Niedertemperaturnetz in Betrieb genommen

Markus Hertel (rechts) erklärte im Beisein von SGL - Werksleiter Markus Partik (links) und Bürgermeister Michael Higl (Bildmitte) die Vorzüge des neuen Niedertemperaturnetzes
Es ist das erste deutschlandweite Pilotprojekt. Die Heizung der Zukunft wird mit 31 Grad lauwarmen Wasser betrieben

Meitingen. In der Marktgemeinde Meitingen ist in diesen Tagen offiziell ein Niedertemperaturnetz, das erste bundesweite Pilotprojekt der Heizung für die Zukunft, in Betrieb genommen. Der Markt Meitingen und die Firma SGL Carbon GmbH planen in der Marktgemeinde ein Nahwärmenetz für die Versorgung eines in Werksnähe befindlichen Neubaugebietes mit rund 170 Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern und 14 Einfamilienhäusern in Betrieb zu nehmen. „Ganzjährig“, so Bürgermeister Michael Higl, „wird von der SGL Carbon industrielle Abwärme in Form von etwa 31 Grad warmen Wasser zur Verfügung gestellt, die Abwärme muss dann nicht mehr durch ein Kühlsystem abgeführt wirden“. Damit kann die Abwärme zu einem wettbewerbsfähigen Preis an die neu entstehenden Wohneinheiten im Baugebiet des Marktes Meitingen an der Donauwörtherstraße abgegeben werden. „Für die künftigen Bewohner heißt das, dass ihnen rund 31 Grad warmes Wasser geliefert wird, eine Temperatur, die zum Betrieb einer Fußbodenheizung ausreicht“, schildert der Meitinger Rathauschef. Wärmeres Wasser zum Duschen etc. erzielt man mittels Wärmepumpen, die jedem einzelnen Projekt zur Verfügung gestellt werden. Optimiert wird das System durch Photovoltaikanlagen, die auf die Dächer der Mehrfamilienhäuser der Wohnungsbau GmbH des Marktes Meitingen installiert werden. „Wer also in diesem Gebiet ein Haus baut, spart sich die Investition einer Heizungsanlage, sämtliche Betriebs- und Wartungskosten und zahlt für die tatsächlich verbrauchte Wärme und dies zu einem wettbewerbsfähigen und für 20 Jahre weitgehend gesicherten Energiepreis“, schildert Higl die Vorteile des Wärmenetzes der im Wasserwerk des Markt Meitingen (Wasserwerk) einen zuverlässigen Eigentümer und Wärmelieferant dieses innovativen Projekt sieht. Nach dem Abschluss des sogenannten Bauabschnitt I mit der Wärmekoppelung und dem Leistungsbau von der Abgabestelle der Firma SGL zur Übergangsstation in der Werner – von – Siemens –Straße ist nun die tatsächliche Inbetriebnahme des ersten Mehrfamilienhaus der Wohnungsbau GmbH erfolgt. Damit versorgt das neue Wärmenetz insgesamt 20 Wohneinheiten mit einer Wohnfläche von rund 1500 Quadratmetzern, die im Rahmen des Sozialen Wohnungsbaues, errichtet wurden. Die Kosten für die Wärmeleitung, die Übergangsstation und die Inbetriebnahme des ersten Hauses belaufen sich auf etwa 450 000 Euro. „Damit“, so Higl, „ liegen wir durchaus im geplanten Rahmen“. Spätestens im Frühjahr 2019 soll mit dem zweiten Bauabschnitt begonnen werden, der die weiteren Mehrfamilienhäuser der Wohnungsbau GmbH, 27 Wohneinheiten im Jahr 2019/, 27 Wohneinheiten im Jahr 2021/2022, erschließen wird. Darüber hinaus wird der südöstliche Teil des Baugebietes des Marktes Meitingen und ein Mehrfamilienhaus in der Donauwörtherstraße Zug um Zug erschlossen. Nach Abschluss der archäologischen Untersuchungen erfolgt als dritter Schritt die Erschließung des Nordteils des Baugebietes im sogenannten Bauabschnitt III. Dort finden derzeit noch Grabungen statt um etwas über die „ersten Meitinger“ zu erfahren, die sich schon um 500 vor Christus hier wohl angesiedelt hatten. Die Kosten für die Bauabschnitte II und III werden sich in einem Kostenbereich von etwa 550 000 Euro ansiedeln. Im Rahmen der Inbetriebnahme des Niedertemperaturnetzes hoffte Friedrich Rebelein von der SGL Carbon, das dieses Projekt viele Nachahmer finden werde. „Abwärme mit diesen Temperaturen gibt es wie Sand am Meer und niemand weiß doch so recht, wohin damit“. SGL Werksleiter Markus Partik erwähnte, dass es trotz gutem Willen nicht ganz einfach gewesen sei das Pilotprojekt zu stemmen denn es lagen einige Steine im Weg bis zur heutigen offiziellen Übernahme. Das Unternehmen hat sich verpflichtet sein erwärmtes Wasser im kommenden Zeitraum von 20 Jahren kostenfrei zur Verfügung zu stellen was in der Marktgemeinde Meitingen freudig zur Kenntnis genommen wurde.
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