„Glänzende Aussichten“

Viele Besucher informierten sich bereits bei der Vernissage zur Ausstellung "Glänzende Aussichten" in der Meringer Bücherei. Sie ist bis 13. April zu sehen.
 
Die Band Kinihasn sorgte mit kabarettistischen Liedern für die musikalische Unterhaltung.
Mering: Bücherei | 99 Karikaturen zu Klima, Konsum und Katastrophen in der Bücherei regen zum Nachdenken und zu einer Verhaltensänderung an.

„Ich würde nur blaue Plastiktüten zulassen“, sagt eine Frau zu ihrem Ehemann, als sie auf das Meer blicken, wo Plastiktüten in bunten Farben schwimmen. Diese Karikatur gefällt Organisator Michael Dudella am besten und ist Titelbild der Flyer und Kataloge zur Ausstellung „Glänzende Aussichten“, die noch bis zum 13. April zu den Öffnungszeiten in der Bücherei Mering zu sehen ist. Viele Besucher nutzten die Vernissage, um sich einen Überblick zu verschaffen und bei Getränken und hauptsächlich vegetarischen Snacks mit anderen ins Gespräch zu kommen.

Ein abgemagerter afrikanischer Junge betet um Essen und Kleidung, während ein wohlgenährter Amerikaner den Wunsch hat, dass nicht noch einmal eine Ölplattform im Meer explodiert. Nicht weit entfernt ist eine Frau zu sehen, die ihrem Ehemann die Zeitungsmeldung „Uran im Trinkwasser“ vorliest, der vor dem Fernseher mit einem Bierkrug in der Hand sitzt, die Olympiade ansieht und dabei denkt: „Hauptsach, im Bier is nix.“ Michael Dudella organisierte im Rahmen seiner Tätigkeit bei der Katholischen Arbeitnehmerbewegung die Ausstellung bereits in Dinkelsbühl. „Sie zog viele Besucher an und ich hatte die Idee, sie nach Mering zu holen“, verriet er. Gemeinsam mit Hans Schneider holte er alle Bilder in Würzburg ab, hängte sie in der Bücherei auf und brachte den Geschäften die gewünschten Karikaturen vorbei. 63 fanden in der Bücherei Platz, 36 weitere sind unter anderem bei Optik und Schmuck Spengler, Schuh Steinbrecher, Elektro Röhm, Bioladen natufit, Mode Sailer oder der Töpferei Lipp zu sehen. Mit beißender Ironie regen die 99 Zeichnungen zu Lebensstil, Ernährung, Konsum, Klimawandel, Flüchtlinge, Energie und Gerechtigkeit den Betrachter zum Nachdenken an und machen Mut, unerträgliche Situationen zu ändern. Ziel des Bündnisses für Nachhaltigkeit ist, die Marktgemeinde und Umgebung durch gezielte Aktionen „nachhaltiger“, d. h. mit Blick auf Umwelt und knappe Ressourcen zu gestalten. Für die Bewirtung sorgten die anderen 15 Personen des engagierten Teams. Zweiter Bürgermeister Florian Mayer, Gemeinderäte, aber auch viele Bürger zeigten großes Interesse. Die Band „Kinihas’n“ umrahmte den Abend mit kabarettistischen Liedern, die Sängerin Katharina Weber textet und sich mit den männlichen Bandmitgliedern die Musik einfallen lässt. Sabine Slawik von der Misereor Geschäftsstelle Bayern erklärte die Gründe für die Konzeption der Ausstellung: Humor hilft, die Hoffnung zu bewahren und ruft zur Umkehr und Veränderung des Lebens oder Einflussnahme auf politische Entscheidungsträger auf. „Wir fahren mit dem riesigen SUV zum Bioladen oder beißen in ein Würstchen, ohne zu wissen, wie das Schwein gelebt hat“, sprach sie zwei Situationen an. Der katholische Pfarrer Thomas Schwartz verdeutlichte die Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus. Karikaturen sind überladen, lassen den Betrachter innehalten und überlegen, was zu viel geworden sei und abgeladen werden müsse, verriet er. Nachhaltigkeit sei wichtig aus Verantwortung gegenüber Gott, den Mitmenschen und nachfolgenden Generationen. „Jeder Mensch möchte eigentlich gut und effizient handeln und in guter Erinnerung bleiben“, so Schwartz. Gott habe einen Plan für die Welt und der Mensch den Auftrag, sie zu verwalten und ihr Gutes zukommen zu lassen.
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