1051 Unterschriften für die Petition „Keine Ansiedlung der Firma Honold Logistikgruppe in Mering“

Wolfhard von Thienen (rechts) und Gudrun Richter (zweite von rechts) übergaben als Sprecher des Aktionsbündnisses "Keine Osttangente" die Petition gegen die Ansiedlung eines Großlogistikers im neuen Gewerbegebiet Mering-West im Beisein von Heiner Honold (links) an den Ersten Bürgermeister Hans-Dieter Kandler.
Mering: Sitzungssaal |

1051 Unterschriften hat das Aktionsbündnis „Keine Osttangente“ nun übergeben, gegen eine Ansiedlung der Firma Honold Logistikgruppe in Mering. Unternehmer Heiner Honold kam zur Übergabe. Er sagte, er sei immer noch an Mering interessiert.


Am 24. April um 17 Uhr erfolgte die Übergabe der Petition gegen die Ansiedlung eines Großlogistikers im Gewerbegebiet westlich des Bahnhaltepunktes Mering St. Afra durch Wolfhard von Thienen und Gudrun Richter, Sprecher des Aktionsbündnisses „Keine Osttangente“. Das Bündnis hatte die Online-Petition im Februar 2018 gestartet. 1051 Personen, von denen einige persönlich in den Sitzungssaal kamen, hatten die Petition unterzeichnet: 538 Personen aus Mering, aber auch Menschen aus Friedberg, Kissing und Augsburg.

Auch wenn mit einer Petition keine rechtlichen Forderungen verbunden sind, sei ab 370 Unterschriften eine Durchsicht und Überprüfung politisch gesehen dringend geboten, weiß Wolfhard von Thienen. Die Sprecher erläuterten dem Ersten Bürgermeister Hans-Dieter Kandler und dem Unternehmer Heiner Honold, warum ein Großlogistiker nicht in das neue Gewerbegebiet von Mering gehöre.

Durch die Ansiedlung von Honold werde die Betonierung des Lechfelds fortgesetzt und es entstünden neue Verkehrsströme. Die Firma passe nicht in die Landschaft und das gesetzte Ziel, „Wachstum mit Augenmaß“ sei nicht mehr gegeben, erklärte Gudrun Richter. Mering solle keine Entwicklung wie in Graben oder Kleinaitingen erleben.

Die Bürger von Mering wünschten, in einer lebenswerten Landschaft zu leben, eine Stätte zur Regeneration und für den Erhalt ihrer Arbeitskraft zu haben, führte sie aus. Wolfhard von Thienen dankte für den Empfang im Sitzungssaal. Als Biologe liege ihm der Schutz der Natur und letzter Reste einer wunderbaren Landschaft sehr am Herzen.

Er fragte die anwesenden Marktgemeinderäte, wie sie es überhaupt in Erwägung hatten ziehen können, für drei riesige Hallen in einer Höhe von 15 m, einer Länge von 260 m und einer Breite von 150 m abzustimmen und plädierte für die Ansiedlung von klein- und mittel-ständigem Gewerbe, wie Startups der Medizinbranche in dem „Goldgürtel vor München“. Unter den Unterzeichnern befänden sich namhafte Persönlichkeiten, zehn Ärzte und viele Naturwissenschaftler.

Er forderte die Räte auf, die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen und überreichte ihnen als Geschenk ein Glas Honig des Imkers Werner Bader mit dem Spruch „Fleißig wie die Bienen, immer aktiv für Mensch und Natur“. Heiner Honold akzeptierte die Bedenken und stellte sein Unternehmen vor: ein bonitätsstarker Mittelstandsbetrieb in 5. Generation mit 1400 Mitarbeitern, der auch in Augsburg eine Niederlassung hat.

Er habe nach wie vor Interesse an Mering, aber derzeit keinen konkreten Ansatz. „Ich werde mich in wenigen Monaten erneut an Herrn Kandler wenden. Mering ist mit Honold gut beraten“, beendete er seine Ansprache. Bürgermeister Hans-Dieter Kandler führte aus, dass 5 Hektar der geplanten 8 Hektar für Honold vorgesehen gewesen seien. Eine Erweiterung des Gewerbegebietes nach Westen sei noch Zukunftsmusik. Er habe die Chance ergriffen, einen Weltkonzern nach Mering zu holen, verdeutlichte er.

„538 Unterschriften aus Mering, das sind bei 9.000 bis 10.000 Wahlbe-rechtigten gerade einmal 3 bis 4 Prozent, die große Mehrheit ist also anderer Auffassung!“, argumentierte Kandler. Er berichtete von einem Gespräch mit dem Bürgermeister von Graben. Für diesen sei die Ansiedlung von Amazon, durch die 1900 dauerhafte Arbeitsplätze für viele Langzeitarbeitslose geschaffen wurden, in Ordnung. Wolfhard von Thienen sagte: „Wir sind keine Gegner, sondern wünschen uns nur eine gute Entwicklung für Mering, am besten mit Unterstützung eines Projektentwicklers. Lassen sie uns gemeinsam einen Konsens finden.“

Aus dem Publikum meldete sich abschließend Werner Bader zu Wort: „Die Bürger, die diese Petition unterzeichneten, beteiligen sich aktiv am Gemeindeleben. Das Lechfeld bietet zwar nicht so viel Nektar für die Bienen, ist aber ein Hotspot der Artenvielfalt.“ Der Marktgemeinderat muss die vorliegenden Anfragen abarbeiten, wieder beraten und eine neue Entscheidung fällen, beendete Bürgermeister Hans-Dieter Kandler den Übergabetermin.
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