Bauhof platzt aus allen Nähten

Die Arbeiten für eine neue Halle haben auf dem Bauhofgelände begonnen. Fotos: Stöbich
  Mering: Mering | Spatenstich zur Erweiterung für 1,65 Millionen

Peter Stöbich
Mering. Mit ihrer knallorangen Arbeitskleidung sind die Männer des gemeindlichen Bauhofs nicht aus dem Meringer Strassenbild wegzudenken. Sie pflegen das ganze Jahr über Bäume und Grünanlagen, leeren Abfalleimer, reinigen Strassen, räumen im Winter Schnee und vieles mehr.
"Eine so fleißige Mannschaft braucht auch gute Arbeitsbedingungen", sagte Bürgermeister Hans-Dieter Kandler gestern beim Spatenstich zur dringend notwendigen Erweiterung des Bauhofs. Im Zentrum des Geländes ist eine neue Halle mit einer grünen Dachoase für die Mitarbeiter geplant.
Nicht nur der Sozialraum für die insgesamt 19 Beschäftigten ist zu klein, auch der Fuhrpark für 16 Fahrzeuge sowie Schreinerei und Werkstatt brauchen mehr Platz. "Denn mit der wachsenden Einwohnerzahl sind in den vergangenen Jahren auch unsere Aufgaben immer mehr geworden", stellt Claudius Hirner fest.
Der Maurermeister war im August 2000 als Vorarbeiter zum Bauhof gekommen, den er jetzt seit zehn Jahren leitet. Auch seine Kollegen sind Spezialisten als Gärtner, Landschaftsbauer, Schreiner, Kfz- oder Landmaschinentechniker. Bei ihrer vielseitigen Tätigkeit ist oft Improvisationstalent gefragt, wenn zum Beispiel in den Meringer Kindergärten, Schulen oder im Rathaus rasche Reparaturen nötig sind. "Die Bürger machen sich über unsere Arbeit meist nur Gedanken, wenn etwas nicht gleich klappt", weiß Hirner. "Dann sind wir der Prellbock und statt einem Danke gibt es Ärger und Beschwerden." Das sei manchmal zwar nicht ganz einfach, "aber für alle Probleme gibt es letztlich eine Lösung."
Sei es, wenn Straßenlampen ausfallen oder Absperrungen für die Markttage gebraucht werden, wenn bei 30 Grad Hitze Badanger und Sportplatz gemäht oder bei Minustemperaturen Schneeberge beseitigt werden müssen. "Im ganzen Gemeindegebiet mähen wir eine Fläche von 210.000 Quadratmetern", schildert Hirner ein Beispiel für die unentbehrliche Arbeit im Dienst der Allgemeinheit. "Jetzt sind wir froh, dass es mit dem zusätzlichen Neubau endlich losgeht - er wird dringend gebraucht!"
Bei laufendem Betrieb entsteht er in der Mitte des Geländes als zweistöckiges Gebäude. Weil dafür die Grüninsel weichen muss, die oft zur Brotzeit diente, ist eine begrünte Dachterrasse vorgesehen. Architekt Gerhard Mach geht von Baukosten in Höhe von 1,65 Millionen Euro aus und hofft, dass spätestens Ende Oktober das Richtfest stattfinden kann.
Der Bauhof war 1993 errichtet worden. Wegen der hohen Kosten für einen Ausbau hatte der Gemeinderat zunächst mit seiner Zustimmung gezögert (wir berichteten). Doch Hirner stellte klar, dass vermeintlich günstigere Varianten wie die Errichtung von Fertiggaragen oder einer Fertighalle einen Teil der Probleme ungelöst lassen würden.
"Jetzt sind wir bestens für die Zukunft gewappnet", sagte Kandler gestern beim Spatenstich. Denn mit dem neuen Gewerbepark und dem raschen Wachstum der Gemeinde werden die Aufgaben für die Bauhof-Mitarbeiter weiter zunehmen.
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