Damit Kiebitze und Orchideen wieder ihren Platz im Meringer Feld haben

Schilder der DB Netz AG weisen auf die Bedeutung der Ausgleichsflächen im Meringer Feld für den Naturschutz hin und bitten Hundebesitzer und Ausflügler diese nicht zu betreten und Hunde nicht frei laufen zu lassen. Bereits ein freilaufender Hund kann viel Schaden anrichten und die Brut der Feld- und Wiesenbrüter an dieser Stelle vernichten. Bild: W. v. Thienen

Ausgleichsflächen der Bahn im Meringer Feld

Das Lechfeld westlich von Mering ist ein beliebtes Ausflugsziel für Spaziergänger, Hundehalter, Jogger und Radler. Hier kann man schnell mal raus und auf den zahlreichen Feldwegen Luft schnappen, die Beine vertreten, die tägliche Joggingrunde beginnen oder den geliebten Vierbeiner Gassi führen. Neuerdings ziehen sich breite Streifen von Ost nach West durch das Gebiet, auf denen die Humusschicht abgetragen wurde und der darunter liegende Lechkies zum Vorschein kommt. Diese Streifen laden geradezu ein, den Hund mal richtig laufen zu lassen oder abseits der Wege das Gelände zu erkunden. Vielen Erholungssuchenden ist dabei gar nicht bewusst, dass diese Flächen nicht als Hundespielwiese, Fußweg oder Fahrrad-Trail gedacht sind. Sie erfüllen vielmehr eine wichtige Funktion im Naturschutz. Sie wurden von der DB Netz AG in Zusammenarbeit mit der unteren Naturschutzbehörde als Ausgleich für den viergleisigen Ausbau der Bahn im Meringer Feld angelegt. Dabei wird das Ziel verfolgt, die einst europaweit einzigartigen Magerrasenwiesen und Heiden des Lech und deren große Artenfülle, zumindest auf einigen Flächen, wiederzubeleben und mit anderen, bereits vorhandenen Biotopen wie Kissinger Heide und Kissinger Bahngruben zu vernetzen.

Das Meringer Feld hat große Bedeutung für den Naturschutz

„Das Lechfeld ist zu einem Hotspot bedrohter Biodiversität geworden“ – so beschrieb es kürzlich der Lech-Experte Dr. Eberhard Pfeuffer auf dem zweiten Biodiversitätstag in Blumenthal. Dort, wo vor wenigen Jahren noch ein wilder Gebirgsfluss die Landschaft prägte und ausgedehnte Flussauen, Feuchtwiesen, Moore, Auwälder, Kiesbänke, Magerrasenwiesen und Heiden vorhanden waren und eine einzigartige Artenfülle ermöglichten, sind durch die moderne, intensive Nutzung nur noch kleinste Reste dieser einzigartigen Landschaft vorhanden von denen viele Arten als bedroht gelten. Darüber hinaus stellen der Lech und die von ihm geprägte Landschaft eine Biotopbrücke zwischen Alpen und Donau von europaweiter Bedeutung dar, die von den Alpen bis in die fränkische Alb reicht. Es ist ein wichtiger Korridor für Wanderung und Austausch zahlreicher Arten und man findet hier seltene Pflanzen, die ansonsten nur noch im Hochgebirge vorkommen. Aus diesem Grunde wurde das Lechfeld bei Mering, das Meringer Feld, in das Arten- und Biotopschutzprogramm Bayerns (ABSP) als bayernweit bedeutsamer Entwicklungsschwerpunkt aufgenommen. Ziel ist es, die Verbundfunktion zwischen Alb und Alpen wieder herzustellen und auszubauen und bestehende Magerstandorte und Heiden zu vernetzen.
„Bahntrassen und ihre langgestreckten, oft trockenen und warmen Böschungsflächen sind heutzutage wichtige Wanderachsen für viele Tier- und Pflanzenarten in unserer Landschaft. Auch finden einige seltene Tierarten dort noch letzte Lebensräume. Ein Ziel unserer Ausgleichsflächen im Lechfeld ist deshalb auch eine enge Verzahnung der Bahntrasse mit der Landschaft. Dadurch werden verschiedene Lebensräume untereinander verknüpft und der Austausch zwischen wertvollen Naturschutzflächen wird ermöglicht“ erklärt Ruth-Magdalena Dries, zuständige Projektleiterin bei der DB Netz AG die Ziele der Ausgleichsmaßnahmen.



Rücksicht auf die Natur

„Die neu angelegten Flächen sollten auf keinen Fall betreten werden, um es der Natur zu ermöglichen sich zu regenerieren“ betont Frau Dries. Freilaufende Hunde sind dabei besonders störend, denn sie werden durch bodenbrütende Vögel wie den Kiebitz als Gefahr wahrgenommen und sie verlassen das Brutgebiet. Die Hunde legen außerdem Spuren zu den Nestern der Bodenbrüter auf denen dann der Fuchs die Nester in der Nacht aufspürt und ausraubt. Aber auch Fußgänger und Radfahrer werden von vielen Tieren als Störfaktor wahrgenommen und es entstehen im Laufe der Zeit Trampelpfade oder Fahrrad-Trails, die das in Entstehung begriffene Biotop erheblich beeinträchtigen. Die Bahn hat aus diesem Grunde Schilder aufgestellt, die auf die Bedeutung der Naturschutzflächen hinweisen und die Besucher des Lechfeldes um Rücksichtnahme bitten. Die Zukunft wird zeigen, ob mit diesen jetzt sehr vielversprechenden Ansätzen ein Stück der reichhaltigen Lechlandschaft zurückgewonnen werden kann, die wir Menschen dann hoffentlich bald vor den Toren Merings bestaunen dürfen.
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