Badeverbot am Mandichosee wird aufgehoben

Am Mandichosee wird am Freitag das Badeverbot aufgehoben. (Foto: Landratsamt Aichach-Friedberg, Markus Pettinger)

Am Mandichosee wird das Badeverbot aufgehoben. Dennoch sollen Kleinkinder und Hunde weiter den Uferbereich meiden.

Ab Freitag kann man im Mandichosee wieder baden und Wassersport treiben. Während im Uferbereich auch künftig mit Blaualgen an angeschwemmten Wasserpflanzen und an Treibgut zu rechnen ist, werde "die Wasserqualität im See auch nach mehreren Beprobungen vom Labor weiterhin als bakteriologisch einwandfrei eingeordnet", teilt das Landratsamt Aichach-Friedberg am Mittwoch mit.

Am Donnerstag wird das Landratsamt am Mandichosee Informationstafeln zur Blaualge aufstellen, auch an den weiteren neun Badeseen im Wittelsbacher Land werden demnächst die gleichen Schilder zu finden sein.

Blaualgen können unter anderem Hautreizungen, Magen-Darm-Beschwerden und allergische Reaktionen auslösen. Das Verschlucken einer großen Menge an Blaualgen kann gefährlich sein, insbesondere für Kleinkinder und Hunde. Deshalb sollen diese sich nicht am Uferbereich aufhalten, denn dort sammeln sich üblicherweise die größten Mengen an Blaualgen an. Darüber informieren künftig die Tafeln.

Badende sollen Bereiche mit sichtbaren grünlichen Schlieren meiden, auch Flocken auf der Wasseroberfläche und rote Teppichen am Ufergrund können ein Hinweis auf eine Blaualgenkonzentration sein.

Drei Hunde starben am Mandichosee

Am Ostufer des Mandichosees in Merching (Lechstaustufe 23) verendeten im August drei Hunde nach Aufenthalt im Uferbereich. Als Todesursache bei zumindest zweien der Hunde wird nach diversen Untersuchungen eine Vergiftung mit dem Nervengift Anatoxin angenommen.

Anatoxin wird von der Blaualgengattung Tychonema produziert, welche am Mandichosee nachgewiesen werden konnte. Tychonema galt bislang als in nördlichen Gebieten verbreitet und wurde bundesweit zuvor lediglich an einem anderen Badesee, in Berlin, festgestellt.

Die Behörden vor Ort hatten bislang keine Erfahrung mit dieser Gattung Blaualgen, sodass "für eine seriöse Gefahrenabschätzung zunächst verschiedene Untersuchungen und Recherchearbeiten sowie ein Austausch mit diversen Fachstellen durchgeführt werden musste", erklärt das Landratsamt. Inwiefern Badende, Wassersportler, Kleinkinder oder Angler von dem Tychonemavorkommen gefährdet sind, konnte zum damaligen Zeitpunkt noch nicht abgeschätzt werden. Aus diesem Grunde wurde zunächst ein vorsorgliches Bade- und Aufenthaltsverbot verhängt.

Zwischenzeitlich seien umfangreiche Untersuchungen durch verschiedene Institutionen durchgeführt worden. Es fand eine Vernetzung verschiedener beteiligter Stellen statt, in deren Rahmen Erkenntnisse unter anderem aus den Bereichen Gesundheitsschutz, Veterinärmedizin, Wasserwirtschaft sowie des Umweltbundesamts, des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und vielen mehr zusammengetragen wurden.

Kritisch bleibt der Uferbereich

Im Gesamtbild gelangte man nun zu der Einschätzung, dass eine realistische Gefahr für Badende und Wassersportler im Freiwasser nicht besteht. Tychonema wurde dort nicht nachgewiesen.

Kritisch ist allerdings der Uferbereich, in dem es im August 2019 zu der Massenvermehrung der Tychonema kam. Dort kommen die Toxine des Bakteriums in höherer Konzentration in Form roter Teppiche sowie angelagert an Treibgut und Wasserpflanzen vor. Eine tatsächliche Gefährdung wird daher in erster Linie für Hunde und Kleinkinder gesehen.

Beide halten sich im Gegensatz zum Schwimmer oder Wassersportler vor allem im Uferbereich auf. Hunde werden geruchlich häufig von an Treibgut haftenden Blaualgen angezogen und nehmen diese ins Maul auf. Kleinkinder zeigen altersbedingt in der Regel ein Verhalten mit häufigem Hand-Mund-Kontakt und könnten beispielsweise beim Spielen am Ufer Wasserpflanzen in die Hand und/oder in den Mund nehmen. Aus diesem Grunde wird Eltern mit Kleinkindern sowie Hundehaltern weiterhin von einem Aufenthalt am Mandichosee, insbesondere im Ostuferbereich, abgeraten.

Alle anderen Nutzer sollten darauf achten, Kontakt mit Wasserpflanzen, Treibgut und roten Algenmatten zu vermeiden. Auch sollten insbesondere im Flachwasserbereich nicht größere Mengen Wasser verschluckt werden. Dies gilt ohnehin grundsätzlich für das Baden in Seen und sollte im Falle des Mandichosees besonders beachtet werden. (pm)
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