tätig. Im Umfeld der vermutlich dort angesiedelten Grubenhäuser wurden mit Spinnwirtel, einem einfachen Spinnwerkzeug, Webarbeiten durchgeführt, wofür erste Anzeichen bereits gefunden wurden. „Spaziergänger und interessierte Menschen fragen immer wieder nach, was sucht ihr da und habt ihr schon was gefunden“ schmunzelt die Archäologin und meint, dass noch viele Geheimnisse und span-nende Entdeckungen auf die Aktiven des Arbeitskreises zukommen werden. Die Arbeiten sind nicht immer einfach zu bewältigen. „Wir müssen dabei auch mit einem Bagger gefühlvoll graben denn sonst würden wir in zehn Jahren noch schaufeln“ schildert Mahnkopf. Das Team hat aber auch Verständnis, wenn Bürgermeister Michael Higl, manchmal nicht ganz ernst gemeint, zügige Arbeit fordert. „Er will auch nicht noch Jahre warten bis die archäologischen Grabungen beendet sind, da auf dem Baufeld Wohnungen geplant sind“, schmunzelt Gisela Mahnkopf am Ende ihrer umfangreichen Ausführungen.


 
 
Foto: Peter Heider
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