Kinder und Erwachsene lauschen internationalen Märchen

Manuela Krämer (links) und Maureen Lermer beendeten die Märchenlesungen für Kinder und Erwachsene in der Meringer Bücherei mit Märchen vom Wandern.
 
Ein großes Aquarell wie dieses Bild mit Flamingos und eine Postkarte können Interessierte beim geplanten Malabend mit Vereinsmitglied Heike Scherer anfertigen.
Mering: Bücherei | Mitglieder des Vereins Internationale Kultur Mering (IKM e.V.) erzählten Märchen aus ihren Heimatländern, vom Wolf, vom Essen und Wandern. In den nächsten Sommerferien gibt es in der Bücherei Mering neue Märchen zu hören.

Jeder Donnerstagnachmittag stand unter einem anderen Motto, zu dem Kinder, deren Eltern oder auch andere Erwachsene in der Bücherei Mering eine Stunde lang in die Welt der Märchen eintauchen konnten. Es waren Märchen aus Italien, der Mongolei, aus Südafrika, vom Wolf und vom Essen. Am 6. September beendete Vereinsmitglied Manuela Krämer und die Vorsitzende Maureen Lermer die gut besuchte Veranstaltungsreihe mit Geschichten über Menschen, die ihre Heimat verließen, um zu überleben oder sich einfach nur auf Abenteuer begaben.

„Man sagt, das Land Afrika sei die Wiege der Menschheit. Von dort aus gingen Menschen aus verschiedenen Gründen nach Europa und Asien“, begann Maureen Lermer. Entweder sie hatten keine Nahrung mehr und der Hunger trieb sie davon oder sie wollten Wissenschaftler werden, verriet sie den Zuhörern. Das erste Land in Europa, in dem sie sich ansiedelten, sei Portugal gewesen. Sie fragte die Kinder, ob ihre Großeltern oder Eltern auch aus anderen Städten oder Ländern nach Mering gekommen seien. Die Antworten waren: aus Indonesien, Osnabrück, Bobingen und Frankreich. Das indianische Märchen vom „Bärenmann und Büffelgeist“ aus einem Lieblingsbuch ihrer Jugendzeit erzählte im Anschluss Manuela Krämer. Es handelte von einer Schnecke, die am Fluss Missouri bei Hochwasser auf einem Stück Holz weggetrieben wurde und plötzlich im Schlamm fest saß. Als sie glaubte, sterben zu müssen, zerbrach ihr Schneckenhaus und sie wurde ein seltsames, nacktes Wesen mit Armen, Beinen und Haaren. Als es Hunger bekam, tauchte der große Geist auf seinem weißen Pferd auf und zeigte ihm, wie er mit Pfeil und Bogen Tiere erlegen konnte und gab ihm Fell als Kleidung und das Feuer zum Braten. Mit dem im Gebiet herrschenden Biber freundete sich der Schneckenmann an, lernte Fische fangen, Zelte bauen und heiratete sogar dessen Tochter. Auch das nicht so bekannte Grimmsche „Märchen von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen“ hatte sie noch ausgewählt und erzählte es in einer verkürzten und nicht so gruseligen Fassung. Eine Mutter freute sich, auch einmal zuhören zu dürfen und nicht selbst erzählen zu müssen.

Der Verein IKM Mering plant bis zum Ende des Jahres noch viele weitere interessante Aktionen. Einige  Mitglieder werden beim Weltkindertag am letzten Sonntag im September im Zelt Märchen aus anderen Ländern erzählen. Manuela Krämer möchte eine zweite Koch-Challenge anbieten, zu der die Teilnehmer ein eigenes Rezept mitbringen und kochen und danach werden alle Gerichte gemeinsam verkostet. Termin und Ort stehen noch nicht fest und werden rechtzeitig bekannt gegeben. Außerdem soll es noch einen Nationalitäten-Abend in der Bücherei Mering geben. Auch ein Mal-Abend, bei dem die Besucher mit Heike Scherer zwei Aquarelle - ein großes Bild und eine Postkarte -  anfertigen können, ist für Herbst angedacht. Auch hier werden Ort und Termin rechtzeitig angekündigt. 
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