Abenteuer in Chile: Diavortag von Herbert Schön

Mering: Papst-Johannes Haus | Als Naturschutzwart des Meringer Alpenvereins liebt der Kissinger Herbert Schön die heimatliche Landschaft, etwa wenn er sich um die Wanderwege bei Kissing und Mering kümmert. Und er ist auch der Geselligkeit bei Zusammenkünften im Vereinsheim an der Kletterwand und gemeinsamen Bergtouren keineswegs abgeneigt. Aber alle paar Jahre überkommt ihn Fernweh und die Sehnsucht nach Einsamkeit. Dann macht er sich auch noch mit 70 Jahren alleine auf, um in weit entfernten Gegenden Berge zu besteigen. Sein Lieblingsziel ist Chile, dessen Norden er im letzten Winter von Januar bis März erkundete.
Von Santiago de Chile fuhr er zunächst mit dem Bus Richtung Norden nach Vallenar, seinem Ausgangspunkt für einige Tage „Eingehtouren“ zur Akklimatisierung, wobei er in großer Hitze auf mehrere Gipfel mit ca. 3000 m Höhe wanderte. Anschließend traf er sich mit seinem chilenischen Bergführer, um die Expedition zu den Gipfeln in der Atacama-Wüste zu starten – geplanter Höhepunkt nach neun Tagen: der Ojos del Salado, mit 6893 m der höchste aktive Vulkan der Erde und zweithöchste Gipfel Südamerikas. Bei herrlichstem Wetter und in großartiger Landschaft – weiße Berge, grüne Seen und alle Farben der Wüste – gelang ihm die Ersteigung einiger Sechstausender. Dann allerdings erwischte er eine Krankheit, die ihn mehrere Tage schwächte. Und als es von der Tejos-Hütte in 5800 m Höhe auf den Ojos gehen sollte, musste Herbert Schön seinem Führer, der ihn nachts um 2 Uhr für den Aufstieg weckte, absagen. Der für ihn traurige Abstieg erfolgte durch die Reste eines nächtlichen Schneesturms. Aber auch wenn sich der Traum vom Ojos nicht erfüllte: Herbert hatte danach noch schöne Erlebnisse in Chile. So konnte er im Nationalpark Pan de Azucas am Pazifik die nördlichste Kolonie von Humboldt-Pinguinen sehen. Vom Wüstendorf San Pedro de Atacama aus ging es zu Salzseen und auf einen Vulkan mit 5545 m. Ein Abstecher nach Bolivien führte ihn zur größten Salzpfanne der Erde, zur Salzwüste Salar de Uyuni, wo das strahlende Weiß des Salzes nur unterbrochen wird durch das Rosa von Flamingos und das Grün von Kakteen, die die Insel Incahuasi überwuchern. Zurück in Chile unternahm er noch einige Bergtouren im Nationalpark Lauca. Am Schluss seiner Reise hatte er noch zehn Tage Zeit für „Urlaub“ am Meer, wobei ihn allerdings nach zwei Tagen am Strand schon die Sehnsucht nach den Bergen ergriff.
Von seinen Erlebnissen berichtet Herbert Schön in seinem Bildervortrag „Chile – Land am Ende der Welt“ beim Meringer Alpenverein am Dienstag, den 6. Februar, um 20 Uhr im Papst-Johannes-Haus in Mering.
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