Erster Biodiversitätstag im Landkreis Aichach/Friedberg

Von links nach rechts: Ernst Haile, Jan Uczen, Roswita Holzmann, Wolfhard von Thienen, Annika Sezi, Landrat Dr. Klaus Metzger (Foto: Martin Gollinger)

ForumZ war der Auslöser

Letztes Jahr beim Forum Zukunft - Unser Landkreis im Jahre 2050 (ForumZ) beschlossen und jetzt umgesetzt fand zum ersten Mal im Landkreis ein Biodiversitätstag statt.  Viele Akteure aus dem Bereich Natur und Naturschutz trafen sich hierzu im Schloß Blumenthal bei Aichach, um darüber zu sprechen, welchen Beitrag der Landkreis leisten kann um das bedrohliche Artensterben aufzuhalten. Jagdverbände, Fischereiverband, Imker, höhere und untere Naturschutzbehörde, Obst- und Gartenbauvereine, Biobauern, viele Experten, der Landrat Dr. Klaus Metzger und der Bürgermeister von Aichach, Klaus Habermann folgten der Einladung des Bund Naturschutz. Die Idee für die Veranstaltung entstand letztes Jahr beim ForumZ auf Schloss Blumenthal, bei dem sich eine Biodiversitäts-Gruppe bildete. Umgesetzt wurde das Projekt dann gemeinsam mit der Kreisgruppe AIC/FDB des Bund Naturschutz. 

Gemeinsames Ziel "Schutz der Artenvielfalt"

Nach der Einleitung durch den Kreisvorsitzenden des BN, Ernst Haile stellte der Biologe Dr.  Wolfhard von Thienen aus Mering in seinem Impulsvortrag die Frage, ob wir vor der sechsten großen Aussterbewelle in der Erdheschichte stehen. "Die Fakten sprechen eine klare Sprache", so von Thienen, "es gibt nicht nur die Studie zum Insektensterben sondern eine Fülle weiterer Studien und nahezu alle Biologen sind sich einig, dass wir gerade ein globales Massensterben auslösen. Damit werden bald mindestens 75% aller Arten auf der Erde verschwunden sein und wir werden die Entwicklung des Lebens auf dem Planeten in komplett neue Bahnen lenken." Ernst Hail folgte dem mit seiner Aussage, dass wir alle spüren, "dass gerade etwas sehr dramatisches in unserer Umwelt geschieht" und Landrat Dr. Metzger zeigte sich betroffen, betonte aber „Wir haben auf Kreisebene die Probleme erkannt und wir handeln auch.“ Allerdings arbeite seine untere Naturschutzbehörde am Limit und es ist fraglich, ob das dringend benötigte zusätzliche Personal von der Staatsregierung bewilligt wird. von Thienen betonte, dass alle sich alle Anwesenden für die Natur engagieren und dass es Ziel der Veranstaltung sei, das gemeinsame zu sehen und am zusammen am Erhalt der Artenvielfalt im Kreis zu arbeiten. Dr. Roswita Holzmann aus Ebersberg stellte das Projekt "Ebersberg summt" vor, mit dem versucht wird, die Lebensbedingungen für Biene und Wildbiene und Insekten zu verbessern indem z.B. Blühflächen an Straßenrändern oder auf Gemeindegrun angelegt werden. Jan Uczen (Landschaftspflegeverband), Gerhard Grande (untere Naturschutzbehörde), Dr. Annika Sezi (höhere Naturschutzbehörde) und Dr. Simone Winter (Wasserwirtschaftsamt Donauwörth) stellten in eindrucksvollen Vorträgen die Arbeit des Landschaftspflegeverbandes, der Naturschutzbehörden sowie das Projekt Licca Liber (freier Lech) vor. 

Konkrete Ergebniss beschlossen

Gemeinsam wurde  beschlossen, den Biodiversitätstag zweimal im Jahr abzuhalten, um sich besser kennenzulernen, zu vernetzen und Informationen auszutauschen. Es wurden auch zwei konkrete Projekte beschlossen, die man dem Kreis vorschlagen möchte. In Anlehnung an das Bienenprojekt in Eberberg möchte man dem Landkreis unter dem Arbeitstitel "Das Wittelsbacher Land summt" ein Bienenprojekt vorschlagen, von dem neben den Bienen auch Wildbienen, Insekten, Vögel und Blütenpflanzen profitieren und an dem Schulen, Verbände und Vereine aktiv mitwirken können. Sofern die Staatsregierung, wie von Landwirtschaftsminister Brunner angekündigt, das Projekt "Öko-Modellregion" erweitert, wird man dem Kreis vorschlagen, sich daran zu beteiligen. Ernst Haile zeigte sich am Schluß zusammen mit den Teilnehmer und Referenten als höchst zufrieden mit der gelungenen Veranstaltung und freut sich auf die Fortsetzung Anfang Herbst 2018.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.