Wird sich der Bau der neuen barrierefreien Bahnunterführung verzögern?

Die derzeitige Fußgänger- und Radfahrerunterführung am Meitinger Bahnhof ist nicht barrierefrei und soll durch eine neue Röhre ohne Hindernisse wie Treppen ersetzt werden.
  Meitingen will den Bahnhof barrierefrei umbauen, doch schon die Vorarbeiten gestalten sich komplizierter als geplant

Meitingen. Oberste Priorität und damit im Fokus der anstehenden großen Veränderungs-maßnahmen in der Marktgemeinde Meitingen in den kommenden Jahren steht die Ein-richtung eines barrierefreien Bahnhofes. Der Meitinger Bahnhof, auf dem täglich etwa 3000 Ein- und Ausstiegsbewegungen verzeichnet werden gehört zu den größten, aber nicht barrierefrei ausgestatteten Bahnhöfen im Landkreis Augsburg denn wer zu den Bahnsteigen kommen will, muss mehrere steile Treppen in Kauf nehmen. Gerade Men-schen mit Behinderungen, Mütter mit Kinderwägen, Rollstuhlfahrer und Radfahrer haben dabei immer wieder mit Schwierigkeiten zu den Zügen zu kommen. Um diese „Barrieren“ zu beseitigen, was bereits im Jahr 1990 von der SPD Markträtin Ellen Blask gefordert wur-de, sollen eine neue Fuß- und Radlerunterführung sowie neue Aufgänge zu den Gleisen gebaut werden. Doch um diese neuen barrierefreien Einrichtungen in die Tat umzusetzen sind enorme Vorplanungen nötig. Aus diesem Grund wollte man ursprünglich in Meitingen die Möglichkeit nutzen, dass wenn im Juni des kommenden Jahres die Züge aufgrund von Bauarbeiten in Langweid und Gersthofen stillstehen, die Sperrpause einzubeziehen, um in Meitingen die neue Bahnunterführung für Fußgänger und Radfahrer einzurichten. Im Juni 2019 sollte der erste Schritt der Baumaßnahme erfolgen und die Röhre unter den Gleisen durchgeschoben werden. Dies ist aber nicht so einfach, denn diese komplizierten Arbeiten müssen innerhalb von nur acht Stunden durchgezogen werden. Nach Anfrage bei Bürger-meister Michael Higl soll die Röhre auf dem Gelände der ehemaligen Bahnhofsgaststätte zuerst aufgebaut werden, ehe sie in einem Schub unter den Gleisen durchgeführt wird. Die Kosten, allein für den Bau der Röhre, beziffern sich mit etwa 1,8 Millionen Euro. Der-zeit liegt dem Eisenbahnbundesamt ein Antrag für diesen Bau im Jahr 2019 vor, dessen Genehmigung im Herbst noch im Meitinger Rathaus eingehen könnte. Nun stellt sich aber die Frage, ob man es sich in der Marktgemeinde zutraut, diesen engen Zeitplan zu stem-men. „Die Verantwortlichen der Marktgemeinde wollen nun noch etwas abwarten und im Laufe des Monats September eine Entscheidung treffen, ob man an dem gesteckten Zeit-plan festhalten könne. Doch auch nach dem Bau der Röhre stehen weitere Fragen im Raum, die im Rathaus überdacht werden müssen. Eine dieser Fragen lautet, wo soll die etwa 80 Meter lange Rampe verlaufen, die vom Bahnhofsbereich hinunter in die Unterfüh-rung führt, eine maximale Steigen von sechs Grad haben darf und an deren Länge nicht verändert werden kann. Die Lösung für eine platzsparende und sinnvolle Rampe wäre das diese mehrfach um die Ecke geht und sich dabei wie eine Serpentine auf- und abschlän-gelt. Dabei stellt sich jedoch die Frage, ob diese eventuelle Variante der späteren Weitere-ntwicklung des Bahnhofsumfeldes im Wege stehen würde. Die verschiedenen aufgezeig-ten Vorstellungen des Bahnhofsumfeldes reichen vom Bau eines Hotels bis zu einem Bür-gerhaus oder Parkdecks und einer Erweiterung des Bahnhofsumfeldes samt einer verän-derten Verkehrsführung in den Meitinger Ortskern. Auch ein Abriss des bisherigen stark bröckelnden Bahnhofsgebäudes wird dabei ins Auge gefasst. Dabei stellte sich heraus, dass die platzsparende Serpentinen – Rampe durchaus realisierbar wäre. Doch zu-erst muss die Röhre gebaut werden.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.