Dritter toter Hund am Mandichosee: Hundehalter vor Ort sind verunsichert

Die strengen Regelungen für kontaminierte Gewässer bestanden nur einige Tage. Die Taucher der Wasserwacht vermuten einen Tierhasser, der Giftköder auslegt.
 
Patrick Plößl ist technischer Leiter der Wasserwacht Mering am Mandichosee und macht sich für einen Übungstauchgang von 45 bis 60 Minuten bereit.
Merching: Mandichosee |

Am Mandichosee starb ein dritter Hund. Wurden die Tiere vergiftet? Besucher und Rettungsschwimmer vermuten einen Tierhasser, der Köder auslegt.

Tobias Ulrich aus Pfaffenhofen an der Ilm fuhr am Donnerstagvormittag mit Freunden zum Surfen an den Mandichosee, weil guter Wind für den Feiertag Maria Himmelfahrt vorhergesagt war. Seit vielen Jahren kommt er hierher, um seinem Hobby nachzugehen. „Ich habe die Nachricht über den Tod des mittlerweile dritten Hundes durch meine WhatsApp-Gruppe erfahren", erzählt er. Angst habe er aber keine gehabt. "Das Wasser ist sauber, sonst würden auch andere tote Tiere wie Fische herumliegen. Bestimmt handelt es sich um einen Idioten, der irgendetwas hier auslegt“, vermutet der Surfer.

Im Falle der ersten beiden toten Hunde, die Anfang August verendeten, nachdem ihre Besitzer mit ihnen am Mandichosee spazieren waren, ging man zunächst von einer Blaualgen-Vergiftung aus. Nachdem Proben genommen wurden, gaben die Behörden allerdings Entwarnung.

Am Mittwoch nun starb ein dritter Hund nach einem Spaziergang am Mandichosee. Die Halterin aus Mering hatte das Tier nicht einmal von der Leine gelassen, es reagierte plötzlich mit Zuckungen. Wenige Minuten später war es tot.

Sabine Koller aus Mering kam mit ihrem vier Jahre alten Hund Mailo und einer anderen Hundehalterin, die ihren ein Jahr alten Labrador Balu ausführen wollte, gerade zum See, als die Polizei mit den Ermittlungen beschäftigt war. Ein Surfer warnte sie, dass ein Hund vor wenigen Minuten verendet war und sie deshalb besser nicht dort spazieren gehen sollten. 

Aufgrund des Risikos verließen die beiden Frauen sofort den See und zogen es vor, weiter nach Schmiechen zu fahren. „Wenn Kinder ihr Eis fallen lassen und wieder aufheben und weiteressen, könnten sie daran sterben. Man sollte sicherheitshalber Kameras aufstellen“, schlägt die entsetzte Hundebesitzerin Sabine Koller vor. Sie wird ihr geliebtes Haustier momentan nicht mehr am Mandichosee ausführen.

Auch andere Hundebesitzer sind verängstigt. Am Kiosk ist nicht sehr viel los. Ekkehard Treml, seine Frau und ein Freund trinken eine Tasse Kaffee. Um 10.30 Uhr starteten sie von Stadtbergen mit dem Fahrrad in Richtung Mandichosee. „Ich las in der Zeitung, dass zwei Hunde nach einem Bad im See starben. Dass es noch einen dritten toten Hund gab, höre ich zum ersten Mal. Ich vermute, dass jemand hier Giftköder auslegt“, sagt Treml.

Bei der Wasserwacht macht sich technischer Leiter Patrick Plößl für einen Tauchgang fertig. Er wurde durch Freunde informiert und erzählt, dass nach dem Tod der ersten beiden Hunde die Sicherheit für die Taucher der Wasserrettung erhöht wurde. Er hatte festgelegt, dass nur mit Trockentauchanzug und Vollgesichtsmaske getaucht werden darf. Diese Regelung, die für kontaminierte Gewässer gilt, wurde nach der Entwarnung durch die zuständigen Behörden wieder zurückgenommen.

"Um 9 Uhr begann unser Dienst. Da waren schon die ersten Surfer und Schwimmer am See. Bei Temperaturen über 30 °C kommen 500 bis 600 Leute, auch viele Familien mit Kindern", erklärt er. Viele Hundebesitzer stellen ihr Auto am Parkplatz ab und laufen ein Stück am See entlang, soweit es möglich ist, weiß Plößl. Ein Rundgang um den ganzen See sei gar nicht möglich. Er vermutet, dass es sich um eine Person handelt, die keine Hunde mag und Gift auslegt.
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