Durchzug des Kiebitz im Lechfeld

Foto: Dr. Wolfhard von Thienen, Kiebitzzug im Lechfeld bei Kissing, zwei Fotos übereinander montiert.
Der Kiebitz zieht wieder in großen Schwärmen in seine nördlichen Brutgebiete. Kiebitze gehören zu den sogenannten Kurzstreckenziehern, d.h. sie legen "nur" relativ kurze Strecken bis zu 5.000 km zurück. Die bei uns auf ihrem Weg in den Nordosten durchziehenden Vögel kommen aus Nordafrika oder Spanien und treffen hier im Februar ein.
Am Sonntag, den 24. Februar  machte ein großer Schwarm Station auf dem Lechfeld bei Kissing. 90 Kiebitze versammelten sich auf einem Acker neben den Kissinger Bahngruben. Nachdem sie sich ausgeruht und mit Nahrung versorgt hatten, zogen sie weiter gen Nordosten. Zunächst starteten sie, in immer größeren Kreisen an Höhe gewinnend, in Richtung Lech, bevor sie über die Bahngruben und Kissing hinwegzogen. Für Naturliebhaber ein beeindruckendes Schauspiel, dass man glücklicherweise immer noch gelegentlich beobachten kann. Leider haben die Kiebitzbestände im Landkreis in den letzten acht Jahren, dem allgemeinen Trend des Vogelsterbens folgend, um rund ein Viertel abgenommen, wie der Vogelkundler Dr. Uwe Bauer kürzlich auf dem zweiten Biodiversitätstag berichtete. Nach seinen Untersuchungen ist sogar eine der wichtigsten Populationen bei Derching in Folge der Gewerbeerweiterung ganz verschwunden. Dennoch ist und bleibt das Lechfeld bei Mering und Kissing ein wichtiger Ort, nicht nur für brütende Kiebitze sondern auch für durchziehende Kiebitzschwärme, denn hier können sie sich auf den im Frühjahr noch niederig bewachsenen Wiesen und Feldern mit Nahrung versorgen. Um so schlimmer, wenn immer mehr dieser Standorte durch Straßenbau und Gewerbegebiete zerstört werden. Vielen Dank an Familie Asam aus Kissing, die den Autor über den Vogelzug informierte.
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